„Viele sprechen von Kooperation – aber wissen sie auch, wovon sie reden?“

Das war die zentrale Frage des Fachthemas beim Stiftungsnetzwerk Bildung in Bayern des Netzwerkes Stiftungen und Bildung am 12. November 2019 in München. Wilfried Lohre, Partner im Netzwerk Kommunale Bildung und langjähriger Begleiter des Netzwerkes Stiftungen und Bildung, sprach vor rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern über „Gelingensbedingungen für Kooperationen von Stiftungen mit anderen Akteuren im Bildungsbereich“. Er umriss die Debatte und die Entwicklungen von Kooperationsansätzen im Bildungsbereich in den letzten 20 Jahre aus seiner Sicht und konstatierte: „Viele sprechen von Kooperation – aber wissen sie auch, wovon sie reden?“

Kooperation ist ein langwieriges und mühsames Geschäft, es gibt keine kurzzeitigen Erfolge, aber sie ist alternativlos, so lautete sein Fazit. Kooperation ist der Schlüssel zu Wirkung und Nachhaltigkeit von Projekten, Vorhaben und Prozessen im Bildungsbereich, in dem die verschiedenen politischen Ebenen (Bund, Land, Kommune) und sehr diverse Akteure (zuständige Verwaltungen, zivilgesellschaftliche Akteure, Stiftungen) sich miteinander abstimmen und ihre Aktivitäten aufeinander beziehen sollten.

In den letzten 10 Jahren sieht er deutliche Fortschritte. Immer mehr Akteuren wird deutlich, dass Kooperation organisiert werden muss  und Geld und Ressourcen kostet. Um Kommunen unter anderem bei der Entwicklung von nachhaltigen Kooperationsstrukturen (intern wie extern) zu beraten und zu begleiten, wurden aufbauend auf dem Bundesprogramm Lernen vor Ort, das gemeinsam mit Stiftungen durchgeführt worden ist, die Transferagenturen für Kommunales Bildungsmanagement vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eingerichtet. Positive Effekte auf der kommunalen Ebene lassen hoffen, dass systematische Kooperations- und Kommunikationsstrukturen für die lokale Bildungsentwicklung unter Beteiligung der Zivilgesellschaft wachsen. Auch Stiftungen und andere zivilgesellschaftlich Aktive – wie die inzwischen rund 580 Teilhaberinnen und Teilhaber des Netzwerkes Stiftungen und Bildung  –  widmen sich immer häufiger dem Aufbau und der Etablierung belastbarer Kooperationsbeziehungen.

In der Diskussion wurde deutlich, dass Erkenntnis und Handeln jedoch noch nicht immer bei allen Akteuren Hand in Hand gehen. Wilfried Lohre ermutigte die Teilnehmenden, Kooperation zu wagen und die politisch Zuständigen und Verantwortlichen immer wieder in die Pflicht zu nehmen, echte Kooperationen einzugehen und umzusetzen, um gemeinsam für nachhaltige Bildungsaktivitäten zu sorgen.

Das Netzwerk war zu Gast bei Chancenwerk e.V., Schoewel Stiftung Fairchance, JOBLINGE-Stiftung und Eleven gGmbH auf der Praterinsel in München. Nähere Informationen zum Stiftungsnetzwerk Bildung in Bayern finden Sie hier.

Kontakt

Martina Battistini

030 - 897947-85

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