Waldpädagogik: Evangelische Stiftung Pflege Schönau bietet Kindern einmaliges Naturerlebnis

ESPS
Förster Steffen Ellwanger zeigt den Kindern die kommende Waldgeneration.

In Baden ist das mobile Waldklassenzimmer rund 30 Mal bis zu den Sommerferien unterwegs: Für viele Kinder und Jugendliche oft das erste Mal, dem Wald zu begegnen und seine Geheimnisse zu erkunden. Allein fünf Kindergartengruppen, 20 Grundschulklassen und zwei achte Gymnasialklassen aus der Region nutzen aktuell das waldpädagogische Angebot der ESPS: „Wir buchen das Waldmobil regelmäßig zweimal im Jahr. Die Kinder sind begeistert, weil es Pflanzen und Tiere unserer direkten Umgebung ganz nahe bringt. Viele erleben Natur zum ersten Mal so unmittelbar“, sagt Diana Dinc, stellvertretende Leiterin der Pfalzgraf-Otto-Kindertagesstätte in Mosbach. Auch Ältere spricht das Waldmobil an: Studenten der Agrarwirtschaft und Holzwirtschaft der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) oder angehende Biologielehrer der Pädagogischen Hochschule Heidelberg nutzen das waldpädagogische Angebot.

Nachhaltigkeit begreifen
Ökologische Zusammenhänge in der Natur praktisch erlebbar zu machen - das steht für Steffen Ellwanger im Vordergrund. Der ausgebildete Waldpädagoge und Förster der ESPS legt Wert darauf, dass seine jungen Teilnehmer verstehen, was nachhaltige Bewirtschaftung bedeutet: „Zum Beispiel, dass wir das Holz nutzen und dadurch die Bäume, die stehen bleiben, stabiler, vitaler und dicker werden. Dies geschieht schon seit mehreren hundert Jahren, ohne dass der Wald verschwindet oder darunter leidet. Holz ist ein nachhaltiger, umweltfreundlicher Rohstoff, der bei uns auch regional vermarktet und verbraucht wird,“ so Ellwanger. Waldpädagogik spricht die Kinder mit „Kopf, Herz und Hand“ an. Sie leitet am Beispiel des Waldes dazu an, verantwortungsbewusst und vernetzt zu handeln. So ist die Nachhaltigkeit auch erster Grundsatz bei der Bewirtschaftung des Stiftungswaldes. Daher orientiert die Waldpädagogik der ESPS sich am UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

„Aha“-Effekt: Die vitalsten Bäumchen setzen sich durch
Was bedeutet Naturverjüngung? Um dies zu erfahren, sammelt sich die Gruppe bei jeder Waldaktion um einen markierten Quadratmeter Boden. Dabei wird der Blick der Schüler auf die Naturverjüngung gelenkt: die kommende Waldgeneration und das Kapital des Waldbesitzers für die Zukunft. Anhand der ein- bis dreijährigen Pflänzchen von Buchen, Eichen, Tannen und Douglasien erfahren die Kinder, dass die Bäume besonders das Sonnenlicht brauchen, um wachsen zu können und der Förster in den ersten zwanzig Jahren nicht viel tun muss. Die vitalsten Bäumchen setzen sich durch, sie bilden später den neuen Wald. Der „Aha“-Effekt: aus zehn Zentimeter kleinen Bäumchen werden riesige Bäume.

Der Internationale Tag des Waldes wurde 1970 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um seitdem jährlich am 21. März auf die globale Waldvernichtung aufmerksam zu machen.

Die Evangelische Stiftung Pflege Schönau (ESPS) ist eine Vermögensverwaltung der Evangelischen Landeskirche in Baden. Das von ihr verwaltete Stiftungsvermögen ist der Landeskirche gewidmet. Aus rund 21.000 Erbbau- und Pachtverträgen, Investitionen in Immobilienfonds, der Vermietung von rund 800 Wohnungen sowie der Bewirtschaftung von 7.500 Hektar Wald erzielt die Stiftung Erlöse, um ihren Stiftungszweck zu erfüllen:
kirchliches Bauen zu finanzieren und Besoldungsbeiträge für Pfarrstellen bereitzustellen. Darüber hinaus stellt die ESPS weitere finanzielle Mittel für den Haushalt der Evangelischen Landeskirche bereit. Das Stiftungsvermögen stammt aus dem ehemaligen Kloster Schönau (Odenwald), das 1560 im Zuge der Reformation aufgelöst wurde und seitdem durch einen „Pfleger“ bestellt wird. Heute verwaltet die Stiftung das Vermögen. Sie ist mit 77 Mitarbeitern ist eine der ältesten Institutionen Heidelbergs.

Kontakt

Dr. Antje Jantz

06221 910988

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