Corona-Support in der Nachbarschaft

Stiftung "Ecken wecken"

Leipzig, 20.03.2020. Aufgrund der Corona-Krise hat die Leipziger Stiftung „Ecken wecken“ am Sonntag, 15. März eine Initiative zur Nachbarschaftshilfe in ihrer Stadt angeschoben. Sie bringt Freiwillige mit Menschen zusammen, die Unterstützung benötigen – zum Beispiel beim Einkauf, bei der Kinderbetreuung, bei Kleinreparaturen, beim Hundeausführen und zur Lernhilfe für Schülerinnen und Schüler. Das Unterstützungsangebot richtet sich an ältere Menschen, an diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen ihre Wohnung nicht verlassen können, und an Familien Berufstätiger, die in sogenannten systemrelevanten Bereichen arbeiten.

Beeindruckende Resonanz

Fünf Tage nach Veröffentlichung des Angebots haben sich schon 332 Leipzigerinnen und Leipziger bei der Stiftung registrieren lassen, die Nachbarn helfen wollen. „Die Unterstützungswelle ist beeindruckend“, so Stiftungsvorstand Thorsten Mehnert. Auf Nachfragerseite haben sich bisher erst fünf Personen gemeldet. „Das ist nicht unbedingt schlecht“, meint Mehnert. „Wenn unsere Vermittlung nicht gebraucht wird, kann das heißen, dass Menschen auf anderem Wege schon Hilfe finden. Aber wir müssen alle unsere Augen und Ohren offenhalten, denn vielleicht zögern Menschen auch, Hilfe anzunehmen, obwohl sie sie gebrauchen könnten.“

Die bisher geringe Nachfrage erklärt er sich auch damit, dass das Angebot bei den Zielgruppen noch nicht bekannt genug ist. Hier sollen Freiwillige helfen, indem sie Menschen persönlich darauf hinweisen und ein online bereitgestelltes Plakat in ihrer Umgebung aushängen. „Auch Pressepräsenz ist wichtig“, so Mehnert. Am 17. und 20. März erschienen in der Leipziger Volkszeitung schon Artikel. Auch der MDR berichtete im Sachsenspiegel

So funktioniert’s

„Gerne geben wir unsere Erfahrungen an andere Stiftungen weiter“, bietet Thorsten Mehnert an. Auf der Internetseite der Stiftung können sich Interessierte informieren und dann per E-Mail oder telefonisch melden. Helferinnen und Helfer geben neben ihren Kontaktdaten an, in welchen Aufgabenfeldern sie unterstützen möchten. Dies speichert die Stiftung in ihrem System. Wer Unterstützung sucht, hinterlässt seinen Bedarf, seine Kontaktdaten und den Terminwusch. Geht ein Hilfegesuch ein, ermittelt die Stiftung maximal drei potenzielle Unterstützer aus der Umgebung und kontaktiert diese per E-Mail – aus Datenschutzgründen zunächst nur mit knappen Informationen (Straße, Unterstützungs- und Terminwunsch). Wer von Helferseite zuerst antwortet, erhält die Kontaktdaten des Unterstützungssuchenden und meldet sich dort direkt.

Ansteckung zur Hilfsbereitschaft willkommen

In ihrem Blog ermuntert die Stiftung Leipzigerinnen und Leipziger: „Lernen wir von COVID-19. Und zwar was unsere Freude an nachbarschaftlicher Hilfe angeht, denn damit können wir uns gegenseitig ruhig kräftig anstecken.“ Über den aktuellen Stand des Projekts und Erfahrungen berichtet die Stiftung tagesaktuell auf ihrer Website.

Text: Benita von Behr | www.benita-von-behr.de

Kontakt

Thorsten Mehnert

0177 267 94 08

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