Seite an Seite gegen Antibiotika-Resistenzen: Boehringer Ingelheim Stiftung unterstützt AMR Action Fund zur Bekämpfung multiresistenter Krankheitserreger

AMR Aktion Fund

(18.02.2021, Mainz) Jedes Jahr sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO weltweit etwa 700.000 Menschen an Infektionen mit Krankheitserregern, gegen die kein Medikament mehr wirkt. Experten befürchten, dass die Zahl der Todesopfer bis 2050 auf zehn Millionen Menschen pro Jahr steigen könnte. Die WHO rechnet antimikrobielle Resistenzen (antimicrobial resistance, AMR) zu den größten Bedrohungen für die Gesundheit weltweit. Die Boehringer Ingelheim Stiftung stellt sich daher nun an die Seite des AMR Action Fund. Diese internationale Initiative strebt die Verfügbarkeit von zwei bis vier neuen wirksamen Antibiotika bis 2030 an. Der AMR Action Fund wird von der WHO unterstützt und bündelt weltweite Bestrebungen, eine Lösung für die zunehmende gesundheitliche Bedrohung durch antimikrobielle Resistenzen zu finden. Ihm gehören neben Industrieunternehmen auch Entwicklungsbanken wie die Europäische Investitionsbank (EIB) sowie namhafte gemeinnützige Organisationen an, wie zum Beispiel der Wellcome Trust, die global zweitgrößte Stiftung im Bereich medizinischer Forschungsförderung.

Die Boehringer Ingelheim Stiftung unterstützt den AMR Action Fund mittelbar mit 50 Millionen US-Dollar. Der Fund wurde im Juli 2020 gegründet. Die eingeworbenen finanziellen Mittel werden in Biotech-Unternehmen investiert, die an vielversprechender Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika arbeiten. Zeitgleich mit der Boehringer Ingelheim Stiftung geben auch die Europäische Investitionsbank mit rund 24 Millionen US-Dollar und der Wellcome Trust mit rund 67 Millionen US-Dollar erhebliche finanzielle Zusagen für den AMR Action Fund bekannt.

Breites Bündnis für öffentliche Gesundheit

„Wir brauchen innovative Lösungen, um die sich anbahnende Gesundheitskrise durch multiresistente Erreger abzuwenden. Denn ohne wirksame Medikamente gegen solche Krankheitserreger können viele Infektionen tödlich enden – selbst nach medizinischen Eingriffen, die heute sichere Routine sind. Die Unterstützung einer solchen Initiative passt gut zu unseren Zielen als gemeinnützige Stiftung. Wir helfen mit, eine der größten gesundheitlichen Bedrohungen unserer Zeit zu bekämpfen.“, so Stiftungsvorsitzender Christoph Boehringer.

„Die breite Allianz von Gesundheitsorganisationen, Regierungen, Industrieunternehmen und gemeinnützigen Organisationen schafft wichtige Voraussetzungen. Wir sind zuversichtlich, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse der forschenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hierdurch ihren Weg zu den mit schweren bakteriellen Infektionen betroffenen Patientinnen und Patienten finden, um deren medizinische Versorgung zu sichern.“

Klinische Prüfung von neuartigen Antibiotika beschleunigen

Der AMR Action Fund hat bereits über 1 Mrd. USD von Investoren eingesammelt, die der Fund in forschende Biotech-Unternehmen investieren wird, deren Forscherinnen und Forscher neuartige Antibiotika entwickeln. Die finanziellen Mittel des AMR Action Funds helfen den Biotech-Unternehmen, die wichtigen Schritte nach der Entwicklung bis zur klinischen Anwendungsreife zu finanzieren. Denn bevor Patientinnen und Patienten tatsächlich mit neuen Wirkstoffen behandelt werden können, müssen sich diese in aufwändigen klinischen Studien bewähren. Der Fund soll in Kürze einsatzbereit sein, und die Suche nach forschenden Biotech-Unternehmen mit einer hoffnungsvollen Antibiotika-Pipeline soll bereits im ersten Quartal 2021 beginnen.

Boehringer Ingelheim Stiftung

Die Boehringer Ingelheim Stiftung ist eine rechtlich selbstständige, gemeinnützige Stiftung und fördert die medizinische, biologische, chemische und pharmazeutische Wissenschaft. Errichtet wurde sie 1977 von Hubertus Liebrecht, einem Mitglied der Gesellschafterfamilie des Unternehmens Boehringer Ingelheim. Mit ihrem Perspektiven-Programm „Plus 3“ und den „Exploration Grants“ fördert sie bundesweit exzellente unabhängige Nachwuchsforschergruppen. Außerdem dotiert sie den internationalen Heinrich-Wieland-Preis sowie Preise für Nachwuchswissenschaftler und fördert institutionelle Projekte wie beispielsweise das Institut für Molekulare Biologie (IMB) und die Lebenswissenschaften an der Universität Mainz oder auch das European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg.

Kontakt:
Boehringer Ingelheim Stiftung
Kirsten Achenbach
Tel: +49 (0) 6131 / 27 508-16
Email: secretariat[at]bistiftung[punkt]de
www.boehringer-ingelheim-stiftung.de