Verleihung des Dr. K. H. Eberle-Preises 2020 an der Eberhard Karls Universität Tübingen

Friedhelm Albrecht
Preisträger des Eberle-Forschungs-preises 2020: Dr. André F. Martins, Professor Józ-sef Fortágh und Dr. Sabrina Hoff-mann.

Wie in den Vorjahren hat die Dr. K. H. Eberle Stiftung auch im Jahr 2020 den mit 250.000 Euro dotierten Forschungspreis für innovative Projekte an der Universität Tübingen vergeben. Im Jahr 2020 ging die Auszeichnung an das interdisziplinäre Projekt „Mikroskopie des Stoffwechsels“: Die Biochemiker Dr. Sabrina Hoffmann und Dr. André F. Martins (Werner Siemens Imaging Center) planen gemeinsam mit den Physikern Dr. Lőrinc Sárkány und Professor József Fortágh (Center for Quantum Science) die Entwicklung einer innovativen Mikroskopiemethode, mit der sich selbst kleinste Veränderungen des Stoffwechsels im Gewebe lokal und in Echtzeit abbilden lassen. Die Methode könnte so als neues Diagnoseverfahren Teil der präklinischen Bildgebung werden.
„Uns hat das Projekt überzeugt. Sollte dieses Diagnoseverfahren funktio-nieren, hätten wir einen weiteren Leuchtturm, um im Bereich der personali-sierten Medizin voranzukommen“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Dr. Eberle Stiftung, Thomas Schwind. Die Übergabe an die Preisträger konnte aufgrund der Pandemie noch nicht im feierlichen Rahmen stattfinden, soll aber nachgeholt werden, sobald die Infektionslage dies zulässt.

Forschungspreis: Den Stoffwechsel in Echtzeit verfolgen

Der Stoffwechsel eines Gewebes ist charakteristisch für dessen Gesundheitszustand und eignet sich damit hervorragend für die medizinische Diagnostik. Krankheitsbedingte Veränderungen des Stoffwechsels im Körper können durch die modernen Bildgebungsverfahren Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) erkannt werden. Diese Methoden sind jedoch hinsichtlich der Sensitivität, Auflösung und Verfolgung der endogenen Stoffwechseldy-namik begrenzt – die Preisträger sehen deshalb dringenden Bedarf an neuen Methoden, die eine kontinuierliche Echtzeit-Diagnose ermöglichen.

In der Quantenoptik ist die mikroskopische Detektion einzelner Atome und Moleküle anhand ihrer optischen Eigenschaften, Schwingungs- und Rotationsspektren sowie deren Beobachtung in Echt-zeit Standard. Auf dieser Grundlage werden aktuell Quanten- und Sensortechnologien entwickelt, die nun mit diesem interdisziplinären Projekt auch in der medizinischen Diagnostik angewendet wer-den sollen. Durch die Kombination faseroptischer Lasertechniken und moderner spektroskopischer Verfahren soll eine Mikroskopiemethode entwickelt werden, die bei minimalem Eingriff und kombi-niert mit den bildgebenden Methoden PET/MRT bisherige diagnostische Einschränkungen überwin-den und ein ganzheitliches, dynamisches Bild des Stoffwechsels erstellen kann.

Kontakt

Dr. Sabrina Hoffmann

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