Knappheit und Moral: Über Märkte und ihre Grenzen

Foto: Christoph Rau
Die Preisträgerin Prof. Dr. Dorothea Kübler mit dem Stifter Alois M. Schader

Dorothea Kübler ist Direktorin der Abteilung Verhalten auf Märkten am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Technischen Universität Berlin. In ihrem Vortrag zur Preisverleihung mit dem Thema „Knappheit und Moral: Über Märkte und ihre Grenzen“ setzte sich Dorothea Kübler mit Verteilungsgerechtigkeit auseinander. „Manche Güter beeinflussen, wer wir sind und wie unsere Gesellschaft aussieht. Es kommt darauf an, wie wir die Verteilung dieser Güter organisieren, welche Märkte wir verbieten und welche wir so gestalten können, dass sie nicht moralisch abstoßend sind“, so Kübler.

Die Laudatio auf die Preisträgerin hielt Verena Lueken, Autorin und Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Mit dem Schader-Preis zeichnet die Schader-Stiftung Gesellschaftswissenschaftlerinnen und Gesellschaftswissenschaftler aus, die aufgrund ihrer wegweisenden wissenschaftlichen Arbeit und durch ihr vorbildliches Engagement im Dialog mit der Praxis einen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Probleme geleistet haben. „Dorothea Kübler gelingt es, mit ihren wissenschaftlich begründeten Problemlösungen praktische gesellschaftliche Verbesserungen zu erzielen. Sie hat sich mit ihren anspruchsvollen experimentellen Arbeiten stets an Alltagsfragen orientiert. Daher erreichte sie eine hohe Aufmerksamkeit in den Medien und konnte den gesellschaftswissenschaftlichen Wert ökonomischer und experimenteller Forschung in der Öffentlichkeit deutlich machen“, begründete Angelika Nußberger, Verfassungsrechtlerin an der Universität zu Köln und Mitglied des Senats der Schader-Stiftung die Entscheidung für die diesjährige Preisträgerin. „Dorothea Kübler verwirklicht dabei auf vorbildliche und kreative Weise den Dialog zwischen Spitzenforschung und Praxisorientierung“, betonte Nußberger.

„‘Die Märkte‘ sind für viele etwas sehr Abstraktes. Mit ihrer Forschung und in ihren Vorträgen macht Prof. Dorothea Kübler sie aber zum konkreten Teil unseres Alltags, der sich etwa auf die Schulwahl oder die Vergabe von Studienplätzen auswirkt. Diese Arbeit zu lebensnahen Fragen ist ein wichtiger Brückenschlag zwischen Forschung und Praxis und ein exzellentes Beispiel für gelungene Wissenschaftskommunikation. Sie ist in dieser schweren Pandemie-Zeit wichtiger denn je: Wir sehen Menschen, für die das Glauben gleichwertig neben das Wissen getreten ist, die Verschwörungsmythen anhängen und empirisch Belegtes bezweifeln“, sagte die Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Ayse Asar, in ihrem Grußwort. „Das zeigt uns einmal mehr: Wissenschaft ist - wie Politik auch - immer erklärungsbedürftig. Sie darf sich nicht nur mit Gesellschaft beschäftigen, sondern muss ihre Erkenntnisse auch in die Gesellschaft tragen. Genau das schafft Prof. Kübler mit ihrer Arbeit“, so Ayse Asar weiter.

Über den Schader-Preis

Der Schader-Preis wird jährlich vom Senat der Schader-Stiftung verliehen und ist mit 15.000 Euro dotiert. Dem Senat der Schader-Stiftung gehören die Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen Jahre an: Prof. Dr. Christoph Möllers (2019), Prof. Dr. Otfried Jarren (2018), Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (2017), Prof. Dr. Christine Landfried (2016), Prof. Dr. Dres. h.c. Angelika Nußberger (2015), Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger Ph.D. (2013) und Prof. Dr. Dres. h.c. Paul Kirchhof (2012).

Mit der Annahme des Schader-Preises gehört Frau Kübler nun sieben Jahre dem Senat der Schader-Stiftung an.

Die Schader-Stiftung fördert die Gesellschaftswissenschaften und deren Dialog mit der Praxis. Die gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Darmstadt finanziert seit ihrer Gründung im Jahre 1988 ihre Fördertätigkeit aus den Erträgen des von Alois M. Schader gestifteten Privatvermögens.