Hannover ohne Plastik

Foto: Landeshauptstadt Hannover
Gemeinsam gegen die Plastikflut: Mitglieder, Organisatoren und Förderer der Initiative „Hannover ohne Plastik – HOP!“

Am 30. September ist die Initiative "Hannover ohne Plastik" – kurz "HOP!" – an den Start gegangen: Insgesamt 14 Unternehmen, Bildungseinrichtungen und weitere Organisationen der Landeshauptstadt Hannover sind bereits mit dabei. Die Finanzierung der Initiative erfolgt unter anderem aus dem Preisgeld von 35.000 Euro, das Hannover als Deutschlands nachhaltigste Großstadt 2017 von der Allianz Umweltstiftung gewonnen hatte.

Planet Plastik

Produkte aus Plastik sind oft praktisch, sinnvoll und aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch Vieles aus Plastik belastet die Umwelt für Jahrhunderte, insbesondere die Weltmeere leiden unter Plastikmüll. Mindestens fünf riesige Müllstrudel treiben in den Ozeanen, Plastikflaschen, Strohhalme, Plastiktüten und anderes mehr verschmutzen weltweit aber auch Strände und küstennahe Lebensräume.

Ein weiteres Problem ist sogenanntes Mikroplastik – Kunststoffpartikel kleiner als 5 Millimeter. Sie werden entweder Produkten wie etwa Reinigungsmitteln oder Kosmetika zugemischt oder entstehen beim Zerfall größerer Plastikteile. In allen Weltmeeren nimmt der Anteil an Mikroplastik stark zu, auch an Land wird immer häufiger Mikroplastik entdeckt. Die Auswirkungen auf natürliche Lebensräume und die menschliche Gesundheit sind dabei noch längst nicht ausreichend untersucht.

Plastik vermeiden

Der EU-Kommission zufolge fallen in Europa jährlich 26 Millionen Tonnen Plastikmüll an, das sind rund 31 Kilo pro Kopf. Mit über 37 Kilo pro Einwohner liegt Deutschland über diesem EU-Schnitt, für Hannover bedeutet das über 20.000 Tonnen Plastikmüll pro Jahr. Um diese Menge zu reduzieren wurde die Initiative „Hannover ohne Plastik“ – kurz: „HOP!“ – ins Leben gerufen.

Erklärtes Ziel der Initiative ist, Plastikverpackungen und Einweggeschirr zu vermeiden, wo immer möglich auf Mehrwegsysteme umzusteigen und Lösungen zum Ersatz von Kunststoffen zu entwickeln. Unternehmen, Gewerbetreibende, Verwaltungen, Kirchen, Schulen, Vereine und Verbände sowie Konsumenten-Initiativen in den Stadtteilen sind gleichermaßen zum Handeln aufgerufen und eingeladen, sich der bereits 14 Mitglieder zählenden Initiative anzuschließen.

Deutschlands nachhaltigste Großstadt

Mit der Initiative „HOP!“ setzt die Landeshauptstadt Hannover ihre umfangreichen Nachhaltigkeitsaktivitäten fort, für die sie bereits 2017 den Titel „Deutschlands nachhaltigste Großstadt“ erhielt. Damals wurden vor allem die gelebte integrative Nachhaltigkeitskultur sowie das kontinuierliche Engagement der Landeshauptstadt mit der Auszeichnung als "Deutschlands nachhaltigste Großstadt 2017" gewürdigt.

Die Auszeichnung als Deutschlands nachhaltigste Großstadt war mit einem von der Allianz Umweltstiftung bereitgestellten Preisgeld von 35.000 Euro verbunden, das für konkrete Nachhaltigkeitsprojekte zu verwenden war und nun vollständig für die Umsetzung der „HOP!“-Initiative verwendet wird.

Aufruf zum gemeinsamen Handeln

Zum Start der Initiative am 30. September sagte Sabine Tegtmeyer-Dette, Ersten Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin der Landeshauptstadt Hannover: "Wir sind alle in irgendeiner Weise verantwortlich für diesen Plastikmüll. Deshalb wollen wir die Menschen in Hannover ermuntern, der Plastikflut etwas entgegen zu setzen. Durch die Vermeidung von Plastik in allen Bereichen - sei es in der Produktion, im eigenen Arbeitsumfeld, in der Schule, beim Einkauf oder in der Freizeit - kann auf lokaler Ebene ein wichtiger Beitrag zur Lösung dieses globalen Problems geleistet werden.

Agenda 2030

"Gerade weil Plastik im Alltag so allgegenwärtig ist und von allen genutzt wird, bietet das Thema gute Möglichkeiten, Umweltbildung mit konkreten Handlungsansätzen verknüpfen. Die Initiative stellt einen anschaulichen Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung dar und gibt vielen Menschen Impulse ihren Lebensstil dementsprechend zu gestalten", erläutert Susanne Wildermann, Leiterin des Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüros, das die Initiative organisatorisch betreut.

Fortsetzung vorbildlicher Aktivitäten

Dr. Lutz Spandau, Vorstand der Allianz Umweltstiftung, sagte zum Start der Initiative: „Das Plastik-Problem zeigt sich vor allem in unseren Meeren, doch die Lösung dafür liegt an Land, wo jeder Einzelne in seinem Umfeld einen Beitrag leisten kann! Wir freuen uns, dass das Preisgeld nun für die Umsetzung der Initiative „HOP – Hannover ohne Plastik“ verwendet wird und wir auf diese Weise die vorbildlichen Nachhaltigkeits-Aktivitäten der Landeshauptstadt unterstützen können.“

Plakate, Postkarten und Webauftritt

Seitens der Landeshauptstadt wurde ein Starter-Paket zusammengestellt, das aus Plakaten, Postkarten sowie Obst- und Gemüsenetzen aus fairer Biobaumwolle besteht. Mit seinem positiven Erscheinungsbild soll es motivieren, eigene Aktionen durchzuführen und gute Beispiele weiterzutragen. Ein eigener Webauftritt macht nicht nur die im Rahmen der Initiative stattfindenden Aktivitäten bekannt. Neben Informationen rund um das Engagement der Initiative finden sich dort auch kostenlose Bildungsangebote für Kitas und Schulen, zudem bietet die Seite Alltags-Tipps zur Plastikvermeidung und Informationsmaterialien zu "HOP!".

Zur Homepage der Initiative „Hannover ohne Plastik –HOP!“ gelangen Sie -> hier