Die 24 Milliarden Euro Frage

31. Juli | Oldenburgs MontagsImpuls

Die 24 Milliarden Euro Frage

 

Liebe Stiftungsfreunde,

in diesen Tagen startet ein bisher einzigartiges Anlage-Experiment. In der Rechtsform einer Stiftung beginnt der "Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung" seine Arbeit. Hinter dem sperrigen Namen stecken von Energieunternehmen in cash eingezahlte 24 Milliarden Euro. Sie sollen reichen, um die Folgekosten der Nuklearenergie in Deutschland bis in die Ewigkeit zu tragen. Die werden jedoch nach Schätzungen ein Mehrfaches des eingezahlten Betrages betragen. Wie also die enorme Summe investieren? Warten auf bessere Zinsen geht nicht. Im Moment liegen die Milliarden zu Negativzinsen bei Banken. 

Viele Stiftungen stehen vor einer ähnlichen Herausforderung, wenn auch mit kleineren Summen. Der neue Fonds kann nützliche Hinweise geben. Erstens: Er muss im high-yield Bereich investieren. Keine sichere Anlagestrategie von der Stange. Zweitens: Die Mittel des Fonds sollen nachhaltig angelegt werden. Keine Anlagen, deren soziale oder ökologische Nebenwirkungen niemand versteht. Drittens: Die Rollen der Vorstände und des Anlageausschusses sind vorerst für sechs Monate besetzt und sollen regelmäßig wechseln. Keine Intransparenz und Alleingänge.

Manche Stiftungsvorstände und -verantwortliche mögen neidvoll auf die Möglichkeiten des Entsorgungsfonds schauen. Es wird sich lohnen, von dem neuen Fonds zu lernen und die Entwicklungen im Augen zu behalten.

Starten Sie gut in die Woche.

Ihr

Felix Oldenburg

Autor
Felix Oldenburg

Generalsekretär

Alle Beiträge von Felix Oldenburg
Aktuelle Beiträge
Stiftungsrecht

Stiftungen nach dem Attac-Urteil

In seinem Urteil vom 10. Januar 2019 hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass die Verfolgung allgemeinpolitischer Zwecke als nicht gemeinnützig anzusehen ist. Was bedeutet das Urteil für Stiftungen?

Mehr
Kapital und Wirkung

Transparente Rendite

Der Vermögensverwalter Globalance Invest ermittelt für jedes Unternehmen in seinem Portfolio den ökologischen und sozialen Fußabdruck – denn besonders nachhaltige Investments sind nach Überzeugung der Verwalter auch mit Blick auf die Rendite attraktiv.

Mehr
Globales Engagement

Die Menschen hinter dem großen Namen - Open Society Foundations neu in Berlin

Unsere Leiterin Internationales arbeitete vier Monate an einem gemeinsamen Projekt im neuen Berliner Büro der aus Ungarn vertriebenen Open Society Foundations. Einblicke in Arbeit und Leben der Menschen von Anke Pätsch.

Mehr
Stiftungs-News

„Das Waldsterben ist eine nationale Katastrophe“

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat zum Waldgipfel nach Berlin eingeladen. Wir haben Wilfried Hälker von der Stiftung Wald schafft Zukunft gefragt, wie es um seinen Stiftungswald steht und was er sich konkret von dem Waldgipfel erhofft.

Mehr
Geschlechtergerechtigkeit

Vielfalt in Stiftungen: So holen Sie sich die besten Kompetenzen in Ihre Stiftung

Unbewusste Stereotype können unsere tagtäglichen Entscheidungen beeinflussen. Wer solche Vorurteile in der Personalauswahl überwindet, fördert nicht nur Vielfalt, sondern stärkt auch die eigene Organisation.

Mehr

Mehr zum Thema

Impuls

Europapolitiker verbreiten Aufbruchsstimmung für einen europäischen Binnenmarkt für Philanthropie

Zeit für eine europäische Philanthropie: Zum europaweiten Tag der Stiftungen trafen sich  Europaabgeordnete und Vertreter der EU Kommission zu einer Debatte im Europaparlament.

Mehr
Impuls
©yossarian6 - stock.adobe.com

Daten, Stiftung, Datenstiftung

Seit Jahrhunderten sind Stiftungen der Ort, an dem unsere Gesellschaft das Eigentum an zentralen Werten und Infrastrukturen sichert. Warum künftig nicht auch die gemeinschaftliche Nutzung unserer Daten? Ein Debattenanstoß von Felix Oldenburg.

Mehr
Impuls

Tag der Deutschen Einheit: Was für ein Glück!

Am 3. Oktober 2019 feiern wir den Tag der Deutschen Einheit. Am 9. November jährt sich der Fall der Berliner Mauer. Zwei Ereignisse, die dieses Land prägten wie wenig andere – und die dreißig Jahre später als Glücksfall für die deutsche Geschichte anmuten.

Mehr