Wie Stiftungen sich vor Schäden absichern

Die schriftliche Festlegung von Anlagerichtlinien und die schriftliche Dokumentation von Entscheidungsgründen sind kostengünstige Maßnahmen – sieht man von der Arbeitszeit und den damit gegebenenfalls verbundenen Personalkosten einmal ab. Insofern verwundert es, dass die befragten kleinen Stiftungen diese Schritte deutlich seltener gehen als große. Bei teuren Maßnahmen wie z.B. der Einbindung externer Berater und dem Abschluss einer D&O­Versicherung liegt es nahe, dass sie von großen Stiftungen deutlich häufiger genutzt werden als von kleinen.

Gänzlich auf Maßnahmen zur Vermeidung und Absicherung von Haftungsfällen verzichten lediglich 4,5 Prozent der großen Stiftungen, bei den kleinen sind es 27,6 Prozent. Die Verteilung der Maßnahmen getrennt nach ehrenamtlich tätigen Vorständen und solchen, die über 720 Euro jährlich erhalten, ergibt ein ähnliches Bild wie bei den kleinen und großen Stiftungen: Sowohl die kostengünstigen als auch die teuren Maßnahmen werden von Stiftungen, deren Vorstandsmitglieder mit mehr als 720 Euro im Jahr vergütet werden, häufiger genutzt. Eine Erklärung könnte sein, dass diese Vorstände für jede Art von Fahrlässigkeit haften – es sei denn, die Satzung sieht für sie eine Haftungsprivilegierung vor – und sie somit ein höheres Risiko tragen, haftungsrechtlich zur Verantwortung gezogen zu werden.

Autorinnen

Dr. Antje Bischoff 
ist Leiterin Stiftungsforschung beim Bundesverband Deutscher Stiftungen.

Theresa Ratajszczak
ist Referentin Stiftungsforschung beim Bundesverband Deutscher Stiftungen.

Quelle

Stiftungsfokus Nr. 10: "Haftung von Stiftungsvorständen"

Jetzt herunterladen

Aktuelle Beiträge
Kapital und Wirkung

Transparente Rendite

Der Vermögensverwalter Globalance Invest ermittelt für jedes Unternehmen in seinem Portfolio den ökologischen und sozialen Fußabdruck – denn besonders nachhaltige Investments sind nach Überzeugung der Verwalter auch mit Blick auf die Rendite attraktiv.

Mehr
Globales Engagement

„Die SDGs sind unsere Messlatte“

Michael Beier, Vorstandsvorsitzender der Heinz Sielmann Stiftung, über Fridays for ­Future und die Bedeutung von Stiftungen für den Klimaschutz.

Mehr
Impuls

Zusammenhalten

Nach vier Jahren gibt Felix Oldenburg zum 31. März 2020 sein Amt als Generalsekretär im Bundesverband Deutscher Stiftungen ab. Im Neujahrsbrief an die Mitglieder wirft er einen Blick zurück, beleuchtet die aktuellen Entwicklungen und beschreibt, wie es gelingen kann, das Stiften mit den Herausforderungen der Zeit weiterzuentwickeln.

Mehr
Stiftungs-News

Democracy Dies in Darkness

Journalismus unter Druck: Mit der Digitalisierung verschärft sich die Finanzierungskrise, die besonders rechercheintensiven Journalismus betrifft. Hier sind Stiftungen gefragt, um sich mittels zielgerichteter Innovationsförderung und politischem Engagement für Qualitätsmedien einzusetzen.

Mehr
Geschlechtergerechtigkeit

Wo und wie investieren Stiftungen in Gendergerechtigkeit weltweit?

Zwischen 2013 und 2015 gaben Stiftungen weltweit 3,7 Milliarden US-Dollar für Geschlechtergerechtigkeit aus. Das Engagement beschränkt sich dabei auf wenige Regionen und Sektoren. 

Mehr

Mehr zum Thema

Stiftungsrecht

„2020 wird wahrscheinlich ein wichtiges Reformjahr“

Prof. Dr. Rainer Hüttemann, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Steuerrecht an der Universität Bonn, äußert sich im Kurzinterview zu den anstehenden Stiftungsrechts- und Gemeinnützigkeitsrechtsreformen.

Mehr
Pressemitteilungen

Stiftungsrechtsreform ist auf dem Weg

Nach Halbzeitbilanz: Bundesregierung setzt die Stiftungsrechtsreform auf ihre Agenda. Zuvor waren zahlreiche Stiftungen dem Aufruf gefolgt, die Bundesregierung und die Bundestagsabgeordneten an ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag zu erinnern.

Mehr

Vergabeausschuss

Über die Zuerkennung des Qualitätssiegels entscheidet ein Vergabeausschuss, der seine Entscheidung selbstständig und weisungsunabhängig trifft.

Mehr