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Nominierte

Neben den Preisträgern waren folgende Stiftungen für den KOMPASS 2009 nominiert:

Foto: Bayer AG

Kategorie "Gesamtauftritt"

Bayer Cares Foundation, Leverkusen

Gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen hat beim Chemie- und Pharmakonzern Bayer Tradition: Die erste Stiftung wurde bereits im Jahr 1923 errichtet. Die 2007 ins Leben gerufene Bayer Cares Foundation setzt sich für soziales Engagement ein, leistet Katastrophenhilfe und wird ab dem nächsten Jahr einen Sozialpreis für gemeinnützige Projekte verleihen. Das neue Ehrenamtsprogramm unterstützt beispielsweise mit je bis zu 5.000 Euro ehrenamtliche Projekte von Mitarbeitern, Pensionären und Bürgern an den Unternehmensstandorten. Bislang flossen rund 155.000 Euro in 47 Sozialprojekte, von denen viele Modellcharakter haben. Und deren Bandbreite ist beachtlich: Freiwillige begeistern Kinder mit Experimenten für Naturwissenschaften, helfen ihnen bei Hausaufgaben oder errichten in einem Waldkindergarten eine Wasserlandschaft. Eine Motivationskampagne steigert den Bekanntheitsgrad der Förderung und zeigt vielfältige Wege sich zu engagieren. Dabei stehen Freiwillige mit ihren Projekten als Botschafter und Vorbilder im Mittelpunkt. Begleitende Pressearbeit, Veranstaltungen und Briefe an 25.000 Bayer-Pensionäre erhöhen die Aufmerksamkeit. Die Strategie ging auf: Nach der Kampagne hat sich die Zahl der Förderanträge verdoppelt.

 

Besonders beeindruckt hat die KOMPASS-Jury, dass die Stiftung sich mit lokalen Partnern verbündet, um Motivation und Ergebnis der ehrenamtlichen Arbeit vor Ort zu steigern.

Foto: Bürgerstiftung Gerricus

Kategorie "Gesamtauftritt"

Bürgerstiftung Gerricus, Düsseldorf

Mitglieder der Pfarrgemeinde St. Margareta in Düsseldorf-Gerresheim errichteten Ende 2008 die gemeinnützige Bürgerstiftung Gerricus. Sie unterliegt der Aufsicht des Erzbischöflichen Generalvikariats in Köln und engagiert sich für Kunst und Kultur, Kinder- und Jugendarbeit, Senioren und Hospiz sowie die Caritas. Nach eigenen Angaben wendet sie sich an alle Bürger, die sich christlichen Werten verbunden fühlen und sich für den Stadtteil einsetzen wollen. Da kirchliche Steuereinnahmen kontinuierlich sinken, werden die Ausgaben der Pfarrgemeinde in wenigen Jahren nicht mehr gedeckt sein. Der Aufbau eines Stiftungsvermögens soll die finanzielle Situation stabilisieren und die Vielfältigkeit des Gemeindelebens bewahren. Doch die Bürgerstiftung setzt nicht nur auf das Zustiften von kleineren und großen Beträgen. Sie will außerdem Menschen motivieren, sich ehrenamtlich in der Gemeinde zu engagieren. Leidenschaftlich und mit nur geringem Geldeinsatz wirbt die Stiftung professionell für ihr Anliegen: Klassisch mit Fotos, Texten und Vorträgen, kreativ mit Stiftertütchen, aber auch fortschrittlich mit Twitter, Facebook und Onlinespenden.

 

Diesen erfolgreichen Gesamtauftritt beurteilt die KOMPASS-Jury als Vorbild für andere Kirchengemeinden. Denn mit einem geringen Startkapital wurde in kürzester Zeit ein Stiftungsvermögen von 220.000 Euro gesammelt.

Foto: Klassik Stiftung Weimar

Kategorie "Projektkommunikation"

Klassik Stiftung Weimar

Projekt "Das Bauhaus kommt aus Weimar"

Die Klassik Stiftung Weimar, Rechtsnachfolgerin der 1953 gegründeten Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar, ist bundesweit die zweitgrößte Kulturstiftung. Die Stiftung öffentlichen Rechts hütet ein Kulturerbe von 30 Museen und Liegenschaften. Das Goethe- und Schiller-Archiv, das älteste deutsche Literaturarchiv, gehört ebenso dazu wie die Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Dieses Erbe zu erhalten, zu erschließen und öffentlich zugänglich zu machen ist die wichtigste Aufgabe der Stiftung. Mit einer fünfzehnwöchigen Ausstellung erinnerte die Stiftung in diesem Jahr an den 90. Jahrestag der Gründung des Staatlichen Bauhauses durch Walter Gropius. Nahezu 1.200 Exponate aus aller Welt zogen mehr als 70.000 Besucher an. Ein breites Spektrum kreativer Maßnahmen positionierte Weimar als Wiege des Bauhauses. Die Stiftung schaltete Anzeigen, veranstaltete Fortbildungen für Lehrer, publizierte einen Kinderkatalog und entwarf Werbe-Servietten für Hotels. In den Medien erschienen mehrere Tausend, auch internationale Beiträge.

 

Das Urteil der KOMPASS-Jury: "Eine hervorragend formulierte, freudvoll zu lesende Bewerbung. Hier liegt ein origineller und zugleich gut verständlicher Ansatz vor, um mit einfachen sprachlichen Mitteln – 'Das Bauhaus kommt aus Weimar...' – Prägnanz und Aufmerksamkeit zu erreichen. Bemerkenswert ist die Bereitschaft der Stiftung, die Ansprache einer jüngeren Zielgruppe mutig und klug anzugehen, indem eine neue Farb- und Formsprache gewählt wurde, die gleichzeitig aber eine moderne Fortschreibung der Bauhaus-Tradition ist."

Foto: Vodafone Stiftung

Kategorie "Projektkommunikation

Vodafone Stiftung Deutschland gGmbH

Projekt "Deutscher Lehrerpreis - Unterricht innovativ"

Die gemeinnützige Vodafone Stiftung Deutschland engagiert sich seit 2003 für Bildung, Gesundheit, Kunst und Kultur. Ihre Ziele sind der gesellschaftliche Fortschritt und eine aktive Bürgergesellschaft. Für den KOMPASS nominiert ist der 2009 erstmals veranstaltete Deutsche Lehrerpreis: Dieser würdigt herausragende Unterrichtskonzepte und prägende Lehrerpersönlichkeiten. Durch den Preis erhofft sich die Stiftung ein verbessertes Image der Berufsgruppe und eine gesellschaftliche Diskussion über guten Unterricht. Sich selbst will sie als bildungspolitische Denkfabrik positionieren. Um auf den Wettbewerb aufmerksam zu machen, verschickte die Stiftung Informationsmaterial an Schulen, war auf der Bildungsmesse präsent und kooperierte mit Webportalen. Insgesamt 2.300 Lehrer und Schüler beteiligten sich am Deutschen Lehrerpreis. Eine repräsentative Umfrage zum Thema "Schule und Lehrer aus der Sicht der Bevölkerung" rief mit mehr als 1.500 Artikeln ein ausgiebiges Medienecho über die Qualität des Schulsystems hervor. Zahlreiche Partner wie der Deutsche Philologenverband, der Bundesverband der Deutschen Industrie, DIE ZEIT und Deutschlandfunk unterstützten den Wettbewerb.

 

Die KOMPASS-Jury lobt die Kommunikation dieser überfälligen Initiative: "Sie geht mutige Wege, indem sie der Juryentscheidung Schülervoten zugrunde legt. Sie sorgt für positive Beispiele engagierter Lehrer und gelungenen Unterrichtens. Dabei nutzt die Stiftung vor allem die neuen sozialen Netzwerke im Internet und erreicht auf diese Weise ein großes Publikum."

Foto: Funck

Kategorie "Einzelne Kommunikationsmaßnahme"

Stiftung kinder- und familienfreundliches Melsungen

Haussammlung

Bürger, Stadt und Wirtschaft errichteten 2005 im nordhessischen Melsungen eine Bürgerstiftung, um ein kinder- und familienfreundliches Gemeinwesen zu fördern. Das breite Netzwerk will die Qualität der Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen weiterentwickeln – durch Deutschunterricht und Sprachförderung in Kindergärten oder zusätzliche Sport-, Bewegungs-, und Ferienangebote. Das Startkapital der Stiftung ist inzwischen von 266.000 Euro auf mehr als eine Million Euro angewachsen. Und dies insbesondere auf einem ganz klassischen Weg – mit einer Haussammlung. Mehr als einhundert Freiwillige besuchen jährlich rund 7.000 Haushalte in Melsungen. Auf diese Weise geben sie der Stiftung ein Gesicht und informieren persönlich über Ziele und Projekte. Die Sammlung wird per Brief angekündigt und von der Lokalpresse begleitet. Jeder gestiftete Euro wird außerdem durch einen Fonds einheimischer Unternehmen verdoppelt. Anhand eines einfachen Fragebogens wird ermittelt, ob die Bürger über die Ziele der Stiftung informiert sind.

 

Das Urteil der KOMPASS-Jury: "Die Haussammlung wird durch originelle und bürgernahe Informationsmedien verbreitet. Über den monetären Nutzen hinaus ist sie ein wichtiges Kommunikationsinstrument zur direkten Ansprache der Bürger. Sie kann in ihrer professionellen Ausgestaltung bestens auf andere Standorte übertragen werden."

Foto: Stiftung Leuchtenburg

Kategorie "Einzelne Kommunikationsmaßnahme"

Stiftung Leuchtenburg

Spendenportal

Erst 2007 wurde die gemeinnützige Stiftung Leuchtenburg errichtet. Ihr gehört die Königin des Saaletals –  die Leuchtenburg im thüringischen Seitenroda. Dieses historische Baudenkmal gilt es zu erhalten, zu restaurieren und kulturell zu beleben. Um langfristig ausreichend Spenden zu sichern, entwickelte die Stiftung ein kreatives Spendenportal im Internet mit einem originalgetreuen 3-D-Modell. Dafür wurde die Leuchtenburg zunächst aufwendig digital vermessen. Jedes der mehr als 37.000 virtuellen Burgteile erhielt später manuell einen symbolischen Wert: Vom einzelnen Stein für zehn Euro bis zur Turmspitze des Burgfrieds für 100.000 Euro. Der Spender hat freie Wahl, und er wird so selbst zum Burgherren. Erworbene Elemente verfärben sich und tragen auf Wunsch einen Namen. Bisher wurden Steine im Wert von mehr als 30.000 Euro gestiftet. Zukünftig sind insgesamt Spenden in Höhe von bis zu 5,4 Millionen Euro vorstellbar. Dank digitaler Vermessung sind aber nicht nur Spenden und virtuelle Erkundungen der alten Gemäuer möglich. Auch Forschung und Vermarktung verwerten diese neuen Erkenntnisse.

 

Die Idee und Umsetzung des Spendenportals faszinierte die KOMPASS-Jury: "Auf diese Weise wird eine Förderung für viele Bürger zugänglich gemacht und eine insgesamt sehr anspruchsvolle Aufgabe kleinteilig und mit langem Atem lösbar. Das Konzept besticht durch Präzision und Differenziertheit."

 
Kontakt

Kontakt

Nina Leseberg

Nina Leseberg
Projektleiterin
Telefon (030) 89 79 47-74
Fax (030) 89 79 47-71

 
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