K.-H. Zillmer-Verlegerpreis 2022 geht an Leif Greinus

@ Robert Gommlich
Leif Greinus @ Robert Gommlich

Die Karl-Heinz Zillmer-Stiftung unter dem Dach der Hamburgischen Kulturstiftung zeichnet den Gründer und Verleger von Voland & Quist für sein verlegerisches Handeln aus

Der K.-H. Zillmer-Verlegerpreis 2022 geht an Leif Greinus von Voland & Quist. Mit seinem Programm setzt er sich seit der Verlagsgründung 2004 in Dresden und inzwischen mit Hauptsitz in Berlin für junge, urbane Literatur ein. Auf dem Programm stehen vor allem Werke deutschsprachiger Nachwuchsautor*innen, Erstübersetzungen junger Schriftsteller*innen aus Osteuropa, Spoken-Word-Lyrik und Kinderbücher. Zu den Autor*innen des Verlags zählen unter anderem Nora Gomringer, Marc-Uwe Kling, Olivia Kuderewski, Svetlana Lavochkina, Kirsten Fuchs, Francis Nenik, Ivana Sajko und Viktor Martinowitsch.

Den mit 20.000 Euro dotierten K.-H. Zillmer-Verlegerpreis für besonders verdienstvolles verlegerisches Handeln vergibt die Karl-Heinz Zillmer-Stiftung unter dem Dach der Hamburgischen Kulturstiftung seit 1994 alle zwei Jahre. Initiiert wurde er vom Hamburger Ingenieur und Stifter Karl-Heinz Zillmer (1936–2013). 2020 hat seine Frau Petra Zillmer das Preisgeld, das bis dahin bei 10.000 Euro lag, verdoppelt. Die K.-H. Zillmer-Verlegerpreise 2020 (an Dirk Rehm von Reprodukt) und 2022 (an Leif Greinus von Voland & Quist) werden am 21. November 2022 im Literaturhaus Hamburg verliehen. 2020 musste die Preisverleihung aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Der Senator für Kultur und Medien, Dr. Carsten Brosda, wird ein Grußwort halten. Interessierte können sich bei der Hamburgischen Kulturstiftung für die Preisverleihung anmelden per E-Mail unter veranstaltungen(at)kulturstiftung-hh.de.

Die Jury begründete ihre Auswahl des Preisträgers folgendermaßen: »Ein Verlag, der nach zwei literarischen Figuren benannt ist – Voland aus „Der Meister und Margarita“ und Onno Quist aus „Die Entdeckung des Himmels“ – zielt natürlich mitten ins Herz der europäischen Literatur. Regelmäßig führen uns die Programme von Voland & Quist vor Augen, wie mannigfaltig diese Literatur ist. Mit Übersetzungen aus dem Tschechischen, Kroatischen oder Ukrainischen sowie aus vielen weiteren Sprachen aus Ost- und Südosteuropa hat sich Verleger Leif Greinus mit seinem früheren Kompagnon Sebastian Wolter einen festen Platz in der Verlagslandschaft erobert – mit Entdeckerlust, Beharrlichkeit und Charme. Aufregende neue deutsche Literatur, das englischsprachige Imprint V&Q Books, die edition AZUR für Lyrik und die Agentur VQ Plus ergänzen diese Position mit Verve und Weitsicht. Dabei behält Leif Greinus stets das Wohlergehen der gesamten unabhängigen Verlagsszene im Blick, was er als Mitinitiator der diesjährigen Leipziger Pop-up-Messe abermals unter Beweis stellte. Wir bewundern diesen verlegerischen Mut und Einsatz und gratulieren Voland & Quist zur Volljährigkeit mit dem K.-H. Zillmer-Verlegerpreis!«

Mitglieder der Jury waren Tobias Becker (Der Spiegel), Dr. Antje Flemming (Behörde für Kultur und Medien), Lucy Fricke (Autorin), Prof. Dr. Rainer Moritz (Literaturhaus Hamburg), Birgit Politycki (Politycki & Partner) und Stephan Samtleben (Buchhandlung Samtleben).