12. Dresden-Preis am 27. Juni 2021 in der Semperoper

Cristina Marín Campos

Dresden, 1. Juni 2021. Die Verleihung des 12. Internationalen Friedenspreises „Dresden-Preis“ am 27. Juni 2021 in der Semperoper Dresden ist dem medizinischen Personal weltweit gewidmet, das in der Corona-Pandemie Herausragendes geleistet hat und noch leistet. Stellvertretend für sie alle wird die spanische Ärztin Cristina Marín Campos mit dem „Dresden-Preis“ geehrt. Der mit 10.000 € dotierte Preis wird ermöglicht durch die Klaus Tschira Stiftung.

Um die Einsamkeit der auf Intensivstationen isolierten COVID-Patienten zu lindern, hatte Cristina Marín Campos die spanische Bevölkerung dazu aufgerufen, den Kranken zu schreiben. Bereits am ersten Tag gingen 35.000 Briefe ein. Es schrieben Menschen aus allen Schichten, Bewohner von Altenheimen, viele Kinder, sogar Gefängnisinsassen beteiligten sich. Ärzte und Schwestern lasen den Patientinnen und Patienten die Briefe vor.

„In der Öffentlichkeit wurde das vergangene Jahr häufig auch als ein Jahr der politischen Kontroverse wahrgenommen. Was aber am Ende wirklich zählt und bleiben wird, sind solche großartigen menschlichen Gesten der Solidarität wie die von Dr. Marín Campos“, sagt Gerhart Baum, der die Laudatio auf die Madrider Ärztin halten wird. Den Preis überreichen wird Beate Spiegel, Geschäftsführerin der Klaus Tschira Stiftung.

Schauspielerin Hanna Schygulla liest bei der Preisverleihung Auszüge aus den Briefen.

Künstler ehren verstorbene Mediziner

Nach offiziellen Schätzungen sind weltweit mehr als 100.000 Ärztinnen und Ärzte und Pflegerinnen und Pfleger bei der Ausübung ihrer Arbeit an COVID-19 gestorben. An fünf dieser Schicksale werden stellvertretend für alle Opfer der Pandemie fünf Musiker unterschiedlicher Genres erinnern. Neben Opernweltstar René Pape werden die sizilianische Liedermacherin und Sängerin Etta Scollo, der britische Straßenmusiker Geraint John Jones, der niederländische Opernsänger Martin-Jan Nijhof, Ensemblemitglied der Semperoper Dresden, sowie der aus St. Petersburg stammende Akkordeonspieler Valentin Butt diese Geschichten erzählen und zum Gedenken an die Opfer und für alle betroffenen Familien das musikalische Programm gestalten.

Ticketverkauf voraussichtlich ab 16. Juni 2021

Angesichts der sich entspannenden Corona-Lage kann die Veranstaltung in der Semperoper Dresden vor Publikum stattfinden. Dennoch wird das Platzangebot aufgrund der weiterhin bestehenden Abstands- und Hygieneregeln eingeschränkt sein. Der Kartenvorverkauf – Ticketpreis 5 Euro – findet voraussichtlich ab dem 16. Juni 2021 und voraussichtlich nur online statt unter www.semperoper.de. Für den Besuch der Veranstaltung gilt die aktuelle Sächsische Corona-Schutz-Verordnung. Die Semperoper bittet darum, die aktuellen Informationen zum Vorverkauf und zu den Hygienebestimmungen auf semperoper.de zu beachten.

Die Veranstaltung wird aufgezeichnet und steht im Stream zur Verfügung ab dem 29. Juni unter www.dresdner-friedenspreis.de.

„Dresden-Preis“

Der von der Klaus Tschira Stiftung geförderte „Dresden-Preis“ wird vom Verein Friends of Dresden Deutschland e.V. ausgelobt und 2021 zum zwölften Mal vergeben. Bisherige Preisträger des internationalen Friedenspreises waren unter anderem Michail Gorbatschow, der ehemalige sowjetische Offizier Stanislaw Petrow, der Herzog von Kent, der Urvater der Whistleblower Daniel Ellsberg, der Sportler und Bürgerrechtskämpfer Tommie Smith sowie die Friedensaktivistin Kim Phuc Phan Thi, die als Napalm-Opfer auf dem weltberühmten Foto aus dem Vietnam-Krieg zu sehen ist. Im Februar 2020 wurde mit der jungen Syrerin Muzoon Almellehan eine der stärksten Stimmen weltweit für Bildung in Krisengebieten ausgezeichnet.