Stiftungsprofessuren für mehr Informatikkompetenz

Stuttgart, 07. November 2019. Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert die Einrichtung von fünf Professuren für Informatik und ihre Didaktik in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. In den kommenden zehn Jahren sollen die Stiftungsprofessuren die Hochschulen darin unterstützen, zeitnah Lehrerinnen und Lehrer für das Fach Informatik auszubilden. Pro Stiftungsprofessur werden bis zu drei Millionen Euro bereitgestellt.

Im 21. Jahrhundert gehört Informatik - wie Mathematik und Deutsch - zu den Grundbausteinen schulischer Bildung. Denn die Beherrschung und Anwendung von Informatikmethoden und -werkzeugen wird zu einer entscheidenden Schlüsselkompetenz in einer sich verändernden Gesellschaft. „Informatische Bildung muss in allen Schulformen, beginnend in der Grundschule, fest im Unterricht verankert werden“, ist Ministerin Theresia Bauer, Vorsitzende der Stiftungsverwaltung, überzeugt. Dabei reicht es nicht, den Schulen WLAN, Beamer oder Tablets zu versprechen, denn die Geräte allein garantieren kein Verständnis oder Wissen. Lehrer müssen bei der Vermittlung dieser Kompetenzen eine Schlüsselrolle einnehmen. Allerdings fehlen gerade in der Informatik ausreichend qualifizierte Lehrkräfte. Der Hochschulbildungsreport 2020 sieht entgegen eines wachsenden Bedarfs sogar einen leichten Rückgang bei den Lehramtsstudienanfängern im Bereich Informatik (-0,2 % gegenüber 2010). „In Zeiten des Fachkräftemangels fällt es den Hochschulen teilweise schwer, attraktive Bedingungen für die besten Köpfe zu bieten. Mit drei Millionen Euro pro Kopf haben wir das Programm daher sehr großzügig ausgestattetet“, so die Vorsitzende der Carl-Zeiss-Stiftung. Mit einer Laufzeit von zehn Jahren wurde das Programm zudem langfristig angelegt. „Damit wollen wir den Hochschulen helfen, diese attraktiven Bedingungen dauerhaft zu schaffen", erklärt Bauer.

Stiftungsprofessuren in Karlsruhe, Tübingen, Heidelberg, Koblenz und Trier
Universitäten und Hochschulverbünde, bestehend aus Universität und pädagogischer Hochschule, wurden im Juni aufgefordert, Konzepte zur Einrichtung einer Stiftungsprofessur für Informatik und ihre Didaktik einzureichen. In einem wettbewerblichen Verfahren überzeugten fünf Konzepte der Universitäten und eines Hochschulverbunds die Gutachter. In Baden-Württemberg profitieren das Karlsruher Institut für Technologie, die Tübinger School of Education der Universität Tübingen sowie die Heidelberger School of Education (HSE), ein Verbund bestehend aus Universität und Pädagogischer Hochschule. In Rheinland-Pfalz überzeugten die Konzepte der Universität Koblenz-Landau und der Universität Trier. Die Förderung umfasst die Finanzierung der Professur selbst sowie eine attraktive Ausstattung mit weiteren Mitarbeiterstellen, Sach- und Investitionsmitteln. Voraussetzung für die Förderung war, dass die Professur auf die Vermittlung von zentralen Inhalten und Prozessen der Informatik abstellt und auf Dauer eingerichtet wird.