Henne Holstege und Jochen René Thyrian erhalten Alzheimer-Forschungspreis

Preisträgerin Henne Holstege, Grundlagenforscherin am Amsterdamer UMC (Universitair Medische Centra)

Der renommierte Alzheimer-Forschungspreis 2020 der Hans und Ilse Breuer-Stiftung wird in diesem Jahr geteilt und geht mit 180.000 Euro an die Dr. Henne Holstege, Grundlagenforscherin am Amsterdamer UMC (Universitair Medische Centra) und mit 20.000 Euro an Dr. Jochen René Thyrian, Versorgungsforscher am DZNE Rostock/Greifswald. Seit 2006 hat die Stiftung den Alzheimer-Forschungspreis bereits 19 Mal vergeben. In der Vergangenheit  konnten sich Wissenschaftler selbst für den Forschungspreis bewerben. In diesem Jahr wurden die Kandidaten erstmals von einem international besetzten Scientific Advisory Board (SAB) nominiert.

Die 1975 in Rotterdam/Niederlande geborene Henne Holstege studierte Chemie an der Universität Leiden, wo sie 2001 ihren Abschluss machte. 2002 promovierte sie am Netherlands Cancer Institute. Seit 2010 arbeitet sie am Amsterdam University Medical Center im Bereich Clinical Genetics und am Alzheimer Center. 2013 startete sie eine Studie über die Genetik gesunder Hundertjähriger, um herauszufinden, wie deren Gene an der Aufrechterhaltung ihrer Gehirngesundheit beteiligt sind und ob möglicherweise mit einem Medikament die Funktion dieser Gene nachgeahmt werden kann. Seit 2015 ist sie Assistenz-professorin am Amsterdamer UMC und leitet derzeit die Abteilung für klinische Genetik, wo die Genomik des Alterns mit dem Fokus auf neurodegenerative Erkrankungen untersucht werden. Henne Holstege wird mit dem Preisgeld die nationalen und internationalen Kooperationen ausbauen, um mit gemeinsamen Anstrengungen einen maximalen Erkenntnisgewinn aus den gesammelten Daten und Biomaterialien zu erzielen.

Jochen René Thyrian (geb. 1971 in Euskirchen) studierte an der Julius Maximilians Universität Würzburg Psychologie und arbeitete nach seinem Diplom als Neuropsychologe  in der Frührehabilitation neurologischer Patienten, bevor er zum Zwecke der Promotion an die Universität Greifswald wechselte. Im Rahmen der Suchtforschung wurde er 2005 zum Dr. rer. med. promoviert. 2011 wurde er an der Universität Greifswald zum Thema Bevölkerungswirksamkeit präventiver Maßnahmen habilitiert und erhielt die venia legendi in Epidemiologie und Sozialmedizin. Seit 2010 forscht er am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) im Bereich interventionelle Versorgungsforschung. Er ist kooptiertes Vorstandsmitglied der Deutschen Alzheimer Gesellschaft und in verschiedenen wissenschaftlichen Beiräten tätig. Das Preisgeld wird René Thyrian einsetzen um Forschung durch Partizipation aller Beteiligten, also der Menschen mit Demenz, ihren Angehörigen und Versorgern, auszubauen. Hierdurch kann Wirksamkeit erhöht und der nachhaltige Einfluss von Forschung auf die Versorgung nachhaltig verbessert werden.

Die Preisverleihung wird coronabedingt im Februar 2021 im Rahmen einer virtuellen Fachveranstaltung stattfinden.

Über die Hans und Ilse Breuer-Stiftung

Die vom Land Hessen als "Stiftung des Jahres 2016" ausgezeichnete Hans und Ilse Breuer-Stiftung hat es sich seit ihrer Gründung im Jahr 2000 zur Aufgabe gemacht, die Lebenssituation von Demenzkranken und ihren Angehörigen zu verbessern. Die gemeinnützige Einrichtung mit Sitz in Frankfurt am Main engagiert sich einerseits mit dem eigenen Demenzzentrum "StattHaus Offenbach" in der Betroffenenhilfe und fördert andererseits die wissenschaftliche Grundlagenforschung zu Demenz. Seit 2006 hat die Stiftung bereits 30 Stipendien an den wissenschaftlichen Nachwuchs vergeben. Ebenfalls seit 2006 verleiht die Stiftung den mit 100.000 Euro dotierten Alzheimer-Forschungspreis, mit dem bislang 19 Preisträger gewürdigt wurden. Die Verleihung erfolgt traditionell im Rahmen einer wissenschaftlichen Fachveranstaltung wie beispielsweise dem Eibsee-Meeting, einem renommierten Alzheimer-Kongress, der rund um das Kuratoriumsmitglied der Stiftung, Prof. Christian Haass von der Ludwig-Maximilians-Universität München, Experten aus der ganzen Welt zusammenbringt, und der von der Hans und Ilse Breuer-Stiftung in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und dem Excellenzcluster SyNergy ausgerichtet und finanziert wird. Ebenso förderte die Stiftung 2020 den 19. Kongress des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung. Weitere Informationen zur Hans und Ilse-Breuer-Stiftung auf der Website: www.breuerstiftung.de

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