Vom Bundeskanzleramt zum Brandenburger Tor

Allianz Umweltstiftung/Marc Darchinger
Hat inzwischen Tradition: Das Gruppenfoto der Siegerteams vor dem Brandenburger Tor.

Ein Besuch im Bundeskanzleramt inklusive Diskussion mit dem Kanzleramtsminister, ein Gruppenfoto vor dem Brandenburger Tor, eine feierliche Preisverleihung mit der Bundesumweltministerin im Allianz Forum am Pariser Platz – für die Gewinnerschulen des Deutschen Klimapreises der Allianz Umweltstiftung reihte sich am 17. Mai Höhepunkt an Höhepunkt.

Friday für Klimaschutz

Klimaschutz steht an deutschen Schulen nach wie vor hoch im Kurs – das zeigen nicht nur die Fridays-for-Future-Demonstrationen, sondern auch der Wettbewerb um den Deutschen Klimapreis der Allianz Umweltstiftung. Am 17. Mai wurde er in Berlin bereits zum 11. Mal verliehen. 100 Schülerteams mit insgesamt über 6.000 aktiven Schülerinnen und Schülern aus ganz Deutschland hatten sich mit unterschiedlichsten Projekten und Aktivitäten um die fünf mit jeweils 10.000 Euro dotierten Haupt- und 15 Anerkennungspreise zu je 1.000 Euro beworben.

"Unsere Schülerinnen und Schüler setzen sich nicht nur auf Freitags-Demos für den Klimaschutz ein, sie werden selbst aktiv," freut sich Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung. "Mit innovativen Ideen, konkreten Aktionen und Projekten, die buchstäblich Schule machen." Auf diese Weise werden weitere Schülergruppen sowie Eltern und Lehrkräfte motiviert, eigene Aktivitäten zu entwickeln.

Aus den vielfältigen Beiträgen, die von Energiesparmaßnahmen an Schulgebäuden über Klimaunterricht von Schülern für Schüler bis hin zu Aktionstagen, Filmprojekten und Informationskampagnen reichten, wählte eine Fachjury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, die besten Beiträge aus.

Preisverleihung im Allianz Forum

Im mit über 300 Gästen gefüllten Allianz Forum am Pariser Platz, direkt neben dem Brandenburger Tor, überreichten Svenja Schulze, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Dr. Klaus Wehmeier, Kuratoriumsvorsitzender der Allianz Umweltstiftung und Stiftungsvorstand Dr. Lutz Spandau den fünf Hauptpreisträgern ihre Auszeichnungen.

Eine hochwertige Trophäe, eine Urkunde und ein Scheck über jeweils 10.000 Euro gingen an das Robert-Havemann-Gymnasium Berlin, die Integrierte Gesamtschule Wörth am Rhein (Rheinland-Pfalz) sowie die Siebengebirgsschule Bonn, die Erich-Fried-Hauptschule Gladbeck und die Bischöfliche Marienschule Mönchengladbach (alle Nordrhein-Westfalen).

Gratulation von der Umweltministerin

"Der Allianz-Klimapreis zeigt einmal mehr: Junge Menschen setzen sich kreativ und engagiert für den Klimaschutz ein – schließlich geht es um ihre Zukunft. Das sieht man derzeit auch auf den Straßen, wo sich die Fridays-for-Future-Bewegung immer mehr Gehör verschafft. Dieses Engagement tut unserer Gesellschaft gut," sagte Ministerin Schulze. "Ich bin beeindruckt von dem, was die Jugendlichen dabei auf die Beine stellen und gratuliere allen Gewinnerinnen und Gewinnern dieses Wettbewerbs."

Dank vom Kanzleramtsminister

Am Vormittag waren die Siegerteams bereits zu Gast im Bundeskanzleramt, wo ihnen Kanzleramtsminister Dr. Helge Braun bei einem Fototermin zunächst persönlich zu ihren Auszeichnungen gratulierte. Danach diskutierte er im Presse- und Informationssaal des Bundeskanzleramtes mit den Schülerinnen und Schülern über Klimaschutz und erneuerbare Energien.

"Die lebensnahen und wirtschaftlich orientierten Projekte der Schüler sind genau der richtige Ansatz: Umwelt- und Klimaschutz brauchen neue Technologien und Organisationsideen und bieten damit große Chancen für Unternehmer," so Helge Braun. "Nur wenn wir solche kreativen Ansätze verfolgen, werden wir den Klimawandel volkswirtschaftlich beherrschbar und gesellschaftlich akzeptiert bewältigen können. Den beteiligten Schülern, Lehrern und der Allianz Umweltstiftung danke ich für ihren Beitrag dazu." Zum Abschluss ihres Besuchs erhielten die Siegerteams noch eine Führung durch das Bundeskanzleramt - inklusive einer Besichtigung des Kabinettsaals.

Kreative Ideen: So funktioniert Klimaschutz

Folgende fünf Projekte, Teams bzw. Schulen werden mit dem Deutschen Klimapreis der Allianz Umweltstiftung 2019 ausgezeichnet und erhalten ein Preisgeld von jeweils 10.000 Euro:

Robert-Havemann-Gymnasium Berlin

Die Berliner Schule wird für ihr langjähriges und umfangreiches Klimaschutz-Engagement ausgezeichnet. Die Bandbreite reicht dabei von Unterrichtsprojekten zu energiesparender Beleuchtung und Heizungssteuerung über IT-Projekte zum Klimaschutz, Solar-, Windkraftanlage und Solartankstelle bis zur Ausbildung von Energiemanagern. In den ehemaligen Werkstätten der Schule wurde zudem ein Energiezentrum eingerichtet, in dem Energieunterricht für andere Schulen sowie Lehrerfortbildungen angeboten werden, an denen auch die Schüler des Gymnasiums beteiligt sind. -> MEHR

Siebengebirgsschule Bonn (Nordrhein-Westfalen)

Die Siebengebirgsschule ist eine Förderschule mit Schwerpunkt "Lernen, emotionale und soziale Entwicklung sowie Sprache." Ausgezeichnet werden die Klimaschutz-Projekte der Schülerfirma 7Werker. Zunächst arbeiteten die Schülerinnen und Schüler an der Optimierung der Heizungssteuerung, aktuell errichten sie mit Hilfe ihrer Lehrer eine Fotovoltaik-Anlage auf dem Schuldach. Das Besondere: Die Finanzierung der Klimaschutz-Aktivitäten erfolgt durch den Verkauf selbst hergestellter Recycling-Produkte, wie zum Beispiel einer Tisch-Bank-Garnitur, die aus alten Terrassendielen gefertigt wird. -> MEHR

Erich-Fried-Hauptschule Gladbeck (Nordrhein-Westfalen)

Die Schule, an der Schülerinnen und Schüler aus 15 Nationen lernen, überzeugte durch ihr Projekt "Mit Spaß und Freude im Übergang Schule zum Beruf." Dabei erdachten und bauten Schüler-AGs mit Unterstützung durch Senior-Experten - ehrenamtlich engagierte ehemalige Bergleute - ein Hybridkraftwerk aus Fotovoltaik-Modulen, eine Windturbine sowie ein Modell-Pumpspeicherkraftwerk. Die Jury freute sich besonders über die erfolgreiche Vermittlung der beteiligten Schüler in Lehrstellen oder an weiterführende Schulen. -> MEHR

Bischöfliche Marienschule Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen)

Das katholische Gymnasium in Trägerschaft des Bistums Aachen wird für ihr Klimaschutz-Projekt "Cool down and survive" ausgezeichnet. Die Entwicklung einer Fahrrad-App zur schnellen und sicheren Fahrt in die Schule zählt ebenso zu den ersten umgesetzten Klimaschutz-Maßnahmen, wie die Einführung eines Schulpfandbechers oder die Gründung von Klassen-Klimateams, die sich um Müllvermeidung und energiesparendes Lüften kümmern. -> MEHR

Integrierte Gesamtschule Wörth am Rhein (Rheinland-Pfalz)

Die Gesamtschule ist seit mehr als 15 Jahren im Klimaschutz aktiv und hat seitdem zahlreiche Klimaschutz- und Energiesparmaßnahmen umgesetzt. Besonders lobte die Jury die 2018 durchgeführten Projekttage zur Nachhaltigkeit, bei denen die verschiedenen Klassenstufen zunächst unterschiedliche Umwelt-und Klimaschutzthemen aufbereiteten und diese dann mit Infoständen und Mitmachaktionen auf einem "Marktplatz der nachhaltigen Möglichkeiten" der Öffentlichkeit präsentierten. -> MEHR

Keine leichte Aufgabe für die Jury bei 100 Bewerbungen

"Für die Jury war es keine leichte Aufgabe, unter so vielen qualifizierten Einsendungen die fünf Siegerschulen zu ermitteln", verriet Projektmanager Peter Wilde von der Allianz Umweltstiftung. Und damit es unter den über 100 Bewerbern aus dem ganzen Bundesgebiet möglichst viele Gewinner gibt, wurden zusätzlich 15 Anerkennungspreise von jeweils 1000 Euro vergeben.