Doppelte Auszeichnung für die Stadt Münster

Foto: Stadt Münster
Freuten sich über die doppelte Auszeichnung des Münsteraner Nachhaltigkeits-Engagements (v.l.n.r.): Abteilungsleiter Viktor Haase, Sarah Heinlein, OB Markus Lewe, Jutta Höper und Matthias Peck.

2018 wurde Münster als Deutschlands nachhaltigste Großstadt ausgezeichnet und gewann 30.000 Euro Preisgeld von der Allianz Umweltstiftung. Damit realisierte die Stadt das Projekt "Schulgärten im Quartier", das Schulgärten für ehrenamtliches Engagement im jeweiligen Stadtteil öffnet. Dieses Projekt erhielt nun wiederum eine besondere Auszeichnung im Rahmen der UN-Dekade "Biologische Vielfalt".

Deutschlands nachhaltigste Großstadt

2018 setzte sich Münster beim Wettbewerb um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden als Deutschlands nachhaltigste Großstadt durch. Die Auszeichnung wird von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. vergeben und war mit einem Preisgeld der Allianz Umweltstiftung in Höhe von 30.000 Euro dotiert.

Die Wettbewerbsjury lobte damals besonders, dass wichtige Entscheidungen von Politik, Verwaltung und Bürgern im Sinne des "Münster-Konsens" gemeinschaftlich und beteiligungsorientiert getroffen werden. Auch die Praxis der Friedensstadt, jede ihrer Entscheidungen auf ihre "Enkeltauglichkeit" zu prüfen, sowie das differenzierte Klimaschutzkonzept überzeugten die Jury.

Nachhaltigkeits-Projekte in Schulen

Bereits bei der Preisverleihung im November 2018 hatte Oberbürgermeister Markus Lewe verkündet, das Preisgeld für konkrete Nachhaltigkeitsprojekte in Schulen zu verwenden. In Abstimmung mit der Allianz Umweltstiftung entstand schließlich das Projekt "Schulgärten im Quartier", bei dem über ein zweistufiges Bewerbungsverfahren schließlich drei Schulen ermittelt wurden, in denen neue gemeinschaftliche Wege der Schulgartenentwicklung und -pflege erprobt werden. Ziel ist zum einen die pädagogische Einbindung des Schulgartens in den Schulalltag, zum anderen sollen die Schulgärten für ehrenamtliches Engagement im Quartier geöffnet werden.

Schulgärten im Quartier

Im Sommer 2019 startet das Projekt an der Bodelschwinghschule, der Eichendorffschule und am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium – und wurde nun als vorbildliches Projekt der UN-Dekade "Biologische Vielfalt" in der Kategorie "Soziale Natur" ausgezeichnet. Am 24. September übergab Viktor Haase, Leiter der Abteilung "Nachhaltige Entwicklung, Klimawandel, Umweltwirtschaft" im nordrhein-westfälischen Umweltministerium (MULNV), bei herbstlichem Sonnenschein im Garten der Bodelschwinghschule die Auszeichnung sowohl an Oberbürgermeister Markus Lewe, Nachhaltigkeitsdezernent Matthias Peck und die Projektleiterinnen Jutta Höper und Sarah Heinlein (Stadt Münster - Fachstelle Nachhaltigkeit) sowie Vertreter der drei Projektschulen.

Anfassen und erleben

"Im Schulgarten können die Kinder direkt anfassen und Natur erleben", stellte Markus Lewe begeistert fest. ´Schulgarten im Quartier´ ist ein zentrales Projekt der Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030, welches die Ziele der Sozialen Teilhabe, Biodiversität und Bildungsgerechtigkeit in gelungener Weise verknüpft."

Auch Peter Wilde, Projektmanager der Stiftung, freute sich über die Auszeichnung: "Gratulation an die Stadt Münster zur Auszeichnung des Projektes. Es schafft grüne Oasen, bringt Schulen und Nachbarschaften zusammen und zeigt beispielhaft, wie Nachhaltigkeit auf nachbarschaftlicher Ebene umgesetzt werden kann. Wir freuen uns, mit dem Preisgeld einen kleinen Beitrag zum Gelingen dieses vorbildlichen Projektes geleistet zu haben."

Die Schulprojekte im Einzelnen:

In der Eichendorffschule ist ein Atriumgarten mit Staudenbeeten, Wildbienenhotel, Blumenwiese und Weidentunnel fest in den Schulalltag eingebunden. Während des Schuljahres gehen wöchentlich Kleingruppen in den Garten und lernen so biologische Vielfalt kennen. Inzwischen engagiert sich eine Rentnerin im Schulgarten und unterstützte beispielsweise die Herbst-Gartenaktion. In Zusammenarbeit mit einem benachbarten Bildungsträger für Menschen mit Behinderung soll demnächst das alte Gartenhaus abgerissen und neu gebaut werden.

Das Steingymnasium besitzt einen Schulgarten inklusive Honigbienenstand mit mehreren Bienenvölkern, die von der Greenkeeper Naturschutz-AG betreut werden. Zudem wird der Garten im Biologie-Unterricht und den 5ten Klassen genutzt. Im Rahmen des Projektes wurden Hochbeete gebaut sowie mit zwei Familien aus der Nachbarschaft ein Hühnerstall konzipiert und errichtet. Im Sommer zogen die Hühner ein und werden seitdem von den Familien, der Schule und einem in der Nachbarschaft ansässigen muslimischen Kinder- und Jugendverein betreut. Unter Beteiligung aus dem Quartier soll demnächst das Honigbienenprojekt ausgebaut werden.

In der Bodelschwinghschule besteht ein Schulgarten mit kleinem Gartenteich, Obststräuchern und Gemüsebeeten. Genutzt wird er vor allem vom Offenen Ganztag und der Garten-AG, die von zwei Rentnerinnen aus der Nachbarschaft Unterstützung erhalten. Zudem engagieren sich außerhalb der Schulzeiten zwei Familien im Garten. Mit dem benachbarten Anna-Krückmann-Familienbildungshaus wurde eine Kooperation für eine Ferien-Gartenfreizeit geknüpft. Und bald soll mit Hilfe der Westfalenfleiß-Behindertenwerkstatt ein grünes Klassenzimmer im Garten entstehen.

UN-Dekade für Biologische Vielfalt

Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2011 bis 2020 zur "UN-Dekade für biologische Vielfalt" erklärt und die Weltöffentlichkeit dazu aufgerufen, sich für die biologische Vielfalt einzusetzen. Davon ausgehend starteten das Bundesumweltministerium (BMU) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) unter selbigem Namen ein eigenes Projekt. Es verfolgt das Ziel, möglichst viele Menschen darüber zu informieren, warum wir die biologische Vielfalt brauchen und wie jeder etwas dazu beitragen kann, sie zu erhalten.

Bausteine des BMU/BfN-Projektes sind Infokampagnen, Aktionen mit ausgewählten Zielgruppen und unterschiedlichste Wettbewerbe, die beispielhafte Aktivitäten zum Schutz der biologischen Vielfalt auszeichnen und damit bekannt machen – wie etwa der Sonderwettbewerb "Soziale Natur - Natur für alle" zur Auszeichnung von Projekten an der Schnittstelle von Natur und sozialen Fragen.

Deutscher Nachhaltigkeitspreis

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden zeichnet seit 2012 Vorreiter der kommunalen Nachhaltigkeit aus. Prämiert werden Kommunen, die im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten die lokale Entwicklung vorbildlich nachhaltig gestalten und damit in besonderer Weise den Gedanken einer zukunftsfähigen Gesellschaft fördern.

Die Auszeichnung ist eine Initiative der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, der Allianz Umweltstiftung, dem Rat für Nachhaltige Entwicklung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Kontakt

Allianz Umweltstiftung

Weiterführender Link