Von humanoider Robotik bis zur Stadtplanung

Carl-Zeiss-Stiftung

Mit rund 25 Millionen Euro fördert die Carl-Zeiss-Stiftung in ihrem Leuchtturmprogramm „Durchbrüche“ sechs interdisziplinäre Forschungsprojekte. Geforscht wird zu intelligenten Lösungen für eine älter werdende Gesellschaft. Dazu zählen neuartige (Kontakt-)Linsen, humanoide assistierende Roboter, Avatare, Apps und Plattformen sowie Städteplanung und Grundlagenforschung zu Alterungsprozessen.

Insgesamt sechs Forschungsprojekte haben in einem zweistufigen Gutachterverfahren überzeugt. Mit jeweils bis zu 4,5 Millionen Euro werden die Forschungsvorhaben am Karlsruher Institut für Technologie, an den Technischen Universitäten Ilmenau und Kaiserslautern sowie den Universitäten Heidelberg, Jena und Tübingen gefördert. Interdisziplinäre Teams erforschen in allen sechs Projekten, wie sie durch intelligente Lösungen aus den Fachbereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik die Herausforderungen der älter werdenden Gesellschaft besser verstehen und unterstützen können.

„Die Gesellschaft steht mit dem demografischen Wandel vor erheblichen Herausforderungen, insbesondere im Bereich Pflege. Neue Forschungsansätze zur Digitalisierung können wichtige Impulse setzen, um diese Herausforderungen zu meistern. Dazu zählen Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung genauso wie anwendungsorientierte Lösungen beispielsweise in Form von assistierender Robotik“, sagt Dr. Felix Streiter, Geschäftsführer der Carl-Zeiss-Stiftung.

Über die Projekte

An der Universität Tübingen wird eine Lösung zur Behandlung von Altersweitsichtigkeit entwickelt. Neuartige Intraokular- und Kontaktlinsen sollen durch am Augenringmuskel anliegende Elektroden “quasi-natürlich“ die Brechkraft steuern und so die Anpassung der Linse in Ferne und Nähe wiederherstellen. Humanoide Assistenzroboter und Exoskelette als anziehbare Robotik sollen am KIT Menschen bei der Alltagsbewältigung unterstützen. Dazu wird unter anderem der Einsatz von ARMAR-Robotern in einer Pflegeeinrichtung getestet.

Das Team der Universität Heidelberg untersucht, wie mit Hilfe von intelligenten Apps und Webplattformen und unter Einbeziehung von Assistenzsystemen wie einem Exosuit die Lebensqualität von Menschen in höherem Lebensalter verbessert werden kann. Ziel des Forschungsvorhabens an der TU Ilmenau ist, Senior*innen mit Hilfe von Avataren und Assistenzrobotern die Kommunikation und Interaktion mit räumlich entfernten Angehörigen oder Freunden so zu ermöglichen, als seien diese vor Ort.

Wie der optimale Wohnstandort für die Generation der Babyboomer aussieht, untersucht ein Forschungsteam der TU Kaiserslautern. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Entscheidungsunterstützungssystems für die öffentliche Verwaltung, um Infrastrukturen und Dienstleistungen zu optimieren.

An der Universität Jena untersucht ein Forschungsteam das biologische Alter der Menschen anhand von Biomarkern. Wie altern wir biologisch? Welche Faktoren begünstigen diesen Prozess? Und wie hängen chronologisches und biologisches Alter zusammen?

Kontakt

Vanessa Marquardt

071116221316

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