Music In Africa: Finanzielle Auswirkungen von Covid-19 auf den afrikanischen Musiksektor – ein Report

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Die Music In Africa Foundation veröffentlichte Ende Mai den Bericht "The Financial Impact Of Covid-19 On The African Music Sector – A Look At The First Two Months" und erfasst darin vorrangig die finanziellen Auswirkungen der Pandemie auf afrikanische Musikschaffende im März und April 2020. Seit der Einführung der Beschränkungen des öffentlichen Lebens auf dem afrikanischen Kontinent Anfang März kam es auch dort zum fast völligen Stillstand im Musiksektor. Der Bericht gibt einen ersten Einblick in die unmittelbaren Bedürfnisse der betroffenen Berufsgruppen, skizziert weitere Auswirkungen und bietet konkrete Hilfestellungen sowie Empfehlungen von afrikanischen Branchenvertretern.

Eine aktuelle Momentaufnahme des afrikanischen Musiksektors in den ersten beiden Monaten der Corona-Pandemie

Zwischen dem 1. und 30. April 2020 rief die Music In Africa Foundation Musikschaffende über ihre Online-Plattform auf, an einer Umfrage über die eigene finanzielle Situation nach dem Ausbruch der Pandemie teilzunehmen. Insgesamt 503 Teilnehmende aus 47 Ländern des Kontinents gaben Auskunft zu ihrer Lage – darunter 347 selbstständige Musikerinnen und Musiker wie auch 156 Musikorganisationen und -unternehmen: 64 Prozent der Selbstständigen und 70 Prozent der Organisationen und Unternehmen gaben an, keine weitere alternative Einnahmequelle als die Musik zu haben. Die Mehrheit aller Befragten hat zudem bereits existentielle Summen an Einnahmen verloren.

Die Umfrageergebnisse wurden durch Fachinterviews, Fallbeispiele und Empfehlungen für die Zukunft der afrikanischen Musik ergänzt. Der Report erhebt keinen Anspruch auf eine repräsentative und umfassende Datenerhebung, er macht vielmehr auf die sich abzeichnenden, schwerwiegenden Folgen für den Musiksektor Afrikas aufmerksam.

„Musikschaffende in Afrika haben in dieser so außergewöhnlichen Krisenzeit noch größere Herausforderungen als ohnehin schon zu bewältigen. Festivals, Konzerte und Live-Auftritte in TV-Shows; all das, was ihre Musik und ihre Botschaften verbreitet und ihr Einkommen und Überleben sichert, fällt weg. Die Umfrage hat uns ein unverfälschtes und unmittelbares Stimmungsbild ermöglicht. Zugleich ist sie Grundlage für eine gezielt nachhaltige Strategie zur Unterstützung der Betroffenen, damit die musikalische Vielfalt und auch das musikalische Erbe des Kontinents nicht verloren gehen. Wir stehen weiterhin unseren Partnerinnen und Partnern sowie den Musikerinnen und Musikern verlässlich zur Seite und unterstützen die Music In Africa Foundation“, erklärt Dr. Nina Smidt, operative Vorständin und Sprecherin des Vorstands der Siemens Stiftung.

Den vollständigen Report finden Sie hier: Report


Über die Music In Africa Foundation

Music In Africa ist das führende Informations- und Austauschportal für den afrikanischen Musiksektor mit über 27.000 Online-Profilen von Kulturschaffenden, aktuellen Kulturmeldungen und umfangreichen, von afrikanischen Autorinnen und Autoren verfassten Artikeln zum Musikleben auf dem Kontinent. Die Förderung des Wissensaustauschs und die Schaffung von Kapazitäten für diejenigen, die im Musiksektor tätig sind, stehen im Fokus. Dies geschieht neben dem Online-Bereich auch mit Trainings, Workshops, Konferenzen und Konzerten.

Die Siemens Stiftung hat gemeinsam mit dem Goethe-Institut den Gründungsimpuls für das Projekt gegeben, die Music In Africa Foundation als Trägerorganisation mit ins Leben gerufen und begleitet das Projekt seit 2011 finanziell, strategisch und organisatorisch.

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Kontakt

Dr. Alexandra Kovanetz

+4989540487117

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