Klimaschutz und Biomasseerzeugung durch Agroforstsysteme

Simulation einer Agroforstpflanzung / VRD Stiftung für erneuerbare Energien

Das dreijährige Kooperationsprojekt „Klimaschutz und Biomasseerzeugung durch Agroforstsysteme“ der Veolia Stiftung und der VRD Stiftung für Erneuerbare Energien blickt auf das erste Projektjahr zurück. Ziel der Kooperation ist es, mit Agroforstsystemen eine alternative Anbaumethode in der landwirtschaftlichen Produktion zu etablieren, welche die Risiken für Umwelt- und Klimaschutz verringert. Die Partner ziehen eine positive Zwischenbilanz: Über Öffentlichkeitsarbeit und politische Gespräche wurde für das Thema sensibilisiert und erste Beratungen durchgeführt. Nach den trockenen Sommern ist das Interesse der Landwirte an angepassten Anbaumethoden zusätzlich gestiegen.

Der Hintergrund: Die industrielle Landwirtschaft verzeichnet derzeit kaum noch Ertragszuwächse, bringt aber eine monotone und ausgeräumte Agrarlandschaft sowie negative Auswirkungen für Biodiversität, Wasser- und Bodenqualität hervor. Zusätzlich leidet sie unter durch den Klimawandel verursachten Dürresommern sowie an Umweltschäden wie etwa dem Verlust an Bodenfruchtbarkeit. Auch im Hinblick auf gesellschaftliche Anerkennung sind - ähnlich wie im Bereich der Energieerzeugung und -nutzung, - Alternativen dringend erforderlich.

Agroforstwirtschaft kann Lösungen für die genannten Probleme bieten: Die bewusste Integration von Gehölzen, meist Bäumen, in Acker- und Weideflächen verbindet zahlreiche ökologische mit ökonomischen Vorteilen, die in vielen Studien national wie international belegt sind. Daher versuchen Veolia Stiftung und VRD Stiftung mit drei Maßnahmen gemeinsam auf den Rückstand in Deutschland hinsichtlich Agroforstwirtschaft aufmerksam zu machen und positive Beispiele zu etablieren.

  1. Beratung von Landwirten: Insgesamt erfolgten 25 kostenfreie Beratungen zu einem konkreten Agroforst-Vorhaben. 16 Betriebe wurden schließlich vor Ort beraten und die Flächen geplant. Bislang wurden davon drei Agroforst-Flächen bepflanzt.
  2. Öffentlichkeitsarbeit: In Vorträgen, Workshops und per Webinar wurde über Agroforstwirtschaft informiert und rund 400 Menschen erreicht. Darüber hinaus wurde die Gründung des Deutschen Fachverbands für Agroforstwirtschaft e. V. (DeFAF) mit unterstützt.
  3. Agrarpolitik: Auf politischer Ebene wurden Gespräche auf Landesebene und mit dem Bundesministerium für Umwelt geführt, um diese für die Vorteile von Agroforstsystemen zu sensibilisieren und dabei für die Anpassung von Agrarfördermaßnahmen zu werben.

„Agroforstwirtschaft ist ein innovatives Zukunftsthema, denn es kann langfristig einen wichtigen Beitrag zum Ressourcenschutz in der Landwirtschaft leisten. Insbesondere die nachhaltige Biomasse-Erzeugung, der Schutz der Gewässer vor Schadstoffeinträgen und die Bewahrung der Biodiversität haben für Veolia als Umweltdienstleister einen herausragenden Stellenwert“, erläutert Sylke Freudenthal, Vorstand, das Engagement der Veolia Stiftung.

„Als die VRD Stiftung Ende 2018 entschied, sich neben Bildung zu Energie und Nachhaltigkeit an Schulen auch dem in Deutschland noch weithin unbekannten Thema Agroforstwirtschaft zu widmen, passte es wunderbar, dass die Veolia Stiftung in eine ähnliche Richtung dachte. Dies zeigt wieder einmal: Kooperationen bringen Stiftungen, aber auch die Gesellschaft durch das gemeinsame Vorantreiben innovativer Themen weiter. Bioenergie aus Biomasse und Klimaschutz ergänzen sich dabei in Abhängigkeit vom jeweiligen Agroforst-Design sehr gut mit der Förderung biologischer Vielfalt“, unterstreicht Dr. Georg Eysel-Zahl, Geschäftsführer VRD Stiftung.

Weiterführende Informationen zum Thema und zum Projekt finden Sie in unserem Hintergrundpapier (als Download auf dieser Seite verfügbar).