Ehemaliger Porsche-Chef will von seiner Abfindung gemeinnützige Stiftung mit 25 Millionen Euro gründen / Bundesverband Deutscher Stiftungen: Ermutigendes Beispiel für andere Manager
Berlin, 23. Juli 2009. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Porsche AG, Wendelin Wiedeking, hat angekündigt, mit einem Teil seiner Abfindung eine gemeinnützige Stiftung zu gründen. Laut Medienberichten plant Wiedeking die Hälfte der 50 Millionen Euro Abfindung in eine Stiftung fließen zu lassen. In einer Mitteilung gab Wiedeking an, neben persönlichen Gründen "veranlasse ihn die Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, "einen erheblichen Betrag für soziale Zwecke zur Verfügung zu stellen". Die Stiftung solle "auch zukünftig eine sozial gerechte Entwicklung an allen Porsche-Standorten unterstützen".
Der Bundesverband Deutscher Stiftungen begrüßt die Ankündung der Neuerrichtung als vorbildlich. "Alle Manager, die Abfindungen oder Sonderzahlungen in großer Höhe erhalten, sollten diesem Beispiel folgen", sagte Dr. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. "Während Unternehmen in Deutschland oft stiften, besteht bei Topmanagern großer Nachholbedarf."
Der diesjährige Preisträger des Deutschen Stifterpreises, Carlo Giersch, hatte Manager, die Prämien und Boni in Millionenhöhe erhalten, bereits in seiner Dankesrede in die Pflicht genommen: "Wenn diese Millionen nicht dazu führen, darüber nachzudenken, was man für die Allgemeinheit tun kann, oder tun sollte, zum Beispiel, eine eigene Stiftung zu gründen, so wundert mich das sehr." Der Unternehmer Carlo Giersch war im Mai gemeinsam mit seiner Frau Karin vom Bundesverband Deutscher Stiftungen für die Gründung zweier im Rhein-Main-Kreis tätigen gemeinnützigen Stiftungen beim Deutschen StiftungsTag in Hannover ausgezeichnet worden.
Wendelin Wiedeking hat bereits im letzten Jahr zwei gemeinnützige Stiftungen gegründet, die mit jeweils fünf Millionen Euro ausgestattet sind. Stiftungsgründungen im zweistelligen Millionenbereich sind in Deutschland eher ungewöhnlich. Nur circa fünf Prozent der gemeinnützigen Stiftungen verfügen über ein Vermögen oberhalb von zehn Millionen Euro.
Der Bundesverband Deutscher Stiftungen vertritt als Dachverband gemeinwohlorientierte Stiftungen aller Rechtsformen in Deutschland. Der größte Stiftungenverbund in Europa hat fast 3.300 Mitglieder; über Stiftungsverwaltungen sind ihm insgesamt mehr als 6.000 deutsche Stiftungen mitgliedschaftlich verbunden.