Die Insel für die Elbe

BUND e. V.
Freuten sich über die neu geschaffene "alte" Insel an der Elbe (v.ln.r.): Peter Wilde (Projektmanager Allianz Umweltstiftung), Olaf Bandt (Vorsitzender BUND e. V.), Dr. Meike Kleinwächter (Leiterin BUND-Auenzentrum), Dieter Leupold (Projektkoordinator "Lebendige Auen für die Elbe") und Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler (Vorstand Trägerverbund Burg Lenzen)

Im Rahmen des Großprojektes "Lebendige Auen für die Elbe" unterstützte die Allianz Umweltstiftung im Landkreis Stendal (Sachsen-Anhalt) die Wiederherstellung einer alten Flussinsel. Seit wenigen Wochen wird die Insel, der Kälberwerder, wie vor 120 Jahren ganzjährig von der Elbe umströmt. Förderer und Projektbeteiligte nahmen das Projekt nun in Augenschein.

Auenjuwel

Die Hohe Garbe, ein wertvoller Auwald von etwa zwei Quadratkilometern Größe im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe, ist ein besonderes Auenjuwel. Mit typischen Auwaldbäumen wie Eichen und Flatterulmen ist die Hohe Garbe ein bedeutsamer Lebensraum zum Beispiel für Fischotter, Mittelspecht und verschiedene Fledermausarten. Auch der Seeadler hat hier einen Rückzugsraum gefunden.

Auenprojekt

Im Rahmen des Großprojektes "Lebendige Auen für die Elbe" soll auf der Hohen Garbe wieder eine naturnahe Auendynamik mit typischen Auenlebensräumen entstehen. Dazu wurden seit 2018 unter anderem ein alter Deich stellenweise zurückgebaut, verschiedene Kleingewässer geschaffen und aufgewertet sowie ehemals vorhandene Flutrinnen wiederbelebt und an den Elbstrom angeschlossen. Als letztes Teilprojekt konnte nun die Wiederherstellung einer alten Flussinsel, des Kälberwerders, abgeschlossen werden. Bei einem gemeinsamen "Inselbesuch" beendeten die zahlreichen Projektbeteiligten und Förderer am 6. Oktober 2021 das Projekt offiziell.

Auen sind wichtig

"Im Kampf gegen die Klimakrise und das Artensterben kommt intakten Auen eine ganz besondere Bedeutung zu", sagte der Vorsitzende des BUND e. V., Olaf Bandt, im Rahmen der Besichtigung. Ökologisch funktionsfähige Auen seien wie Schwämme, sie könnten Hochwasser aufnehmen und in Dürrezeiten das Wasser langsam wieder in die umliegenden Gebiete abgegeben. Mit Blick auf die zunehmenden Extremwetterereignisse seien diese Funktionen für unsere Gesellschaft von besonderer Bedeutung, so Bandt.

Dank an die Allianz Umweltstiftung

Dr. Meike Kleinwächter, dankte besonders der Allianz Umweltstiftung: "Ohne ihre Unterstützung wäre es nicht möglich gewesen, diesen letzten Baustein unseres Gesamtprojektes umzusetzen und in der Mittelelbe wieder eine Insel zu schaffen," so die Leiterin des BUND-Auenzentrum Lenzen. "Mit dem Ausbaggern des Nebengerinnes haben wir nun typische Flusslebensräume wiederhergestellt, wie es sie an der Elbe zuletzt vor gut 150 Jahren gab. Die unterschiedlichen Strömungen in solchen Rinnen sind essenziell für viele Fischarten, Libellen und andere Wasserlebewesen."

Peter Wilde, Projektmanager der Allianz Umweltstiftung, sagte: „Wir freuen uns, mit diesem tollen Projekt einen Beitrag zum Erhalt und zur Weiterentwicklung dieser besonderen Lebensräume geleistet zu haben. Denn die hohe Garbe und der Kälberwerder sind nicht nur ökologisch höchst wertvolle Biotope. Sie sind gleichzeitig auch schöne, fast urtümliche Naturräume, die durch das Engagement Vieler für die Nachwelt gesichert werden konnten.“

Baggern für die Insel

Dieter Leupold, Koordinator im Projekt "Lebendige Auen für die Elbe", erläuterte den Ablauf der vor etwa einem Jahr begonnene Bauarbeiten. Zunächst sei eine insgesamt etwa 1,8 Kilometer lange und teilweise verlandete Nebenrinne der Elbe geschaffen worden. Die zirka 4.500 Kubikmeter Aushub habe man dabei nicht abtransportiert, sondern auf dem Kälberwerder verteilt.

Der anspruchsvollste und abschließende Teil der Baumaßnahmen war der flussaufwärts gelegene "Anschluss" der Rinne an die Elbe. "Eine echte Tiefbaumaßnahme", so Leupold. Denn um die zwei großen Rohrdurchlässe, durch die nun das Elbwasser ganzjährig in das Nebengerinne strömt, unter trockenen Bedingungen einbauen zu können, sei die Rammung eines wasserdichten Spundwandkastens tief in den Boden nötig gewesen. Und um die Böschungen rund um die Durchlässe vor Aus- und Unterspülung zu sichern, wurden etwa 100 Kubikmeter so genannte Wasserbausteine verbaut.

Aus der Luft gesehen

Einen guten Eindruck vom Projekt "Kälberwerder" gibt das Video Wiederherstellung einer Insel an der Elbe unseres Projektpartners BUND e. V.