12. Dresden-Preis geht an die spanische Ärztin Cristina Marín Campos für ihr Engagement in der Corona-Krise

Foto: Juan Carlos Rojas/Friends of Dresden Deutschland e.V.
Cristina Marín Campos

Dresden/Heidelberg, 10. Dezember 2020. Stellvertretend für das medizinische Personal weltweit, das in der Corona-Krise Herausragendes geleistet hat und immer noch leistet, erhält die spanische Ärztin Cristina Marín Campos den 12. Internationalen Friedenspreis „Dresden-Preis“. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird gefördert von der Klaus Tschira Stiftung. Da die Semperoper, in der dieser Preis seit 2010 vergeben wird, bis Ende Februar wegen der Corona-Pandemie geschlossen ist, wird die Auszeichnung am 21. Februar 2021 in einer Online-Präsentation verliehen.

Die 32-jährige Cristina Marín Campos, Ärztin am Hospital Universitario de La Princesa in Madrid, hat weit mehr getan als ihre ärztliche Pflicht. Als die erste Pandemie-Welle im Frühjahr 2020 Spanien besonders hart getroffen hatte, war auch ihr Krankenhaus überfüllt mit Covid-19-Patienten. Die Ärztin realisierte schnell, dass die Kranken auf den von der Außenwelt abgeschotteten Stationen besonders unter der Isolation litten. Noch im März rief sie deshalb über die sozialen Medien die spanische Bevölkerung auf, Briefe an die Patientinnen und Patienten zu schicken. „Ich wollte die Situation für die Kranken etwas menschlicher machen, ihnen Ermutigung geben“, erklärt sie ihre Aktion.

Haltet durch, ihr seid nicht allein

Allerdings hatte sie nicht mit einer derart großen Resonanz gerechnet. Bereits am ersten Tag gingen 35.000 Briefe ein. Sie kamen aus allen Schichten der spanischen Bevölkerung. Viele Kinder schrieben, ebenso Bewohnerinnen und Bewohner von Altenheimen. Selbst Gefängnisinsassen beteiligten sich an der Aktion. Und alle Schreiben hatten eine ähnliche Botschaft: „Haltet durch, ihr seid nicht allein.“

„Ich hatte nur die Idee, aber das Eigentliche haben jene getan, die die Briefe geschrieben haben. Ich bin sehr stolz auf die Spanier“, sagt Marín Campos. Nach nunmehr acht Monaten, seitdem die Aktion läuft, haben die Rückmeldungen ihr auch gezeigt, wie sehr die emotionalen und Mut machenden Botschaften den Patienten bei der Genesung halfen.

Gerhart Baum, Ehrenmitglied des Vereins „Friends of Dresden Deutschland“ und ehemaliger Bundesinnenminister, würdigt das Engagement der jungen Ärztin: „In Zeiten wie diesen brauchen wir solche menschlichen Gesten wie die von Cristina Marín Campos. Sie machen uns Mut. Und es ist beeindruckend, wie ein von der Pandemie und auch den Maßnahmen dagegen viel stärker als Deutschland betroffenes Land wie Spanien Solidarität und Mitgefühl zeigt. Angesichts dessen muss man es als besonders beschämend empfinden, dass es nirgends in der Welt so viele Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen gibt wie in Deutschland. Die es genau an diesem vermissen lassen: Solidarität und Mitgefühl.“

Beate Spiegel, Geschäftsführerin der Klaus Tschira Stiftung, ergänzt: „Die Corona-Krise hat uns gezeigt, wie wichtig das Engagement Einzelner für den Zusammenhalt der Gesellschaft ist. Neben wissenschaftlicher Forschung und medizinischer Kunst ist einfach das menschliche Mitgefühl ein wesentlicher Faktor der Heilung. Frau Marín Campos kann ein Vorbild für uns alle sein, die wir uns fragen sollten, wie wir Anderen in diesen Zeiten eine Freude machen können. Der Preis für sie ist auch ein Ausdruck der europäischen Solidarität in der Corona-Krise.“

Die Schauspielerin Hanna Schygulla wird bei der Präsentation Auszüge aus den Briefen an die spanischen Corona-Patienten lesen.

„Dresden-Preis“

Der „Dresden-Preis“ wird vom Verein Friends of Dresden Deutschland e.V. ausgelobt und 2021 zum zwölften Mal vergeben. Bisherige Preisträger des internationalen Friedenspreises waren unter anderen Michail Gorbatschow, der ehemalige sowjetische Offizier Stanislaw Petrow, der Herzog von Kent, der Urvater der Whistleblower Daniel Ellsberg, der Sportler und Bürgerrechtskämpfer Tommie Smith sowie die Friedensaktivistin Kim Phuc Phan Thi, die als Napalm-Opfer auf dem weltberühmten Foto aus dem Vietnam-Krieg zu sehen ist. Im Februar 2020 wurde mit der jungen Syrerin Muzoon Almellehan eine der stärksten Stimmen weltweit für Bildung in Krisengebieten ausgezeichnet. Mehr unter: www.dresdner-friedenspreis.de

Klaus Tschira Stiftung

Die Klaus Tschira Stiftung (KTS) fördert Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik und möchte zur Wertschätzung dieser Fächer beitragen. Sie wurde 1995 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940–2015) mit privaten Mitteln ins Leben gerufen. Ihre drei Förderschwerpunkte sind: Bildung, Forschung und Wissenschaftskommunikation. Das bundesweite Engagement beginnt im Kindergarten und setzt sich in Schulen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen fort. Die Stiftung setzt sich für den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ein. Weitere Informationen unter: www.klaus-tschira-stiftung.de

Hinweis für Medienvertreter

Anfragen nach Interviews mit der Preisträgerin Cristina Marín Campos richten Sie bitte an: info[at]friendsofdresden-deutschland[punkt]com

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