Zeitenwechsel

Das Neue Jahr beginnt für mich mit einem Workshop zur Veränderung von Stiftungen über die Jahrhunderte – Eine Diskussion über Zeitenwechsel also zum Jahreswechsel.

Liebe Stiftungsfreunde,

das Neue Jahr beginnt für mich mit einem Workshop zur Veränderung von Stiftungen über die Jahrhunderte – gemeinsam mit Maecenata und mit rund zwanzig Forschern von Michael Borgolte aus Berlin bis Thomas Adam aus Texas und Praktikerinnen und Praktikern von Walter Herberth vom Juliusspital, Matthias Fiedler von der Bewegungsstiftung bis Sylke Freudenthal von der Veolia Stiftung. Eine Diskussion über Zeitenwechsel also zum Jahreswechsel. 

Stiftungen sind seit jeher Unternehmer und Investoren

Stiftungen gibt es, solange Menschen Überschüsse erwirtschaften und sie einem gesellschaftlichen Zweck widmen – über die Grenzen von Jahrtausenden, Kontinenten und Religionen hinweg. Stiftungen waren immer wieder Unternehmer und Investoren, und immer wieder Institutionen von Vielen statt nur von Wenigen. Überraschend sind dabei heute vergessene Formen des Stiftens wie die gemeinwohlorientierten Aktiengesellschaften, mit denen im 19. Jahrhundert überall in Deutschland neue Wohnviertel, Kultureinrichtungen sowie Zoologische Gärten errichtet wurden.

Crowdfunding: Ein Finanzierungsmodell des Mittelalters

Viele Entwicklungen, die heute das Stiften verändern, sind im Weitwinkel der Geschichte eher Wiederentdeckungen als Neuland: Crowdfunding finanzierte im Mittelalter viele Kirchenbauten, Mission Related Investing war die Regel, partizipative Förderstrategien oder Stiftungen auf Zeit haben viele Vorbilder. Selbst einen guten Teil moderner Stiftungskritik kann man schon in der Encyclopédie nachlesen, in der Turgot (der später französischer Finanzminister wurde) das Relikt zur Abschaffung empfiehlt – vor 250 Jahren. 

Stiftungen verändern sich schneller als wir denken. Immer schon. Wer mit den Kategorien von heute an die Geschichte heran geht, versteht sie falsch. Wer damit in die Zukunft geht, wird sie nicht gewinnen. "Ich glaube, dass die aktuellen Veränderungen die zweite große Transformation in Stiftungen seit der Achsenzeit sind", lautete eine Einschätzung des Tages. Das ist selbst für Historiker eine große Ansage, denn Karl Jaspers verortete sie 800-200 vor Christus. 

Ihnen und Ihren Stiftungen einen guten Start in das Neue Jahr! 

Herzlich,
Ihr Felix Oldenburg

PS: In den kommenden Wochen werden wir die Einblicke dieses Tages in Form einer Dokumentation mit Ihnen teilen – und beim Deutschen StiftungsTag in einer eigenen Veranstaltung vorstellen. Bis dahin schauen Sie vielleicht mal in die neue StiftungsWelt zum Thema "Generation Stiftung"!

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