Engagement: unbezahlbar!

7. August 2017 | Oldenburgs MontagsImpuls

Engagement: unbezahlbar!


Liebe Stiftungsfreunde,

ich möchte Sie zu einem kurzen Gedankenspiel einladen: Stellen Sie sich vor, eine mittlere Bürgerstiftung mobilisiert 100 Engagementstunden pro Woche. Wie groß müsste ihr Vermögen sein, um den gleichen Arbeitsumfang bei aktuellen Neuanlagerenditen zum Mindestlohn bezahlen zu können? Über welches Kapital hätte die Wikimedia-Stiftung verfügen müssen, um die Wikipedia von Wissenschaftsredakteuren schreiben zu lassen? Das größte Werk der Menschheitsgeschichte ist ein Stiftungswerk und ruht auf den Schultern zehntausender freiwillig Engagierter. Niemand hätte es mit Geld bezahlen können.

Hinter dieser Beobachtung steckt eine wichtige Erkenntnis: Stiftungen können sich ihre Wirkung nicht kaufen. Egal, wie groß sie sind, um ihre Zwecke zu verwirklichen, brauchen sie Mitmacherinnen und Mitmacher, Menschen, die aus Überzeugung ihre Stiftungsidee mit nach vorne tragen. Immer mehr Stiftungen erkennen das und binden möglichst viele Menschen in möglichst individuell zugeschnittenen Rollen ein: als ehrenamtlich Engagierte, als pro bono-Partner, als Mitdenker und sogar über Crowdfunding als Mitfinanziers. Dafür gilt es, den eigenen guten Zweck nicht nur als Auftrag zum Geldausgeben zu verstehen, sondern als Einladung zum Mitmachen.
 
Starten Sie gut in die Woche,
 
Ihr
Felix Oldenburg

Über den Autor

Felix Oldenburg war von 2016 bis 2020 beim Bundesverband Deutscher Stiftungen als Generalsekretär tätig. Er ist Vorsitzender des europäischen Verbandsnetzwerks DAFNE.

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