Erster Spatenstich für das Museum des 20. Jahrhunderts

Heute fand im Beisein von Kulturstaatsministerin Monika Grütters und des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Michael Müller der erste Spatenstich für das Museum des 20. Jahrhunderts der Nationalgalerie statt. Das Ereignis auf dem Baufeld des Kulturforums an der Potsdamer Straße ist ein Meilenstein bei der Realisierung des Neubaus.

Monika Grütters erklärte: „Mit dem Museum des 20. Jahrhunderts entsteht im Herzen der Hauptstadt ein Ort, der die prägenden Erfahrungen des vergangenen Jahrhunderts im Spiegel der Kunst sichtbar macht - mit all seinen Umbrüchen, mit seinen Abgründen und mit seinen Sternstunden. Den spektakulären Kunstbeständen der Nationalgalerie zum
20. Jahrhundert wird es endlich den Platz bieten, der ihnen gebührt - genauso wie den großzügig überlassenen Werken aus den Sammlungen Erich Marx, Ulla und Heiner Pietzsch sowie Egidio Marzona. Die hochklassige Gebäudearchitektur von Herzog & de Meuron wird das Kulturforum in Berlin zu dem machen, was es immer sein sollte: ein lebendiger Schauplatz des kulturellen Austausches und des gesellschaftlichen Diskurses.“

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin sagte: „Die Kulturmetropole Berlin freut sich, dass mit dem Spatenstich heute das Startzeichen für den Bau dieses wichtigen kulturellen Projekts im Herzen unserer Stadt gegeben wird. Dieses intensiv diskutierte Vorhaben für die Kunst des 20. Jahrhunderts ist ein weiterer großer Schatz, der unsere Stadt bereichert und noch ein Stück attraktiver für unsere Gäste aus aller Welt macht. In der neu präsentierten Schau moderner Kunstwerke wird sich die wechselvolle Geschichte dieser komplexen Epoche spiegeln. Städtebaulich ist das Museum der Moderne ein großer Schritt zur Weiterentwicklung des Kulturforums, das sich damit auf neue Weise definieren wird. Berlin dankt dem Bund für dieses wichtige Engagement für das Kulturleben seiner Hauptstadt Berlin."

Für Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Bauherr, ist dieser Tag ein unumkehrbarer Moment bei der Realisierung des Projekts: „Mit gemeinsamen Kräften sind wir unserem Ziel, für die großartige Kunst des 20. Jahrhunderts in Berlin einen würdigen Ort zu schaffen, entscheidend nähergekommen. Ich danke Kulturstaatsministerin Monika Grütters für ihr großes Engagement und dem Deutschen Bundestag für die Unterstützung und freue mich, dass das Potenzial der Sammlungen und die Chancen für den Museumsstandort Berlin erkannt wurden. Nach schier endlosem Ringen um eine städtebauliche Lösung für das Kulturforum wird mit der Realisierung des Entwurfs von Herzog & de Meuron nun endlich ein Haus entstehen, das den Ort zu einem echten Forum macht, zu einem urbanen Ort der Kunstbetrachtung, der Begegnung und der Debatte.“

Der Architekt Jacques Herzog erklärte: „Das Haus für die Sammlung des 20. Jahrhunderts ist für diesen spezifischen Ort in Berlin erdacht. Er ist auch ein überdecktes Stück Stadt, ein sich kreuzender Boulevard, wo Alltagsleben, künstlerische Experimente, Performances und öffentliche Debatten sich vermischen und gegenseitig stimulieren. Dazu braucht es keinen Prunk und keine übermäßige skulpturale Geste für die äußere Form. Ein großes Dach, die archaische und bis heute aktuelle und auch ganz offensichtlich provozierende Form des Hauses scheint uns dafür besonders geeignet. Besonders in dieser spezifischen Nachbarschaft zu Mies und Scharoun behauptet sich das Haus - selbstverständlich, ohne aufzutrumpfen aber auch ohne sich zu verstecken. Kosten und Termine haben wir gemeinsam mit der Bauherrschaft, dem Bundesbau Baden-Württemberg und der SPK sorgfältig geplant und gerechnet. An dieser jetzt vorliegenden Planung möchten wir uns auch alle gemeinsam messen lassen."

Die Kostenberechnung geht von Baukosten in Höhe von 364,2 Mio. Euro aus, außerdem werden 52,2 Mio. Euro für künftige Bau-Indexsteigerungen und 33,8 Mio. Euro Risikokosten kalkuliert. Die Fertigstellung ist für 2026 vorgesehen.

Udo Kittelmann, Direktor der Nationalgalerie, betonte die Bedeutung dieses Tages: „Ein lang gehegter Traum geht in Erfüllung. Die Sammlung der Nationalgalerie wird endlich über ein angemessenes Haus in naher Zukunft verfügen können und ihre bedeutende Sammlung der Welt präsentieren. Ein großer Schritt also für die Nationalgalerie, für den Kulturstandort Berlin und ein deutliches und in die Zukunft weisendes Bekenntnis für Deutschland als Kulturnation."

Der weitere Projektverlauf sieht nun folgende Schritte vor: Die vorliegende Entwurfsplanung ist derzeit im Prüfungsverfahren. Bei der anschließenden Ausführungsplanung geht es um die weitere Verfeinerung und Detailierung des Entwurfs. Auf dem Baufeld wird es zunächst bauvorbereitende Maßnahmen geben, bevor mit dem Ausheben der Baugrube begonnen werden kann.

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