Gemeinsam können wir es schaffen Das Potenzial des Stiftens für die SDGs

Globales Engagement

Krisen und Umbrüche prägen dieses Jahr. Vielen von uns ist klar: Wir müssen uns für eine gerechtere, friedlichere und nachhaltigere Welt einsetzen! Was können Stiftungen beitragen? Das zeigen wir in unserem neuen Online-Report.

Krisen und Umbrüche prägen dieses Jahr: weltweit stellt eine globale pandemische Situation mit weitreichenden Folgen viele Menschen vor existentielle Herausforderungen, in Amerika kämpfen Menschen gegen Rassismus und Ungerechtigkeit, in Lateinamerika wehren Frauen sich gegen männliche Gewalt, in Hongkong gehen Menschen für den Erhalt der Demokratie auf die Straße, in Jemen erleiden Menschen eine kriegsbedingte humanitäre Katastrophe und allgegenwärtig scheinen sich Folgen des Klimawandels abzuzeichnen. Und das sind nur einige Beispiele.

„Eine Welt – unsere Verantwortung!“

Vielen von uns ist klar: Wir müssen uns für eine gerechtere, friedlichere und nachhaltigere Welt einsetzen! Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, fasst dieses Gefühl in seinem Appell „Eine Welt – unsere Verantwortung!“ treffend zusammen. Es gehe um „Überlebensfragen der Menschheit“, appelliert er. Aber wie können wir den notwendigen Wandel nachhaltig bewirken? Es gibt bereits einen holistisch angelegten Handlungsrahmen für eine bessere und lebenswerte Zukunft: Die Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen, zu denen sich jede und jeder einbringen kann: Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, zivilgesellschaftliche Organisationen und alle Bürgerinnen und jeder Bürger.

Klaus Milke, Vorsitzender der Stiftung Zukunftsfähigkeit und Chair der internationalen Stiftungsplattform Foundations 20:
"Die Sustainable Development Goals stellen eine gänzlich neue Perspektive und Dynamik für globale Gerechtigkeit dar: ALLE Staaten sind nun Entwicklungsländer und sollen innerhalb der nächsten zehn Jahre dazu beitragen, dass es beispielsweise keinen Hunger mehr gibt und der Umsetzung der Menschenrechte zum Durchbruch verholfen wird. Mit den Generalüberschriften „Transforming our world“ und „Leave no one behind“ sind die 17 SDGs ein Gegenentwurf zu Egoismen, Nationalismen, Gewalt, Kurzsichtigkeit und Exklusivität. Alle Teile der Gesellschaften – auch die Stiftungen und Philanthropen – können und müssen dazu ihren Beitrag leisten und alle sollten dabei neue Formen einer transformativen Kooperation entwickeln. "

Stiftungsreport zeigt wie Stiftungen in Deutschland zu den SDGs beitragen

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen hat sich in den vergangenen Monaten angesehen wie Stiftungen in Deutschland zu den SDGs beitragen und wie dies noch besser gelingen kann. Das Projekt wurde von Engagement Global mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. Die Ergebnisse sind in dem Online Stiftungsreport „Gemeinsam zu mehr Nachhaltigkeit: Das Potenzial des Stiftens für die SDGs“ zusammengefasst.

Es ist eine enorme Bandbreite, mit der deutsche Stiftungen national und grenzüberschreitend nachhaltig wirken können und es vielfach heute schon tun. So können sie zum notwendigen transformativen Wandel für eine bessere Zukunft beitragen: von der Anlage des Stiftungskapitals über die Vergabe von Fördergeldern und die Durchführung der eigenen Projekte bis hin zur politischen Interessenvertretung, der Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern, dem Monitoring dessen was zum Beispiel in der Politik umgesetzt wird und nicht zuletzt in der Implementierung im eigenen Büro. Der Online Stiftungsreport präsentiert zahlreiche Beispiele für die Vielfalt und Kreativität des deutschen Stiftens und Links zu weiteren inspirierenden Beispielen in Deutschland und weltweit.  

Neven Subotić, Leitung und Vorstand der Neven Subotic Stiftung:
"Man muss den Mut haben, einen ganz klaren Fokus zu setzen – und dabei dann eben auch die Entscheidung treffen, manches nicht zu machen. Die Probleme, die wir lösen müssen, sind nicht leicht, und es ist schwer, Änderungen zu erzielen. Wenn wir in dieser Situation Organisationen haben, die bestimmte Qualifikationen mitbringen und mit Qualität in ihrem Fokus arbeiten, dann können wir viel mehr erreichen, als wenn viele vieles machen. Das ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft. Alles andere führt nur zur Verwässerung der Bemühungen. "

Jetzt ist die Zeit zu handeln

Damit sich Stiftungen und NGOs noch effektiver und nachhaltiger für die SDGs und eine gerechtere Zukunft einsetzen können, weist der Report auch auf Handlungsfelder im Bereich politischer Rahmenbedingungen hin. Es wird beispielsweise dargestellt, warum eine Überarbeitung des Gemeinnützigkeitsrechts auch die SDGs im Blick haben sollte oder wie grenzüberschreitendes Stiften besser gelingen kann. Der Report macht außerdem darauf aufmerksam, dass stifterisches Wirken in Verbindung mit den Nachhaltigkeitszielen auch noch ein unzureichend beachtetes Feld in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung ist. 

Dr. Eckart von Hirschhausen, Gründer der Stiftung Gesunde Erde - Gesunde Menschen gGmbH:
"Die aktuelle Krise zeigt, wie fragil globale Gesundheit ist. Alle Stiftungszwecke machen nur Sinn, wenn wir nicht die Lebensgrundlagen zerstören. Deshalb hoffe ich, dass für eine nachhaltige Transformation jetzt Stifter und Stiftungen mutiger und politischer handeln."

Der Report versteht sich als Einladung mehr über das Thema zu erfahren und zu entdecken, wie man als Organisation positiv zu den SDGs beitragen kann und welche Bedingungen sich verbessern sollten, damit das Potential zivilgesellschaftlichen Wirkens voll entfaltet werden kann.  

Sie haben Fragen oder Anregungen? Kontaktieren Sie uns gern!


Dieser Blogbeitrag wurde gemeinsam von Dr. Annette Kleinbrod und Martin Speer verfasst.

Autor
Dr. Annette Kleinbrod

EZ-Scout der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Entsandt an: Bundesverband Deutscher Stiftungen

Telefon (030) 89 79 47-0

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