Zuwachs an Neugründungen zeigt starkes Engagement für die Gesellschaft 

  • 2021 ist die Anzahl der Stiftungen in Deutschland um 3,2 Prozent gestiegen
  • Stärkstes Wachstum im Stiftungssektor seit zehn Jahren
  • Darmstadt, Würzburg, Oldenburg und Frankfurt am Main führen das Städteranking an
Stiftungsbestand 2001–2021
Stiftungsbestand 2001–2021

Berlin, 5. Mai 2022. Im Jahr 2021 sind 863 neue Stiftungen gegründet worden, 473 davon sind steuerbegünstigt. Für den Stiftungssektor in Deutschland bedeutet das einen Zuwachs von 3,2 Prozent (2020: 2,8 Prozent). Insgesamt gibt es in Deutschland jetzt 24.650 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts. Auf 100.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger kommen damit aktuell 29,6 Stiftungen.   

Kirsten Hommelhoff, Generalsekretärin des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen:  
„Im Jahr 2021 ist der deutsche Stiftungssektor erneut gewachsen. 863 Stiftungen wurden neu gegründet, so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr. Uns als Bundesverband Deutscher Stiftungen freut es vor allem, wenn Menschen Stiftungen gründen, um sich langfristig für unsere Gesellschaft einzusetzen. Zuletzt haben wir dieses große Engagement seit Beginn des Ukraine-Krieges gesehen. Deutsche Stiftungen haben schnell und zupackend reagiert und den Menschen in der Ukraine effektiv und unkompliziert geholfen – vor Ort genauso wie hier in Deutschland. Sie haben bewiesen, dass sie unsere Gesellschaft besser und menschlicher machen können.”   

Blick auf die Bundesländer  

Zum 31.12.2021 gab es insgesamt 24.650 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts in Deutschland. 88,6 Prozent davon haben ihren Sitz in den westlichen Bundesländern. Mit Blick auf das Stiftungswachstum ist Hessen mit 9,9 Prozent der Spitzenreiter unter den Bundesländern, gefolgt von Brandenburg mit 7,8 Prozent und Rheinland-Pfalz mit 6,0 Prozent.   

„Uns freut es vor allem, wenn Menschen Stiftungen gründen, um sich langfristig für unsere Gesellschaft einzusetzen“
Kirsten Hommelhoff, Generalsekretärin des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen

Die meisten Stiftungen gibt es in Nordrhein-Westfalen (4.795). Allerdings bleibt Hamburg weiterhin das Bundesland mit den meisten Stiftungen im Verhältnis zur Zahl der dort lebenden Menschen: Pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner existieren 79 Stiftungen. Die geringste Stiftungsdichte haben zwei ostdeutsche Bundesländer: Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils 11 Stiftungen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner.  

Spitzenreiter unter den Großstädten  

Darmstadt darf sich bereits zum zweiten Mal in Folge deutsche Stiftungshauptstadt nennen. Die hessische Großstadt führt das Ranking der deutschen Großstädte mit 232 Stiftungen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern an. Das unterfränkische Würzburg folgt wie im vergangenen Jahr auf Platz zwei (104 Stiftungen/100.000 Menschen). Oldenburg und Frankfurt am Main teilen sich den dritten Platz (85 Stiftungen/100.000 Menschen) hinter Würzburg.   

Beispiele von 2021 neu gegründeten Stiftungen


Stadtbodenstiftung, Berlin: Die Stadtbodenstiftung hat sich das Motto “Über den Boden zur solidarischen Stadt” gegeben. Sie versteht sich als Bürgerstiftung und engagiert sich für eine sozial gerechte, diskriminierungsfreie und ökologische Stadt. Dies geschieht vor allem durch die treuhänderische Verwaltung von Boden und die Vergabe von Erbbaurechten an nicht gewinnorientierte Akteure.  
www.stadtbodenstiftung.de

MONOM Stiftung für Veränderung, Leipzig: Die MONOM Stiftung fördert, stärkt und berät Personen und Initiativen, die sich gegen bestehende Diskriminierungen – wie Rassismus, Antisemitismus und Sexismus – oder für die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus engagieren. Die Stiftung will zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Gesellschaft ermutigen, mit dem Ziel die emanzipatorische Idee der Gleichheit Aller zu fördern.  
www.monom-stiftung.org

Kulturlabor – Stiftung zur Förderung von Kunst & Kultur, Sulz am Neckar: Das Kulturlabor will die Entwicklung einer vielfältigen kulturellen Landschaft fördern, in der diverse Stimmen ihr Publikum finden können, Toleranz und Demokratieverständnis gefördert werden, und Nachhaltigkeit als Haltung in allen Belangen des Lebens gefordert wird. Die Stiftung fördert engagierte und kreative Menschen, sowie Projekte aus Kunst und Kultur vor allem in ländlichen Regionen. 
www.kulturlabor-stiftung.de

Stiftung Cultopia, Köln: Im Art-Café der Stiftung sollen Menschen mit körperlichem, geistigem oder sozialem Handicap (z. B. ohne Schulabschluss) eine Ausbildung in einem Integrationsbetrieb erhalten und damit eine berufliche Perspektive. Ein weiteres Projekt von Cultopia ist ein Kunst- und Kulturzentrum mit einer Benefiz-Galerie, Veranstaltungen und einem kleinen Privat-Museum zu den Themen Armut, Obdachlosigkeit und soziale Benachteiligung. Außerdem will die Stiftung ihr Leuchtturmprojekt „CASA COLONIA” umsetzen, mit dem armen, ausgegrenzten, obdachlosen und geflüchteten Menschen geholfen werden soll.  
www.cultopia-stiftung.koeln 

Beate Wild

Pressesprecherin
Telefon: (030) 89 79 47-23

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