Straßenaktion am Tag der Stiftungen - Franziskustreff-Stiftung in der Frankfurter Fußgängerzone

v.l.nr.: Sozialberaterin Svetlana Strojan, Kulturbeauftragter Hannibal Daldaban, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Silvia Sánchez, Bundesfreiwilliger Ben Grabowski, Franziskustreff Leiter Bruder Michael Wies

Franziskanische Gastfreundschaft in der Frankfurter City

Roll-Ups, Stehtische, Flyer, frische Blumen und ein hochmotiviertes Team: Das war die Grundlage unseres Infostandes am europaweiten Tag der Stiftungen. Im Zentrum von Frankfurt, in der stark frequentierten Liebfrauenstraße, stellten wir den Bürgern unsere Franziskustreff-Stiftung vor. Viele Interessierte waren von unserem Angebot überrascht. Die Basis unserer Stiftung ist der Franziskustreff, ein Ort der Gastfreundschaft für obdachlose Menschen in der Frankfurter City. Er wurde vor fast 30 Jahren von dem Kapuziner Bruder Wendelin (†2010) eingerichtet, den er nach dem Gründer des Kapuzinerordens Franziskustreff nannte. In diesem Gastraum wird obdachlosen und armen Menschen täglich ein reichhaltiges Frühstück von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern am Platz serviert. Jeder Gast trägt mit 50 Cent zum Frühstück bei, bestellt Kaffee oder Tee, Wurst oder Käse und kann sich anschließend sogar privat sozial beraten lassen. Unser Gastraum hat normalerweise 32 Plätze, jetzt allerdings nur 12. Dennoch kommen von Montag bis Samstag mit den Corona-Distanz-Regeln bis zu 110 Bedürftige an unsere Tische. Sie kommen gern zu uns, weil ihnen die herzliche franziskanische Gastfreundschaft im Schatten der Liebfrauenkirche etwas von ihrer Würde erfahren lässt, die so oft missachtet wird. Um das Vermächtnis von Bruder Wendelin zu erhalten, gründete die Deutsche Kapuzinerprovinz 2013 die Franziskustreff-Stiftung. Viele Wohltäterinnen und Wohltäter tragen die Einrichtung mit ihren Spenden. Durch die erfahrene Gastfreundschaft brechen manche Gäste auf, neu anzufangen.

So gestalten wir Zukunft

Getreu dem diesjährigen Motto des Tages der Stiftungen „Gemeinsam gestalten wir Zukunft“ stehen wir als Bürgerliche Stiftung in der Pflicht unserer Wohltäter, die eine Spende aus ihrem Vermögen bei uns gut aufgehoben wissen und erwarten, dass wir Alternativen entwickeln und verwirklichen. So konnten wir zusammen mit der Hannelore-Krempa-Stiftung einen ansprechenden Beratungsraum schaffen und eine Sozialberatung initiieren, die nicht nur bei den Papieren hilft, sondern auch lebensbiografisch arbeitet. Obdachlose haben kein Zuhause. Deswegen haben wir auch vor, eine Krankenstation für obdachlose Menschen zu eröffnen. Mit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft haben wir eine Straßen-Uni gegründet, weil uns Bildungsteilhabe sehr wichtig ist. Privatunternehmer vertrauen uns und geben uns die Möglichkeit, alternative Lösungsansätze zu verwirklichen, die in anderen Ländern wie Finnland oder Kanada schon erfolgreich sind, unter dem Stichwort Housing-First. Unser Ziel ist, Menschen von der Straße weg in ein festes Mietverhältnis zu bringen. Das Projekt ist das erste Housing-First-Projekt in Deutschland, in dem ein Housing-First-Ansatz mit einer Strategie zur Integration von wohnungslosen Menschen in den Arbeitsmarkt verknüpft wird.

Stimme für obdachlose Menschen

Mit unserer Straßenaktion wollten wir nicht nur die Bürger auf unsere Stiftung aufmerksam machen und ihnen zeigen welchen Beitrag wir in der Gesellschaft leisten. Ebenso wichtig war es für uns, obdachlosen und armen Menschen damit eine Sprache zu geben. Viele Menschen können sich nicht richtig vorstellen, was es bedeutet, dass Menschen, die jahrelang gearbeitet haben plötzlich ohne Dach leben können oder in Armut geraten. Ihnen eine Stimme zu verleihen, das tun wir hier im Franziskustreff und mit unserer Franziskustreff-Stiftung.

Kontakt

Silvia Sánchez

+49 (0) 69 297296 444

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