Die Bürgerstiftungs-Tournee mit Cameron Carpenter: 40 „Konzerte vor den Fenstern der Stadt“

Cameron Carpenter bei der Bürgerstiftungs-Tournee
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Foto: Bürgerstiftung Schaumburg

Koordiniert vom Bündnis der Bürgerstiftungen Deutschlands, gastierte Star-Organist Cameron Carpenter mit einer auf einen LKW montierten Orgel in acht Städten - vor Ort organisiert von den lokalen Bürgerstiftungen.

Bürgerstiftungs-Tournee mit Cameron Carpenter
Foto: Bürgerstiftung Schaumburg

Das Anliegen Carpenters und der Bürgerstiftungen: Musik – und damit eine kleine Aufheiterung – jenen zu bringen, die besonders unter Isolation und Distanzierung zu leiden haben: Menschen in Seniorenheimen, Krankenhäusern und Hospizen.

40 Konzerte in acht Tagen 

In acht Tagen legte Carpenter über 2.500 Kilometer zurück und spielte täglich fünf Konzerte à 30-45 Minuten. Auch wenn diese Rahmendaten an sich schon beeindruckend sind, sagen sie wenig über die ergreifenden, herzlichen und heiteren Reaktionen aus, die der Musiker bei den alten Menschen auslöste.

Immer wieder wurde dem Musiker – bei gebührendem Abstand – für sein Engagement gedankt. Er wurde um gemeinsame Fotos gebeten, zu seinen musikalischen Werken befragt und durfte in den Genuss regionaler Spezialitäten kommen („We call it Eierlikör“).

Carpenter, der weltweit in den größten Sälen und mit den bedeutendsten Orchestern und Dirigenten gastiert, genoss den Kontakt sichtlich und freute sich nicht weniger als die Bürgerstiftungs-Akteure über die Freude und Begeisterung der alten Menschen ebenso wie über das große Interesse der Medien: SWR, WDR, NDR und ARTE berichteten ausführlich in Radio und Fernsehen und dutzende Zeitungen brachten begeisterte Artikel über diese Tournee, die dadurch auch zur besten Reklame für die Arbeit der Bürgerstiftungen wurde.

Erste kulturelle Abwechslung seit Beginn der Pandemie

In mancher Einrichtung war das „Konzert vor den Fenstern“ die erste Abwechslung seit Beginn der Corona-Pandemie. „Kommen Sie bald mal wieder!“, riefen die entsprechend dankbaren Musikhörer Carpenter immer wieder nach. Versprechen konnte er es nicht. Ausschließen wollte er es aber auch nicht. Denn Carpenter will sein soziales Engagement jenseits der großen Säle weiterführen. So deutlich wie lange nicht habe er auf dieser Tournee die Bedeutung und die Relevanz von Musik für die Menschen erfahren, bilanzierte er später.

Auf dieser besonderen Tournee sollten ausschließlich Werke von Johann Sebastian Bach erklingen. Aufgrund der Kürze der Konzerte wolle er nur das Beste abliefern „und ich kenne keinen besseren Komponisten als Bach“. Zudem entstünde die Schönheit von Bachs Musik aus Logik und strenger Form und könne so „Ordnung in den Verstand bringen". Wer bräuchte das nicht dieser Tage?

Eine Win-Win-Win-Situation

Am Ende war Carpenter voll des Lobes und der Dankbarkeit für die Bürgerstiftungen in Stuttgart, Herzogenrath, Gronau, Schaumburg, Hannover, Rendsburg, Neubrandenburg und Barnim-Uckermark, die es ihm ermöglicht haben, was die meisten seiner Kolleginnen und Kollegen derzeit so schmerzlich vermissen: Konzerte vor Publikum zu geben. Eine Win-Win-Win-Situation sei das gewesen, wurde am Ende festgehalten: Die alten Menschen, Cameron Carpenter und die Bürgerstiftungs-Akteure – sie alle fühlten sich beschenkt.

Autor
Ulrike Reichart

Leiterin Bündnis Bürgerstiftungen Deutschlands
Koordinatorin Arbeitskreis Bürgerstiftungen

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