10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland

Die Partner der Bildungsreihe "Inklusion konkret" bei der Auftaktveranstaltung am 19. Febraur 2019. V.l.n.r.: Dr. Tordis Horstmann, Mitglied im Vorstand der Gold-Kraemer-Stiftung; Dr. Volker Anneken, Fachgeschäftsführer der Gold-Kraemer-Stiftung; Prof. Dr. Angela Faber, Dezernentin für Schule und Integration des landschaftsverbandes-Rheinland; Stefan Juchems, Stiftung Wohlfahrstpflege NRW; Prof. Dr. Julia Zinsmeister, Technische Hochschule Köln; Dr. Christian Nettersheim, Sozialdezernent Rhein-Erft-Kreis; Susanne Stupp, Bürgermeisterin Stadt Frechen.

Mit einer Auftaktveranstaltung haben die Gold-Kraemer-Stiftung und die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW ihr diesjähriges Veranstaltungs- und Fortbildungsprogramm „Inklusion konkret“ am Sitz der Stiftung in Frechen - Rhein-Erft-Kreis, NRW - eröffnet. Anlässlich des 10. Jahrestages der Ratifikation der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland fragt die Stiftung danach, wie im letzten Jahrzehnt die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung verbessert werden konnte und was noch zu tun ist, um diesen Prozess weiter voranzutreiben.

Vor rund 130 Gästen im inklusiven Begegnungs- und Tagungszentrum zog die Juristin Julia Zinsmeister, Professorin an der Technischen Hochschule Köln, in ihrem Fachvortrag eine gemischte Bilanz. Einerseits habe Deutschland eines der weltweist besten Wohlfahrtssysteme überhaupt, und viele Maßnahmen für mehr Inklusion seien schon auf den Weg gebracht worden. Andererseits: „Im Umgang mit sozialer Ausgrenzung und Diskriminierung sind wir Entwicklungsland.“, so Zinsmeister, die in den Bereichen Antidiskriminierungsrecht sowie Inklusions- und Teilhabeforschung lehrt und arbeitet. Ihre Forderung: „Inklusion verlangt eine konsequente Abkehr von der bisherigen Fürsorgepolitik und eine Anerkennung aller Menschen mit Behinderungen als gleichberechtigte Bürger*innen.“

„Unser Ziel ist es, in einem sich stetig weiterentwickelnden Netzwerk neue Lösungen ohne eigene Barrieren im Kopf zu denken und umzusetzen.“, erklärt Fachgeschäftsführer Volker Anneken, warum die Gold-Kraemer-Stiftung mit ihren Partnern das Programm „Inklusion konkret“ ins Leben gerufen hat. Gemeinsam mit der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW, dem Rhein-Erft-Kreis und den Städten Köln und Frechen will die Stiftung Kommunen, Verbände, Einrichtungen, Organisationen und Vereine für die Inklusion als neues Wertesystem begeistern. „Nur so können wir unsere Gesellschaft für den bereits begonnenen Paradigmenwechsel wirklich tiefgreifend verändern.“, so Volker Anneken.

Was es dazu konkret braucht, stellt die Stiftung im Rahmen von drei Fachtagungen in 2019 zur Diskussion, die sich mit den Themen Assistenz, Kommunikation und Bildung beschäftigen. Geplant ist auch eine Zukunftswerkstatt, in der vor allem junge Menschen ihre Ideen für mehr Teilhabe einbringen können sollen. Das Programm „Inklusion konkret“ ist umfassende barrierefrei gestaltet, damit alle daran teilnehmen können. Alle Termine und Informationen sind im Internet unter www.inklusion-konkret.info verfügbar.

Kontakt

Peter Worms

Weiterführender Link