Festakt zum 550. Geburtstag Jakob Fuggers am 6. März 2009
München, 5. März 2009. Anlässlich des 550. Geburtstages von Jakob Fugger laden die Familie Fugger, die Stadt Augsburg und der Bundesverband Deutscher Stiftungen morgen zu einem großen Festakt in das Augsburger Rathaus ein. Die Veranstaltung markiert den Auftakt des Fuggerjahres, mit dem die herausragenden Verdienste Jakob Fuggers als Kaufmann, Mäzen und Stifter gewürdigt werden. Im Anschluss an den Festakt wird die Ausstellung STIFTERLAND BAYERN des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen mit einem StiftungsSymposium eröffnet.
Feierlichkeiten zu Ehren einer außergewöhnlichen Stifterpersönlichkeit
Zum Auftakt des Jubiläums wird S.E. Bischof Dr. Walter Mixa um 9.30 Uhr einen Gottesdienst in der St. Moritz Kirche halten. Der anschließende Festakt wird durch Staatsministerin Dr. Beate Merk - in Vertretung des Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern und dem Schirmherren der Initiative STIFTERLAND BAYERN, Herrn Horst Seehofer, - eröffnet. Zur feierlichen Veranstaltung im Goldenen Rathaussaal, die um 11.30 Uhr beginnt, sind zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und dem Dritten Sektor geladen. Den Festvortrag hält Prof. Dr. Hubert Burda, der sich - dem Vorbild Jakob Fuggers folgend - gleichermaßen als Unternehmer, Mäzen und Stifter engagiert. Im Anschluss daran werden der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, Dr. Wilhelm Krull, und die Vorsitzende des Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Familienseniorats, I.E. Maria Elisabeth Gräfin Thun-Fugger, Grußworte sprechen.
Ausstellungseröffnung STIFTERLAND BAYERN mit hochkarätigen StiftungsSymposium
Ebenfalls im Rahmen der Veranstaltung wird die Ausstellung STIFTERLAND BAYERN des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen eröffnet, die vom 6.März bis 19. April 2009 in Augsburg Station macht. Die Ausstellung, die im Unteren Fletz des Rathauses täglich von 10 bis 18 Uhr zugänglich ist, präsentiert rund 200 bayerische Stiftungen und ihr vielfältiges Engagement für die Gesellschaft. Ziel der Initiative STIFTERLAND BAYERN ist es, Stiftungen als zeitgemäßes Instrument des bürgerschaftlichen Engagements für ein breites Publikum erfahrbar zu machen. Den teilnehmenden Stiftungen und Förderern wird durch die Ausstellung und das StiftungsSymposium am Eröffnungstag eine Austausch- und Kommunikationsplattform geboten, um sich und ihr Engagement zu präsentieren. Das StiftungsSymposium findet am 6. März 2009 in der Zeit von 15.00 bis 18.30 Uhr in den beiden Fürstenzimmern des Rathauses statt. In sechs Gesprächsrunden stellen sich u. a. der Diskussion: die ehemalige Präsidentin der Industrie- und Handelskammer, Hannelore Leimer, der Verwaltungsdirektor bei der Stadt Augsburg, Gerd Mordstein, die Vertreterin der Fürstlich-Fuggerschen Stiftungsadministration, Isabella Gräfin Thun-Hohenstein, der Nachfolger des Hauses Fugger von Babenhausen, Alexander Graf Fugger-Babenhausen, der Rechtsanwalt Dr. Peter Lex, der Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, Dr. Hans Fleisch, und der Vorsitzende des Beirates von STIFTERLAND BAYERN, Dr. Dominik Freiherr von König.
Stiftungshochburg Augsburg
Deutschland gehört europaweit zum Spitzenfeld der stiftungsfreundlichsten Länder. Bayern ist eines der stiftungsreichsten Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland. Augsburg liegt auf dem 13. Platz im Ranking der Stiftungsdichte in den 81 Großstädten mit insgesamt 47 Stiftungen pro 100.000 Einwohner. Angeführt wird die Liste von Frankfurt am Main gefolgt von Würzburg. Laut den im Februar veröffentlichten Zahlen des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen wurden 2008 allein in Bayern 162 Stiftungen bürgerlichen Rechts neu gegründet. Dadurch stieg ihre Gesamtzahl auf 2.918 an. Trotz der Finanzkrise gibt es deutschlandweit 16.406 Stiftungen mit einem geschätzten Stiftungsvolumen von rund 100 Milliarden Euro. "Das zeigt: Deutschland wird immer mehr zum Stifterland", sagt Dr. Wilhelm Krull, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Der Wachstumstrend hält auch nach dem Neugründungrekordjahr 2007 an. Auch Bürgerstiftungen und das Zustiften gewinnen immer mehr an Bedeutung.
Philanthropisches Handeln ist zeitlos
Das rekonstruierte Renaissance-Rathaus bildet für den Festakt, die Ausstellung und das Symposium den passenden Rahmen: dieser Bau kündet in der Fuggerstadt von der wirtschaftlichen und kulturellen Blüte Augsburgs im 15. und 16. Jahrhundert, die zugleich eine Blütezeit des gemeinnützigen Engagements war. Über die Jahrhunderte hinweg haben insbesondere Stifterinnen und Stifter durch ihr gemeinnütziges Engagement der Gesellschaft immer wieder aufs Neue kraftvolle Impulse verliehen. Zu einem der herausragenden Beispiele zählt die Persönlichkeit Jakob Fugger, der mit der Fuggerei ein Erbe hinterlassen hat, das bis auf den heutigen Tag lebendig ist: die zwischen 1514 und 1523 erbaute, weltweit älteste Sozial- und Reihenhaussiedlung wird - dem Stiftungszweck entsprechend - seit nunmehr bald 500 Jahren von bedürftigen Augsburger Bürgerinnen und Bürgern bewohnt.
Der Fuggerschen Tradition verpflichtet
Vor der geschichtsträchtigen Kulisse des Goldenen Saales will der Festakt zur Eröffnung des Fuggerjahres eine Brücke zum Lebenswerk des Augsburger Kaufmanns und Mäzens schlagen und dessen Vermächtnis würdigen: die Lebendigkeit des Stiftergedankens sowie die vielfältige Stiftungslandschaft im heutigen Bayern und Deutschland.