Lehrerpreis der Stiftung Kinderland erstmals verliehen / 75.000 Euro für mehr Nachhaltigkeit an Schulen

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Lehrerpreises der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg 2019.

Berlin, 4. Mai 2019 – Denken und Handeln mit Blick auf die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Zukunft sind wichtiger denn je – und sollten schon früh in der Schule ausgebildet werden. Deshalb würdigte der Lehrerpreis der Stiftung Kinderland am Freitag herausragende Leistungen und besonderes Engagement im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Sechs Lehrerinnen und Lehrer aus Baden-Württemberg wurden aus rund 70 Nominierten ausgewählt und in der Landesvertretung in Berlin für ihr vorbildliches Engagement ausgezeichnet. Die Preisträgerinnen und Preisträger sind Uta Gade und Dr. Jakob von Au vom Gymnasium des Englischen Instituts Heidelberg, Rebecca Immel von der Elly-Heuss-Knapp-Gemeinschaftsschule Heilbronn sowie Christian Hendriok, Johanna Rosner und Sarah Wenhardt stellvertretend für das Kollegium der Hermann-Brommer-Schule Merdingen.

Bildungserlebnisse ermöglichen 
Die Projekte der Preisträger vermitteln mit Hilfe verschiedener Lehr- und Lernmethoden sowie außerschulischer Aktivitäten den Stellenwert sozialer, ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit. „Die Gestaltung einer verantwortungsvollen Zukunft ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und wir müssen schon bei den Kleinsten beginnen, sie für nachhaltiges Denken und Handeln zu begeistern“, erklärt Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung. „Die Lehrerinnen und Lehrer haben eindrücklich gezeigt, mit wie viel Engagement und Kreativität nachhaltige Bildungserlebnisse geschaffen werden können. Diesen Einsatz würdigen wir mit dem Lehrerpreis.“

Outdoor-Education in Heidelberg
Uta Gade und Dr. Jakob von Au haben am Gymnasium des Englischen Instituts in Heidelberg ein Konzept etabliert, das Fünftklässlern ermöglicht, Zusammenhänge in Biologie und Geografie dort kennenzulernen, wo sie erlebbar sind – draußen in der freien Natur. Getreu dem Motto „Wir lernen in der Natur, von der Natur und mit der Natur“ verbringen sie ganzjährig einen Tag in der Woche außerhalb des Klassenzimmers. „Wir versuchen, den Kindern Wissen über Zusammenhänge in der Natur zu vermitteln und dies mit Erlebnissen und konkreten Erfahrungen zu verknüpfen. Kognition mit Emotion zu verbinden, ist mir wichtig“, erklärt Gade.

Inklusiver Schulgarten in Merdingen      
Christian Hendriok, Johanna Rosner und Sarah Wenhardt wurden stellvertretend für das gesamte Kollegium der Hermann-Brommer-Schule Merdingen mit dem Lehrerpreis ausgezeichnet. An der Schule gibt es eine Vielzahl von Projekten, die Mitbestimmung, Selbstwirksamkeit und den achtsamen Umgang mit Ressourcen zum Ziel haben. Ein Beispiel ist der Schulgarten, in dem viele spannende Projekte für inklusive Unterrichtsgruppen entstehen; oder das Projekt „Rettet die Bienen – ohne sie geht es nicht!“. Hier hat die Schule erlebnisreiche Einblicke in die faszinierende Welt der bedrohten heimischen Wildbienen geschaffen. „Die Kinder sollten einen Blick entwickeln können für die Aufgaben der Bienen im Ökosystem und die Bedeutung für uns Menschen und dadurch ihre Schutzbedürftigkeit erkennen“, erklärt Sarah Wenhardt. Ein weiteres Bildungserlebnis schafft die Schule mit dem Schülerrat. Die Kinder gestalten ihren Alltag und ihre Umgebung aktiv mit und lernen, für sich und ihre Mitschüler Verantwortung zu übernehmen. Ganz nebenbei setzen sie sich mit demokratischen Strukturen auseinander.

Grüne Projekte in Heilbronn         
An der Elly-Heuss-Knapp-Gemeinschaftsschule Heilbronn hat die Lehrerin Rebecca Immel nachhaltige Projekte initiiert, die den Unterricht bereichern und das Interesse der Schülerinnen und Schüler auch im Ganztagesbetrieb dauerhaft wecken. Von einem Schulgarten, in dem die Kinder verschiedene Gemüsearten, Pflanzen und Insekten kennenlernen bis zu einer Pfandflaschensammelaktion für einen guten Zweck – Rebecca Immel engagiert sich vielseitig. Auch das nächste Projekt steht schon an: Der Schulwald wird zu einem neuen Naherholungsgebiet für die Kinder gestaltet und mit insektenfreundlichen Hochbeeten und Sitzmöglichkeiten ausgestattet. Auf die Frage, welche Eigenschaft eine gute Lehrerin auszeichnet, antwortet die Preisträgerin: „Begeisterungsfähigkeit!“

Der Lehrerpreis der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg           
Die Auszeichnung richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer der Klassenstufen 3 bis 6 in Baden-Württemberg, die sich in besonderem Maße im Bereich BNE engagieren, also ihren Schülerinnen und Schülern durch aktivierende Bildungsangebote den Stellenwert von sozialer, ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit vermitteln. Dies kann beispielsweise durch die inhaltliche und didaktische Gestaltung des Unterrichts geschehen, aber auch durch die Gestaltung der Lernumgebung oder durch außerschulische Aktivitäten in Projekten. Die Lehrkräfte können ab Herbst 2019 von den Schulleiterinnen und Schulleitern sowie vom Kollegium für den Lehrerpreis vorgeschlagen werden. Über die Vergabe entscheidet ein fachlich besetztes Expertengremium. www.lehrerpreis-bw.de.

Stiftungsprofile:

Die Baden-Württemberg Stiftung setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Württemberg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Baden-Württemberg Stiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger. www.bwstiftung.de

Die Stiftung Kinderland, eine Unterstiftung der Baden-Württemberg Stiftung, ist dort aktiv, wo Kinder und Familien Hilfe und Unterstützung benötigen. Sie setzt sich für die Stärkung von Familien und die Schaffung familienfreundlicher Strukturen ein. Kinder sollen optimale Entwicklungschancen erhalten. Denn wer in Kinder investiert, investiert in die Zukunft unseres Landes. www.stiftung-kinderland.de

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Nadia Heide

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