88 Cent pro Jahr

Impuls

Liebe Stiftungsfreunde,

nach einigen Hundert Jahren wird Geschichte unscharf. Es gibt mehrere Anlässe für ein Jubiläum, aber die Ankunft der Fugger in Augsburg 1367 markiert den Beginn einer einzigartigen Stifterstory. Heute Abend wird im Goldenen Saal der Stadt auch ein Jahrhunderte überdauerndes Stiftungswirken gefeiert, das heute mehr denn je ein Vorbild ist für Stiftungen, die sich für wirkungsorientierte Kapitalstrategien interessieren. Das Kapital der Fuggerschen Stiftungen besteht neben Wald und einigen anderen Anlagen vor allem aus der Fuggerei, einer Sozialsiedlung für Benachteiligte. Die Jahresmiete beträgt inflationsunbereinigt einen Rheinischen Gulden, umgerechnet 88 Cent. Pro Jahr. Man könnte sagen: Hier funktioniert die Mietpreisbremse.

Die Kraft von Ideen

Die meisten Menschen denken bei dem Namen "Fugger" eher an unwahrscheinliche Reichtümer. Es stimmt: Stiftungen sind ein Ergebnis einer ungleichen Vermögensverteilung. Aber die Geschichte der Fugger zeigt, wie eine gute Idee dauerhafter sein kann als vergängliches Geld. Und sie zeigt, dass eine Gesellschaft gut beraten ist, wenn sie es Stiftern leicht macht, die nächsten brillanten Ideen umzusetzen.

Eine schöne Herbstwoche wünscht Ihnen

Ihr Felix Oldenburg

PS: In vier Jahren gibt es erneut Anlass zum Feiern: Dann werden die Fuggerschen Stiftungen 500 Jahre alt.

Über den Autor

Felix Oldenburg war von 2016 bis 2020 beim Bundesverband Deutscher Stiftungen als Generalsekretär tätig. Er ist Vorsitzender des europäischen Verbandsnetzwerks DAFNE.

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