Zweite Runde beim Fonds »Kunst kennt keinen Shutdown«

Hamburgische Kulturstiftung/Rahel Bruns
»Who cares #1 (oll korrekt)« von Franziska Nast, Hochdruckreiniger auf Gehwegplatte vor dem Künstlerhaus FRISE. Per Hochdruckreiniger hinterlässt die Bildende Künstlerin Franziska Nast flüchtige Botschaften als Interventionen im öffentlichen Raum, wo jetzt keiner „verweilen“ darf. Ermöglicht durch den Hilfsfonds »Kunst kennt keinen Shutdown«. Copyright: Rahel Bruns

Unter dem Motto »Kunst kennt keinen Shutdown« hat die Hamburgische Kulturstiftung Ende März gemeinsam mit weiteren Hamburger Stiftungen einen Hilfsfonds ins Leben gerufen, für den bis dato rund 685.000 Euro an Spenden eingegangen sind. In einer ersten Förderrunde im April konnten bereits 162 Künstler*innen mit insgesamt rund 380.000 Euro bei ihren Vorhaben unterstützt werden. Nun ist die Ausschreibung für die zweite Förderrunde veröffentlicht. Vom 25. bis zum 30. Juni 2020 können sich freischaffende Hamburger Künstler*innen aller Sparten um bis zu2.000 Euro und Künstler*innengruppen um bis zu 4.000 Euro bewerben. Die Förderung soll ihnen ermöglichen, weiterzuarbeiten, ihre Arbeit sichtbar zu machen und neue Formate auszuprobieren. Die Ausschreibung richtet sich vor allem an Künstler*innen, deren Einkommenssituation durch die derzeitigen Einschränkungen existenzbedrohend beeinträchtigt ist.

Weitere Informationen unter: www.kulturstiftung-hh.de/hilfsfonds

Gesa Engelschall, geschäftsführender Vorstand der Hamburgischen Kulturstiftung:»Bereits an der ersten Förderrunde konnten wir sehen, wie entschieden, willensstark, originell und innovativ Künstler*innen daran arbeiten, weiter Kunst zu machen und damit in Erscheinung zu treten. Die Rückmeldungen machen aber auch klar deutlich, wie dramatisch die aktuelle Situation die häufig ohnehin schon prekäre Situation freischaffender Künstler*innen verschärft und wie sehr sie auf unsere Unterstützung angewiesen sind. Daher danke ich unseren Partnerstiftungen sowie allen Spender*innen für ihre Großzügigkeit und Solidarität, die diesen Hilfsfonds überhaupt erst möglich machen. Wer dazu beitragen möchte, dass in der zweiten Runde möglichst viele Kunstschaffende gefördert werden können, ist weiterhin herzlich willkommen zu spenden!«

Dr. Lothar Dittmer, Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung: »Freischaffende Künstler*innen tragen viel zur Attraktivität Hamburgs als Kulturszene bei. Ich freue mich deshalb, dass die Initiative große Unterstützung gefunden hat. Denn die Krise bedeutet für Kulturschaffende nicht nur materielle Schwierigkeiten: Sie verändert auch die Art, wie Kunst entsteht und aufgeführt wird, oder welche Rolle das Digitale in Zukunft spielen wird. Der Fonds will deshalb auch ermuntern, sich mit solchen Fragen auseinanderzusetzen.«

Ein Gremium der Hamburgischen Kulturstiftung, der Körber-Stiftung, der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., der Claussen-Simon-Stiftung und der Rudolf Augstein Stiftung wird zeitnah über die Anträge entscheiden. Die Förderung durch den Hilfsfonds versteht sich nicht als Alternative, sondern als zusätzliche Unterstützung zu bisherigen, vorhandenen und ggf. geplanten öffentlichen Förderungen wie der Sofort-Hilfe.

Der Hilfsfonds »Kunst kennt keinen Shutdown« wird ermöglicht durch: Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., Claussen-Simon-Stiftung, ZEIT-Stiftung, Rudolf Augstein Stiftung, Dorit & Alexander Otto Stiftung, Fischer Stiftung Hamburg, Körber-Stiftung, Klaus und Lore Rating Stiftung, Gabriele Fink Stiftung, Mara und Holger Cassens Stiftung, Martha Pulvermacher Stiftung, Thor Stiftung, HOMANN-Stiftung, Stiftung Hamburger Hilfsspende, Stiftung Kulturglück, Quantum sowie Susanne und Michael Liebelt, Berit und Rainer Baumgarten, Carolin und Nikolaus Ditting, Annegret und Claus-G. Budelmann, Catharina und Jan-Wilhelm Schuchmann, die Musiker*innen des NDR Elbphilharmonie Orchesters, Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg und der Symphoniker Hamburg sowie zahlreiche kleine und große Spenden von Privatpersonen.

Die Hamburgische Kulturstiftung wurde 1988 als privatrechtliche Stiftung gegründet. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung des künstlerischen Nachwuchses in den Sparten Musik, Theater, Tanz, Performance, Bildende Kunst, Literatur und Film sowie der Kinder- und Jugendkultur. Aufgrund des geringen Stiftungskapitals und der niedrigen Erträge muss die Stiftung ihre Fördermittel laufend neu akquirieren. Als Mittlerin zwischen privaten Förder*innen, Wirtschaft und Kultur betreibt sie daher aktives Fundraising durch immer wieder neue Formate von Benefizveranstaltungen, einen Freundeskreis, Projektpatenschaften und Kooperationen mit anderen Stiftungen.

Kontakt

Ilka von Bodungen

040 339099

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