Gelebte Inklusion: Kinder mit und ohne Behinderung lernen und spielen gemeinsam an der CBM-geförderten German Church School in Addis Abeba, Äthiopien
CBM

Den Betroffenen nicht nur Augenlicht, sondern auch Perspektiven schenken

Die CBM Stiftung ist seit diesem Jahr Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen - und damit Eine von Vielen. Mit Tanja Spiegel, Vorstandsvorsitzende der Stiftung, sprachen wir über die Arbeit der Stiftung, ihren Mehrwert für die Menschen vor Ort und ihre Wünsche an den Bundesverband.

  •   Das Leben von Menschen mit Behinderungen dauerhaft verbessern 
  • Durch Aufklärung und medizinische Hilfe vermeidbare Behinderungen verhindern 
  •  Eine Welt, in der Menschen mit Behinderungen die gleichen Chancen und Rechte haben wie alle anderen auch  
  •  Den Kreislauf aus Armut und Behinderung in den ärmsten Ländern der Welt durchbrechen

  •   Seit mehr als 110 Jahren Einsatz für Menschen mit Seh- und anderen Behinderungen in den ärmsten Regionen der Welt  
  • In den Projektländern medizinische Hilfe, Bildung und Existenzsicherung; in Deutschland anwaltschaftliche Arbeit und Bewusstseinsbildung, z.B. an Schulen 
  •  Derzeit Förderung von 540 Projekten in 51 Ländern

  •  Selbstverständnis als Teil einer lebendigen und weltoffenen Zivilgesellschaft  
  •  Sichtbarkeit und Netzwerkarbeit 

Foto: CBM
Tanja Spiegel, Vorstandsvorsitzende der CBM Stiftung

Was sind Ihre Beweggründe, jetzt eine rechtlich selbständige CBM Stiftung ins Leben zu rufen?   
Bereits im Jahr 2002 hat die CBM die unselbständige Ernst-Christoffel-Stiftung (ECS) gegründet, um stifterisches Engagement zugunsten der CBM-Projektarbeit im globalen Süden zu ermöglichen. Die ECS hat seit ihrer Gründung viele Unterstützerinnen und Unterstützer gefunden. Deshalb wollten wir unsere Serviceleistungen für potenzielle Stifter weiter ausbauen. Die CBM Stiftung versteht sich als Kompetenzzentrum für Menschen, die ihr gesellschaftliches Engagement in Form einer gemeinnützigen Stiftung verwirklichen wollen. Von der persönlichen Beratung bei der Stiftungsgründung bis hin zur treuhänderischen Verwaltung begleitet wir sie dabei, ihre individuellen Vorstellungen in die Tat umzusetzen. Dabei wurde die CBM Stiftung bewusst als Teilverbrauchsstiftung gegründet. Das ermöglicht unseren Stifterinnen und Stiftern, ihr Anliegen trotz anhaltender Niedrigzinsen zeitnah und effektiv umzusetzen - es steht von Anfang an Vermögen für Projektförderungen zur Verfügung. Darüber hinaus lässt sich durch den vorgegebenen Zeithorizont die Finanzierung von Projekten und Vorhaben exakt steuern.  

Die Christoffel-Blindenmission engagiert sich vor allem in Asien, Lateinamerika und Afrika. Welchen Stellenwert hat die CBM bei den Menschen vor Ort? 
Alle Projekte der CBM werden von lokalen Partnern vor Ort durchgeführt. Sie kennen die Bedürfnisse der Betroffenen am besten und genießen zudem hohes Ansehen bei Bevölkerung und Behörden. Die CBM legt großen Wert auf dieses partnerschaftliche Arbeitsprinzip. Gleichzeitig kooperiert sie mit allen Bevölkerungsgruppen, etwa indem sie Menschen mit Behinderungen und deren Selbstvertretungsorganisationen einbezieht. Das stärkt die Akteure vor Ort, damit diese in ihrem eigenen Land Entwicklung voranbringen. 

Welche Veränderung sehen Sie in den betroffenen Regionen durch Ihre Arbeit? Worauf liegt ihr Hauptaugenmerk?   
Wir haben allein im letzten Jahr mehr als zehn Millionen Kindern und Erwachsenen umfassend geholfen – mit medizinischer Behandlung, mit Rehabilitation und mit Bildung. Blindheit zu heilen bzw. zu verhindern bleibt dabei der Schwerpunkt unserer Arbeit. So haben unsere Ärzte 2019 mehr als 589.000 Operationen am Grauen Star durchgeführt und den Betroffenen damit nicht nur Augenlicht, sondern auch Perspektiven zurückgeschenkt. 

Inklusionsstrategie: Aus Worten müssen Taten werden

Die Inklusionsstrategie des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wurde im Dezember 2019 verabschiedet.  Aus Ihrer Sicht geht diese nicht  weit genug.  Wo sehen Sie die größten Defizite?  
Von einer Strategie erwartet man verbindliche Vorgaben. Sie nennt Messgrößen zur Beurteilung der Zielerreichung, stellt ein Budget zur Verfügung und hat einen Zeitplan. Nichts von all dem findet sich im BMZ-Papier. Es beschränkt sich auf Zielformulierung und erklärt Zusammenhänge. Das führt bestenfalls dazu, dass die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen in den Projekten häufiger berücksichtigt werden. Wir wollen aber, dass diese Menschen in die Mitte der Gesellschaft rücken. Dazu brauchen sie zusätzlich individuelle Unterstützung.  

Was muss sich Ihrer Meinung nach grundlegend ändern, damit  aus der Initiative  wirklich eine tragfähige Strategie  wird?  
Der Strategie ging im BMZ ein Aktionsplan voraus. In ihm waren immerhin konkrete Maßnahmen definiert. Die Strategie ist so gesehen ein Schritt rückwärts. Wirkung kann sie nur entfalten, behinderten Menschen in ärmeren Regionen der Erde nur helfen, wenn aus Worten Taten werden. 

Wie können oder wie sollten sich Stiftungen für eine tragfähige Inklusionsstrategie einbringen?  
Stiftungen können einerseits in ihrer Förderpraxis darauf achten, dass Menschen mit Behinderungen in den Projekten von Anfang an und durchgehend mitgedacht und eingebunden werden. Andererseits können sie je nach ihrem Stiftungszweck Projekte initiieren, die Menschen mit Behinderungen gezielt unterstützen: in Sachen Bildung etwa, bei der Existenzsicherung oder bei der Gesundheitsversorgung. 

Foto: CBM
Das Augenlicht zurückgeschenkt: Dieses Mädchen aus Nepal nach kann nach erfolgreicher OP am Grauen Star wieder sehen.

Vernetzung durch den Bundesverband 

Welche Wünsche haben Sie als neues Mitglied an den Bundesverband?
Wir zählen auf den Bundesverband, zum einen als starke Interessenvertretung des zivilgesellschaftlichen Sektors gegenüber Politik und staatlichen Akteuren. Zum anderen wünschen wir uns den Bundesverband als Anlaufstelle und Ideengeber für Menschen, die sich gemeinnützig engagieren möchten. 

Wie kann Ihnen die Mitgliedschaft beim Bundesverband helfen, Ihre Ziele zu erreichen?  
Die Veranstaltungen und Arbeitsgemeinschaften des Bundesverbands bieten für uns die Möglichkeit, Kontakte zu anderen Mitgliedern zu knüpfen, aus denen Kooperationen entstehen. Wir möchten über die Plattform des Bundesverbands von Best-Practice-Ansätzen anderer Mitglieder lernen und selbst Ansprechpartner für innovative Lösungswege sein. 
 
Was können andere Mitglieder von Ihnen lernen? Was möchten Sie in den Bundesverband einbringen?  
Sowohl im Bereich der internationalen Entwicklungszusammenarbeit als auch im Stiftungswesen verfügt die CBM über eine langjährige Erfahrung und vielfältige Kompetenzen. Wir kennen Herausforderungen und Lösungen in der Projektarbeit. Wir wissen, wie sich in Entwicklungsländern größtmögliche und nachhaltige Wirkung auf lokaler wie auch nationaler Ebene erreichen lässt. So können wir andere Stiftungen mit unserem Know-how und unseren Strukturen dabei helfen, ebenfalls optimale Wirkung zu erzielen und dabei die Mittel und den Zweck der jeweiligen Stiftung zu berücksichtigen.

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Telefon (030) 89 79 47-50
Fax (030) 89 79 47-81

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Der Bundesverband Deutscher Stiftungen wird getragen durch seine über 4.500 Mitglieder. Jedes von ihnen bringt neue Perspektiven, Erfahrungen und Sichtweisen mit ein. Um diese Vielfalt zu zeigen, stellen wir in der Serie Eine von Vielen neue Mitglieder vor.

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Foto: CBM Stiftung

Sitz in: Bensheim, Südhessen
Stiftungsgründung: 2020
Stiftungsvorstand: Tanja Spiegel, Thorsten Schmidt
Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen: seit 2020

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Warum sich eine Mitgliedschaft lohnt

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