„Impact Investing ist in Deutschland noch ein unterschätzter Markt.“

In ihrer Studie „Impact Investing in Deutschland 2020 – Ein dynamischer Wachstumsmarkt“, durchgeführt vom Centrum für soziale Investitionen und Innovationen (CSI) der Universität Heidelberg, untersucht die Bundesinitiative Impact Investing die Potentiale, Entwicklungen und Trends des deutschen Impact Investing Markts. Unter Impact Investing oder wirkungsorientiertem Investieren versteht man Investitionen in Unternehmen, Organisationen und Fonds, mit der Absicht, neben einer positiven finanziellen Rendite messbare, positive Auswirkungen auf die Umwelt oder die Gesellschaft zu erzielen. Am Mittwoch, 24.Juni 2020, 16:30 Uhr werden die zentralen Ergebnisse der Studie präsentiert und mit Experten wie Karsten Löffler, Vorsitzender des Sustainable FinanceBeirates der Bundesregierung, diskutiert.

Die Veröffentlichung der Studie wird schrittweise erfolgen. Den Auftakt macht die Videokonferenz

Impact Investing in Deutschland 2020 – Ein dynamischer Wachstumsmarkt
Mittwoch, 24. Juni 2020
16:30 Uhr bis 18:00 Uhr

 

Die wichtigste Erkenntnis der Studie:

Der Markt wird nach wie vor unterschätzt ist aber größer als erwartet und vor allem in den letzten 5 Jahren dynamisch gewachsen. „Impact Investing ist heute keine visionäre Idee einer kleinen Gruppe von Innovatoren mehr, sondern ein ausdifferenzierter Milliardenmarkt mit großem Wachstumspotential und hoher Dynamik,“ so Dr. Frank Niederländer, Erster Vorsitzender der Bundesinitiative Impact Investing und Vorstand der BMW Foundation Herbert Quandt.

In einem weiten Verständnis gemäß dem OECD-Kapitalspektrum beträgt das Marktvolumen rund € 6,5 Mrd. Nach einem engeren Verständnis umfasst der Markt ca. € 2,9 Mrd. Betrachtet man die Assets under Management (AUM) mit Bezug zu Impact, wie Investoren bzw. Intermediäre sie im weitesten Sinne selbst angeben, lässt sich sogar von einem Gesamtvolumen von € 17,3 Mrd. sprechen.

Zum Vergleich: Für 2015 hatte ein Report der Bertelsmann Stiftung noch ein Marktvolumen von € 69 Mio. prognostiziert. Dieser Bericht folgte allerdings einer engeren Definition von Impact Investing.

Die Studie räumt auch mit gängigen Vorurteilen auf. So erwirtschaften wirkungsorientierte Geschäftsmodelle durchaus marktübliche Renditen und es wird in allen Anlageklassen wirkungsorientiert investiert. Als Innovationsträger des Marktes werden Stiftungen und Family Offices ausgemacht. Sie investieren mehr als ein Viertel des Gesamtvolumens nach einem engen Verständnis von Impact Investing. Zu den wesentlichen Entwicklungshemmnissen für Impact Investment nicht nur in Deutschland gehören nach wie vor fehlende einheitliche Methoden der Wirkungsmessung, mangelnde Expertise der Marktteilnehmer und die geringe Markttransparenz. Grundlage der Studie bildeten Daten, die seit Oktober 2019 durch eine Online-Befragung (an der sich 122 Marktteilnehmer beteiligten) sowie im Rahmen von Stakeholderdialogen/Workshops mit Investoren, Intermediäre und Investees erhoben wurden. Zudem wurde die einschlägige Sekundärstudien ausgewertet.

Die Ergebnisse, präsentiert von Volker Then, dem geschäftsführenden Direktor des CSI, werden von einer Expertenrunde mit Karsten Löffler, Vorsitzender des Sustainable Finance-Beirates der Bundesregierung, Sylvia Wisniwski, Managing Director von Finance in Motion, Markus Freiburg, Geschäftsführer der Finanzierungsagentur für Social Entrepreneurship (FASE) sowie mit Henrike Schlottmann, Managing Director von Project Together diskutiert. Eine weitere Videokonferenz folgt am 2. Juli und wird sich verstärkt mit der Frage nach den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Thema Impact Investing befassen.

Die Gesamtstudie, in der die Ergebnisse auch durch eine Reihe von Fallstudien veranschaulicht werden, wird nach der Sommerpause, im Rahmen einer Abschlussveranstaltung veröffentlicht.

Über die Bundesinitiative Impact Investing

Die Bundesinitiative Impact Investing e.V. (Biii) ist die Kompetenzplattform für Impact Investing in Deutschland. Sie verfolgt das Ziel, den Impact Investing Markt zu entwickeln und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass zusätzliches Kapital zur Bewältigung sozialer und ökologischer Herausforderungen in Sinne der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen eingesetzt wird.

Um dies zu erreichen, schafft die Biii ein größeres Bewusstsein für die gesellschaftliche Wirkung von Investmentkapital. Sie stärkt die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Akteuren im Impact Investing auf nationaler, wie auch auf internationaler Ebene als Mitglied der Global Steering Group for Impact Investment (GSG). Zudem fördert die Biii die Schaffung besserer politischer und rechtlicher Rahmenbedingungen für Impact Investing in Deutschland und entwickelt einheitliche Methoden und Standards - insbesondere bei der Wirkungsmessung.

Die Geschäftsstelle der Biii ist in Berlin. Mitglieder der Initiative können natürliche oder juristische Personen werden, die die Ziele der Biii unterstützen.

Kontakt

Dr. Martin Vogelsang

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