Neuer Leitfaden hilft Menschen mit Demenz unter 65 Jahren und ihren Familien / Wichtiger Baustein für bessere Versorgung in Hessen im Rahmen des Modellprojekts "MyCareNet"

Die Hans und Ilse-Breuer-Stiftung hat gemeinsam mit dem Institut für Zukunftsfragen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft (IZGS) der Evangelischen Hochschule Darmstadt (EHD) einen Leitfaden zur Beratung von Menschen mit präseniler Demenz entwickelt. Er bildet einen wichtigen Baustein im Rahmen des vom Land Hessen und den Pflegekassen geförderten Modellprojekts „MyCareNet“. Drei Jahre hatte die Stiftung mit wissenschaftlicher Begleitung Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung jungbetroffener Personen ins Leben gerufen und aufgebaut.

„Das Projekt MyCareNet hat gezeigt, wie dringend und wichtig eine vernetzte fachliche Begleitung von noch jungen Menschen mit Demenz ist“, sagte Diana Stolz, Hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege. „Eine Erkrankung an Demenz in jüngeren Jahren trifft Menschen meist völlig unvorbereitet und mitten im Leben. Eine noch bestehende Berufstätigkeit, familiäre und finanzielle Verpflichtungen oder drohende Pflegebedürftigkeit lässt Betroffene und ihre Angehörige oftmals verzweifeln. Wir wollen dazu beitragen, sie aufzufangen und noch bestehende Lücken im Betreuungssystem bestmöglich zu schließen.“

Anlaufstellen zur kompetenten Begleitung befähigen

Um die Beratung und Begleitung von jungbetroffenen Menschen mit Demenz und ihrer Familien zu verbessern, wurde eine Checkliste erstellt. Mit deren Hilfe können Beratungs- und Anlaufstellen in Hessen auf Fragestellungen reagieren oder sie aktiv ansprechen. Die Checkliste enthält allgemeine Fragen zu Symptomen, Diagnose, medizinischer Versorgung und Alltagsbewältigung. Außerdem beinhaltet sie Themen wie Erwerbstätigkeit und Rente, Vorsorgemaßnahmen wie auch besondere psychische Belastungen oder Zukunftsgestaltung. Sie bietet auch Platz für Notizen und Hinweise zu weiterführenden Informationen oder Hilfen.

Die Checkliste kann kostenfrei bei der Fachstelle für präsenile Demenz unter der Telefonnummer 069 / 2030 5546 oder per E-Mail an info[at]demenz-vor-65[punkt]de angefordert werden. 

Projektbausteine fließen in Gesamtkonzept

Ein wesentliches Ziel des am 1. April 2021 gestarteten Modellprojekts lag darin, hessenweit Fachstellen zu erreichen und miteinander in Kontakt zu bringen; mit der Website (www.demenz-vor-65.de), in einem Online-Fachtag oder durch Netzwerktreffen. Weiterhin sollten durch wissenschaftliche Forschung die vorgenommenen Maßnahmen analysiert, Lücken und konkrete Bedarfe benannt werden. 

Weiterführender Link