Dr. Eberle Zentrum für Digitale Kompetenzen an der Eberhard Karls Universität Tübingen

Dr. K. H. Eberle Stiftung

Mit dem neuen Förderformat „Digitale Lehr- und Lernmaterialien“ ruft das Dr. Eberle Zentrum für digitale Kompetenzen der Universität Tübingen dazu auf, Konzepte für Online-Formate einzureichen ‒ von einzelnen Modulen bis zu multimedial aufbereiteten Kursen. Diese sollen in Lehrveranstaltungen einsetzbar sein und als „Open Educational Resources (OER)“ national wie international zur Verfügung stehen. Möglich wird dies über den Onlinedienst „Open Educational Resources der Hochschulen in Baden-Württemberg“, den die Universitätsbibliothek Tübingen im Rahmen des Hochschulnetzwerks „Digitalisierung der Lehre“ zur Verfügung stellt.

Das Zentrum wurde von der Dr. K. H. Eberle Stiftung bisher mit 600.000 Euro finanziert und soll auch weiterhin gefördert werden. Als Lehr- und Lernzentrum bildet es Studierende sowie Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler für den Einsatz digitaler Medien in Forschung und Studium aus. Die OER-Preise gehen in diesem Jahr an folgende Projektideen:

  • Im Projekt „Computational Thinking als kognitive Grundlage des Programmierens“ entwickelt Katerina Tsarava vom Hector Institut für Empirische Bildungsforschung (HIB) ein Unterrichtsmodul für angehende Lehrkräfte im Bereich Informatik. Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse können damit spielerisch an die Grundlagen des Programmierens herangeführt werden. Das Projekt ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen HIB (Prof. Ulrich Trautwein) und dem Fachbereich Informatik (Prof. Klaus Ostermann). Es baut auf einem Modul für Grundschulen auf, entwickelt von Katerina Tsarava, Dr. Manuel Ninaus (Leibniz Institut für Wissensmedien) und Prof. Korbinian Moeller (Loughborough University).
  • Im Projekt „MuseumVirtuell“ erarbeitet Stefan Krmnicek, Juniorprofessor für Antike Numismatik am Institut für Klassische Archäologie, ein Modul, das Studierende der kunst- und kulturwissenschaftlichen Fächer für den Einsatz von „Virtual Reality“ im Museumsbereich schult. In einem Seminar lernen diese, wie sich aus digitalisierten Museumsobjekten eine virtuelle Ausstellung im Internet konzipieren und praktisch umsetzen lässt.
  • Mit dem Projekt „Geo-dig online – praxisnahe Lernelemente in Lehrveranstaltungen der Geoinformatik“ erweiternDr. Andreas Braun und Dr. Hans-Joachim Rosner vom Lehrstuhl „Physische Geographie und Geoinformatik“ Lehrinhalte der Geoinformatik durch anwendungsbezogene Lern- und Prüfungsinhalte. Das Geographische Institut vermittelt Studierenden bereits Kompetenzen in Kartographie, Statistik, räumlicher Datenanalyse und der Auswertung von Satellitenbildern. Nun werden diese Module durch praktische digitale Aufgaben und geleitete Übungen (z.B. durch Videos) zu Themen der Geo-Visualisierung, der Verwendung von Programmiersprachen oder des Cloud Computings erweitert.
  • PD Dr. Sebastian Bücking und Edith Scheifele, M.A., vom Deutschen Seminar/Sonderforschungsbereich 833 gestalten ein Lehr-Lern-Modul „Natürliche und formale Sprachen“, das in den Zusammenhang von natürlichen und formalen Sprachen einführt. Formale Sprachen werden in der Sprachwissenschaft dazu genutzt, natürliche Sprachen wie das Deutsche oder Englische zu beschreiben und deren Funktionsweise zu erklären. Sie finden aber auch als Programmiersprachen (z.B. R, Latex) Anwendung. Das Modul will dazu befähigen, formale Sprachen zu verstehen, zu erlernen und für die theoretische und praktische Arbeit mit natürlichen Sprachen nutzbar zu machen.
  • Im Lehrprogramm „Embryologie-Lernspiele“ hat PD Dr. Ingmar Werneburg aus der Paläontologischen Sammlung der Universität seltene historische Embryonen-Zeichnungen aufbereitet. Für das Verständnis der Stammbaumforschung entwickelte er – zusammen mit Schweizer Kollegen – ein interaktives Online-Programm für Studierende. Mit der OER-Förderung soll dieses weiter ausgebaut und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. (Programm: www.msanchezlab.net/phylotool/tool/).

 

Die Dr. K. H. Eberle Stiftung mit Sitz im baden-württembergischen Lörrach wurde aus dem Vermögen des Unternehmers Dr. Karl Helmut Eberle gegründet und engagiert sich in der Forschungs- und Innovationsförderung in Tübingen und anderen Hochschulen. Eberle, der im November 2015 im Alter von 88 Jahren starb, hatte an der Universität Tübingen Medizin studiert und war danach erfolgreich in der Immobilienbranche tätig.

Kontakt

Dr. Michael Derntl

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