Junge Solisten mit Potenzial

Markus Kaesler
Saskia Egger (Programmleitung Deutsche Stiftung Musikleben) mit den Hauptpreisträgern Moë Dierstein und Aaron Schröer.

Die Stimmung ist wie jedes Jahr ausgelassen: Rund 2.900 Nachwuchsmusiker, die zu den jungen Besten aus ganz Deutschland zählen, kamen vom 6. bis 13. Juni zum 56. Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ zusammen, in diesem Jahr im sachsen-anhaltischen Halle an der Saale. Die Deutsche Stiftung Musikleben ist seit Gründung dieses bedeutendsten nationalen Jugend-Musikwettbewerbs preisstiftende Partnerin und vergibt an die erfolgreichsten jungen Musiker Sonderpreise sowie hochdotierte Hauptpreise. In diesem Jahr standen bei „Jugend musiziert“ junge Solisten im Fokus.

Für die herausragende Leistung im Fach Streicher zeichnet die Stiftung die 14-jährige Geigerin Moë Dierstein aus Freiburg mit dem Eduard Söring-Preis in Höhe von 6.000 Euro aus. Der Preis wird jedes Jahr gestiftet von Dr. Detlef Kohlhase in Gedenken an den langjährigen Vorsitzenden der Deutschen Stiftung Musikleben und engagierten Förderer des Projekts „Jugend musiziert“. Moe Bierstein begeisterte die Jury vor allem mit der für ihr junges Alter beachtlichen musikalischen Reife.

Mit dem Hans-Sikorski-Gedächtnispreis, gestiftet von den Sikorski-Musikverlagen in Erinnerung an einen der Gründerväter der Stiftung, wird die beispielhafte Interpretation des Werkes eines noch lebenden Komponisten ausgezeichnet. Der mit 1.500 Euro dotierte Preis ging an den 17-jährigen Cellisten Aaron Schröer aus Münster, der mit dem anspruchsvollen Werk des lettischen Komponisten Pēteris Vasks (*1946), Grāmata čellam, überzeugte und die besondere Herausforderung des Werks, bei dem neben Cello-Klang noch Gesang hinzukommt, eindrücklich meisterte.

Für einen herausragenden Wettbewerbsbeitrag aus den Deutschen Schulen im Ausland zeichnete die Stiftung den mit Höchstpunktzahl bewerteten 16-jährigen Cellisten Ettore Pagano aus Montopoli di Sabina / Italien mit dem Europa-Preis in Höhe von 1.000 Euro aus.

Die Preise wurden im Rahmen des Abschlusskonzerts am Mittwoch, dem 12.Juni 2019, in der Händel-Halle in Halle (Saale) von Saskia Egger, Programmleiterin der Deutschen Stiftung Musikleben, an die beiden Hauptpreisträger überreicht. Nur Ettore Pagano befand sich zu dem Zeitpunkt bereits wieder in Italien.

Für Irene Schulte-Hillen, Präsidentin der Deutschen Stiftung Musikleben, bietet „Jugend musiziert“ Anlass, auf junge Begabungen früh aufmerksam zu werden und ihnen in Folge die bestmögliche Förderung zukommen zu lassen. „Mit wieviel Freude und auf welchem Niveau hier schon die Jüngsten musizieren, ist bemerkenswert. Mit unserem Engagement wollen wir hochbegabte Musiker motivieren und mit Instrumentenleihgaben aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds, Auftrittsmöglichkeiten und finanzieller Unterstützung auf ihrem weiteren Weg begleiten. Allein in diesem Jahr sind 40 aus dem Fonds der Stiftung verliehene Instrumente beim Bundeswettbewerb erklungen. Dass unsere Stipendiaten damit so erfolgreich sind, freut mich sehr. “

Weitere 59 Solisten, 4 Instrumentalbegleiter und 42 Ensembles aus allen Teilen Deutschlands wurden von der Stiftung mit Sonderpreisenfür ihre herausragende musikalische Leistung ausgezeichnet.

Die jungen Preisträger qualifizieren sich damit für das Förderprogramm der Stiftung, das Gerd Bucerius-Stipendien für Studienaufenthalte im Ausland, Carl-Heinz Illies-Förderstipendien für junge Pianisten, Konzertauftritte oder die Leihgabe herausragender Streichinstrumente aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds beinhaltet. Die nächste Instrumentenvergabe findet am 17. September 2019 im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg statt. Bundespreisträger von „Jugend musiziert“ können sich ab sofort um ein Instrument bewerben.

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Seit 1962 Jahren widmet sich die Deutsche Stiftung Musikleben der bundesweiten Förderung des musikalischen Spitzennachwuchses. Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten betreut die Stiftung derzeit rund 300 Stipendiaten zwischen 12 und 30 Jahren individuell und langfristig. Sie ist preisstiftende Partnerin des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ seit dessen Gründung im Jahr 1963 und nimmt auf diese Weise schon die jüngsten Preisträger als Stipendiaten in ihr Förderprogramm auf. Der 1993 in gemeinsamer Initiative mit der Bundesregierung ins Leben gerufene DeutscheMusikinstrumentenfonds stattet aufstrebende Solisten mit hervorragenden Streichinstrumenten aus, die jährlich im Rahmen eines anspruchsvollen Wettbewerbs und in einem zweiten Vergabeverfahren an Bundespreisträger von „Jugend musiziert“ vergeben werden. In der Konzertreihe „Foyer Junger Künstler“ bietet die Stiftung ihren „Rising Stars“ vielfältige Auftrittsmöglichkeiten. Abgerundet wird das Förderkonzept durch Sonderpreise und Stipendien, von der Auszeichnung bei Wettbewerben über das Carl-Heinz Illies-Stipendium für junge Pianisten bis zum Gerd Bucerius-Stipendium für Meisterkurse im Ausland oder ein Musikstudium an einer der großen Musikhochschulen der Welt. Mit Patenschaften geben besonders engagierte Förderer ausgewählten Stipendiaten finanzielle Unterstützung für deren musikalischen Werdegang. Die gemeinnützige Stiftung wird ehrenamtlich geleitet, seit 1992 von Irene Schulte-Hillen, und bestreitet ihr umfangreiches Förderprogramm unter dem Motto „KÖNNER BRAUCHEN GÖNNER“ fast ausschließlich durch Zuwendungen ihrer Freunde und Förderer, die sich mit ehrenamtlichem Einsatz, Spenden und Zustiftungen, mit Künstlerpatenschaften, Instrumententreugaben oder testamentarischen Verfügungen engagieren.

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