Villa Romana-Preisträgerinnen 2020 nominiert

Deutsche Bank Stiftung

Die Künstlerinnen Özlem Altin, Lydia Hamann & Kaj Osteroth, Alice Peragine und Amelia Umuhire sind die Villa Romana-Preisträgerinnen 2020. Von Februar bis November 2020 werden die Stipendiatinnen in der Villa Romana in Florenz leben und arbeiten. Die diesjährigen Jurorinnen, die Künstlerin Michaela Melián und Yvette Mutumba, Kuratorin und eine der beiden Chefredakteurinnen des Magazins Contemporary And, wählten sie unter zwölf vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten aus.

Der Villa Romana-Preis wird jedes Jahr an vier Künstlerinnen und Künstler mit herausragender künstlerischer Qualität verliehen, die in Deutschland leben. Der Villa Romana-Preis ist der älteste Kunstpreis in Deutschland und wird seit 1905 verliehen. Seit den 1920er Jahren unterstützen die Deutsche Bank und ihre Stiftungen als Hauptförderer die Villa Romana in Florenz. Zu den Preisträgerinnen und Preisträgern gehören unter anderem Max Beckmann, Käthe Kollwitz oder Georg Baselitz.

Preisträgerinnen 2020

Özlem Altin studierte 2000 bis 2003 an der ArtEZ Hogeschool voor de Kunsten, Arnheim und 2004 bis 2006 am Piet Zwart Institute, Rotterdam. 2007 gründete sie den Verlag für Künstlerbücher Orient Press, Berlin. Özlem Altin nahm an der letzten Berlin Biennale 2018 teil und wird 2019 auf der Istanbul Biennale vertreten sein. Seit mehr als zehn Jahren stellt sie international aus. 2019 widmet ihr Kunst Meran eine Einzelausstellung, 2015 zeigte u. a. das Witte de With in Rotterdam eine monografische Ausstellung, 2010 die Fondazione Morra Greco in Neapel. Zudem war sie in sehr vielen Gruppenausstellungen vertreten, z. B. 2013 in "Das Ende des 20. Jahrhunderts", Hamburger Bahnhof, Berlin und in Salon der Angst, Kunsthalle Wien. In Italien stellte sie u. a. 2010 in der NOMAS Foundation in Rom und 2016 in der Galerie SpazioA in Pistoia aus.

Seit 2007 arbeiten Lydia Hamann & Kaj Osteroth als Malerinnen-Duo und befragen stereotypisierende Zuschreibungen, dominante eurozentristische Fiktionen, eigene Erfahrungen und Spielräume kollektiver Praxis. Kaj Osteroth studierte bei Stan Douglas an der Universität der Künste, Berlin. 2008 beendete sie ihr Kunstgeschichts- und Ethnologiestudium an der Freien Universität Berlin. Lydia Hamann studierte Kunstgeschichte und Kulturwissenschaften, bevor sie an der Weißensee Kunsthochschule in Berlin bei Katharina Grosse, Antje Majewski und Judith Hopf studierte. 2019 nehmen die beiden u. a. an der Ausstellung "Histórias Feministas / Feminist Histories" im MASP, São Paulo, teil. 2018 waren sie auf der Berlin Biennale vertreten, 2017 mit "Feministischer Kunstunterricht" bei dem Festival "The Future is Female" in den Sophiensälen Berlin.

Alice Peragine studierte bis 2016 bei Michaela Melián an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. 2010 schloss sie mit einem Bachelor of Arts in Kunstgeschichte/Bildende Kunst an der Universität Greifswald ab. 2019 beschäftigt sie sich in einer Ausstellung im Kunstverein Dresden mit Mobilitäts- und Sicherheitstechnologien, im vergangenen Jahr war sie an dem Forschungsprojekt "Dear Humans" (TU Dresden mit Altana Galerie, Dresden) beteiligt wie auch an der Bangkok Biennale. 2016 nahm sie am Hamburger Performance-Festival "What Time Is It on the Clock of the World?" teil, 2015 an der Ausstellung mit Symposium "Don‘t touch, touch screen" in den Kunst-Werke Berlin. Seit 2016 arbeitet Alice Peragine in verschiedenen Kontexten mit der Corporation of People‘s Situations (COPS), so 2019 bei der Transmediale, Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 2018 im Künstlerhaus Dortmund, 2017 im Kunstverein Harburger Bahnhof, Hamburg.

Amelia Umuhire lebt als Künstlerin und Filmemacherin in Berlin. 2015 schrieb und verfilmte sie ihre erste Webserie "Polyglot", bei der sie in Berlin und London entwurzelte junge Künstler aus Ruanda mit der Kamera begleitete. Die Serie wurde auf zahlreichen Festivals gezeigt, so z. B. beim Tribeca Film Festival und Geneva International Film Festival. Ihr experimenteller Kurzfilm "Mugabo" (2016) geht in Kigali der Frage nach, wie man in seine Heimat zurückkehren und mit der Vergangenheit umgehen kann. Er wurde u. a. beim Blackstar Film Festival ausgezeichnet und wird derzeit in Nordamerika u. a. am MOCA Los Angeles und dem Smithsonian African American Film Fest gezeigt. 2018 produzierte Amelia Umuhire das Radio-Feature "Vaterland" für den Deutschlandfunk, das die Geschichte ihres Vaters Innocent Seminega erzählt, der von Hutu-Extremisten umgebracht wurde. Anfang 2019 hatte sie ihre erste Einzelausstellung bei Decad Berlin.