Enos Nyamor und Alice Sarmiento erhalten Stipendium für Kulturjournalismus und Digitale Medien

(v.l.n.r.) Enos Nyamor, Theresia Bauer MdL, Alice Sarmiento und Elke aus dem Moore (Direktorin Akademie Schloss Solitude)

Stuttgart, 10. April 2019. In einem mehrstufigen Verfahren wählte eine dreiköpfige Jury die philippinische Bloggerin und Kulturwissenschaftlerin Alice Sarmiento und den kenianischen Kulturjournalisten Enos Nyamor aus. Das Stipendienprogramm der Akademie Schloss Solitude richtet sich an junge Kulturjournalistinnen und -journalisten aus Regionen, die sich in Transformation befinden oder in denen eingeschränkte Pressefreiheit herrscht. Die Carl-Zeiss-Stiftung finanziert das Programm seit der Gründung 2016.

Die Förderung soll jungen Kulturjournalisten ermöglichen, gesellschafts- und kulturpolitische Diskurse, die in den Herkunftsländern marginalisiert werden, einer regionalen und internationalen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Außerdem können sie ihre Fähigkeiten im Bereich Online-Publishing schärfen.  »Um Grenzen zu überwinden und die Zukunft zu gestalten, benötigen wir Freiräume; Freiräume im Denken und für einen wissenschaftlichen und künstlerischen Austausch. Daher freut es mich besonders, dass wir mit der Förderung des Stipendienprogramms für Kulturjournalismus und digitale Medien dazu beitragen, diesen Raum für die Stipendiatinnen und Stipendiaten zu schaffen.« erklärt die Vorsitzende der Stiftungsverwaltung der Carl-Zeiss-Stiftung, Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, die Beweggründe für die Förderung. Mitglieder der Jury waren Nikolai Forstbauer (Titelautor Stuttgarter Nachrichten), Denise Helene Sumi (Kunstkritikerin) und Judith Engel (Autorin). Bewerbungen für das Stipendium kamen aus Ägypten, China, Kenia, den Philippinen, dem Kongo, Kuba und Togo.

Alice Sarmientoüberzeugte durch ihre scharfe Analyse der philippinischen Gesellschaft mit besonderem Blick auf die Rolle der Digitalisierung in kulturellen und sozialpolitischen Kontexten. Zudem bringe Alice Sarmiento eine aktivistisch-feministische Perspektive mit und verfüge über die Fähigkeit, spezifisch philippinisch erscheinende Konflikte in größere Diskurse einzubetten und für Außenstehende zu öffnen. Die Jury sieht in der Kandidatin ein großes Potential für einen lebendigen Kulturaustausch und eine kritische Auseinandersetzung mit dem Einfluss von sozialen Medien auf kulturpolitische Themen. Die Affinität Kultur und technologischen Fortschritt zu verbinden, qualifiziert sie zusätzlich für das Stipendium, das Kulturjournalistinnen und -journalisten im Umgang mit digitalen Medien stärken möchte.

Enos Nyamor aus Kenia war mit 27 Jahren einer der jüngsten Bewerber. Seine Bewerbung ließ auf eine enorme journalistische Entwicklung innerhalb der letzten vier Jahre schließen. Sein Wissen um Diskurse rund um Dekolonisation und seine Perspektive auf zeitgenössische afrikanische Kunst und Literatur zeuge von einer vermittelnden Fähigkeit, die unter den Bewerbungen einzigartig sei, so die Jury. Zudem hat sich Enos Nyamor mit einem Projektvorschlag beworben, der sich mit Migration und der Figur des Künstlers im digitalen Zeitalter auseinandersetzt. Das Projekt, das die Ambivalenzen von Mobilität und Migration untersucht, kann an einem Ort wie der Akademie Schloss Solitude optimal realisiert werden, so eine Sprecherin der Akademie. Mit Enos Nyamor wird durch das Stipendium ein junger, sehr talentierter Kulturjournalist an einem Punkt seiner Karriere gefördert, der für seinen Werdegang von transformatorischer Qualität sein kann.

Weitere Informationen zum Programm unter: http://www.akademie-solitude.de/de/programme/weitere-programme/carl-zeiss-stipendium-fuer-kulturjournalisten~no3966/

Über die Carl-Zeiss-Stiftung
Die Carl-Zeiss-Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Freiräume für wissenschaftliche Durchbrüche zu schaffen. Als Partner exzellenter Wissenschaft unterstützt sie sowohl Grundlagenforschung als auch anwendungsorientierte Forschung und Lehre in den MINT-Fachbereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). 1889 von dem Physiker und Mathematiker Ernst Abbe gegründet, ist die Carl-Zeiss-Stiftung die älteste private wissenschaftsfördernde Stiftung in Deutschland. Sie ist alleinige Eigentümerin der Carl Zeiss AG und SCHOTT AG. Ihre Projekte werden aus den Dividendenausschüttungen der beiden Stiftungsunternehmen finanziert.