Der Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds vergibt 2021 erstmals den Stiftungspreis Talent Management

v.l.n.r.: Jörg E. Staufenbiel, Jakob Jäger, ©Ulla Anne Giesen
Stiftungspreis: Talent Management 2021

Die im Dezember 2020 gegründete Staufenbiel Stiftung lobt in diesem Jahr erstmals den Stiftungspreis Talent Management aus. Ausgezeichnet werden eine Master-Arbeit, Dissertation oder ein Forschungsprojekt möglichst aus den Bereichen Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Wirtschaftsingenieurwesen oder Wirtschaftspsychologie. Die Themen orientieren sich an den Grundsätzen der sozialen Marktwirtschaft, einer werteorientierten Unternehmenskultur sowie Wirtschaftsethik. Auch die Persönlichkeit der Bewerberinnen und Bewerber sowie das außeruniversitäre Engagement der Personen wird in die Bewertung einbezogen.

Der Stifter Jörg E. Staufenbiel ist Gründer des Staufenbiel Institut für Studien- und Berufsplanung und der Staufenbiel Personalberatung, mit Niederlassungen in Köln, München und Hamburg.

Talent Management umfasst das Gewinnen (Recruiting), Identifizieren (Auswahl), Entwickeln (PE) und Halten (Retention) von talentierten Absolventinnen und Absolventen für zukünftige Führungsaufgaben. Personalmarketing (PM), Personalentwicklung (PE), Job-Rotation, sowie Assessment-Center (AC‘s) sind wichtige Bausteine.

Die Wahl der Jury für den Stiftungspreis Talent Management 2021 fiel auf Jakob Jäger, M.Sc., Absolvent der WiSo-Fakultät, Universität zu Köln. Seine Masterarbeit über eine KI Applikation im Rekruitierungsprozess hat er im vergangenen Semester erfolgreich mit 1.0 abgeschlossen. Titel der Master These in Personnel Economics und HRM anhand einer Fallstudie lautet: Die Auswirkungen eines KI-gestützten Rekrutierungsprozesses auf die Diversität und Qualität der Einstellungen.

 

Ein Abstract der Mastarbeit von Jakob Jäger

Im Laufe der Jahre wurde künstliche Intelligenz (KI) immer häufiger von Organisationen implementiert und eingesetzt, um Rekrutierungsprozesse zu verbessern. Es ist jedoch nur wenig über die Auswirkungen eines durch KI verbesserten Rekrutierungsprozesses auf die Diversität und Qualität der Einstellungen bekannt. Anhand einer empirischen Untersuchung wurde ein konkreter Fall der KI-Implementierung in der Personalbeschaffung in Form von Analysen der zugrunde liegenden Rekrutierungsdaten und qualitativen Interviews mit Personalverantwortlichen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die implementierte KI neutral in Bezug auf das Geschlecht und den Bildungshintergrund der Bewerber ist und somit den Weg für eine objektivere Einstellungsentscheidung ebnet. Dies wirkt sich positiv auf die Diversität der Einstellungen aus. Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass ein KI-gestützter Rekrutierungsprozess das Potenzial hat, die Einstellungsdiversität zu erhöhen, wobei der Einfluss durch den Grad der KI-Adoption durch die Personalverantwortlichen bestimmt wird. Tatsächlich decken die Ergebnisse eine potenzielle geschlechtsspezifische Diskriminierung aufgrund menschlicher Eingriffe in den Rekrutierungsprozess auf, die durch einen anreizschaffenden geschlechtsspezifischen Leistungsindikator (KPI) getrieben sein könnte. Basierend auf den Erkenntnissen, dass die einstellenden Manager nicht immer die KI-Empfehlung übernehmen, wird die Qualität der Einstellungen gemäß der KI untergraben.

Kontakt

Sabine Junker

0221 406331-88

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