Wo und wie muss die Integrationsförderung deutscher Stiftungen optimiert werden? Diese selbstkritische Fragestellung stand im Mittelpunkt des 3. Forums Migration und Integration des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, das in den Räumen der Stiftung Mercator in Essen stattfand. Knapp 50 Mitarbeiter aus über 30 deutschen Stiftungen trugen das Ergebnis der Veranstaltung am 24. November 2010 in Essen zu drei Leitfragen zusammen.
Erstens: Bilden Stiftungen selbst die Realität einer kulturellen Vielfalt in der Gesellschaft ab? Zweitens: Was machen Stiftungen gut, was machen sie weniger gut? Drittens: Was kann der Blick auf die Stiftungsarbeit in anderen Ländern (vor allem die USA) lehren? Zur Beantwortung dieser Fragen wurden zunächst drei kurze Impulsreferate gehalten.
Dr. Gunilla Fincke legte ihren Schwerpunkt auf das "diversity managegent" und forderte eine interkulturelle Öffnung innerhalb von Stiftungen sowie die engere Kooperation mit anderen (u.a. muslimischen) Organisationen, vor allem dann, wenn man glaubhaft im Bereich der Integrationsförderung agieren wolle. Dr. Heike Kahl nannte in ihrem Impuls u.a. die noch zu geringe effektive Kooperation von Stiftungen, sei es untereinander oder mit dem wichtigsten Partner auf dem Feld der Integration, dem Staat. des weiteren lohnt die selbstkritische Evaluierung des Stiftungshandelns in diesem Themenfeld - viele Projekte laufen in Gefahr, Moden zu unterliegen oder nur unzureichend wirksam zu sein. Valerie Bockstette stellte anschauliche Beispiele der Stiftungskooperation aus den USA vor, die, bedingt durch die historisch anders gebaute soziale Infrastruktur viel stärker systemisch als - wie in Deutschland - kompensatorisch arbeiten.
Diese Impulsreferate waren Grundlage für die Diskussionen in zwei Arbeitsgruppen, aus denen schließlich im Plenum konkrete Strategien und Handlungsoptionen entwickelt und diskutiert wurden. Ziel des Forums war und ist es, Erfahrungen und Sichtweisen der Integrationsarbeit auszutauschen und darauf aufbauend Kooperationsmöglichkeiten in der Stiftungsarbeit zu identifizieren. Die Ergebnisse sollen in die einzelnen Stiftungen getragen werden, dort reifen und beim nächsten Treffen 2011 in konkreten Entscheidungen münden.