Bundesverband Deutscher Stiftungen startet Initiative "STIFTERLAND BAYERN"
München, 27. März 2008. Heute wird die Ausstellung "STIFTERLAND BAYERN" des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen in München eröffnet. Der deutsche "Stiftungsboom" wird wesentlich vom Blühen des bayerischen Stiftungswesens gespeist. Allein im Jahr 2007 wurden in Bayern über 200 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts errichtet. Bayern nimmt damit eine Spitzenstellung ein. Vier der zehn Großstädte mit der höchsten Stiftungsdichte pro 100.000 Einwohner liegen in Bayern. Würzburg ist die Stadt mit der zweitgrößten Stiftungsdichte nach Frankfurt am Main. Aktuelles Gründungsbeispiel in München ist die Roland Berger Stiftung, die heute zur Eröffnung von "STIFTERLAND BAYERN" ihre Anerkennungsurkunde erhält.
Eine bessere Informierung der Öffentlichkeit und ein stiftungsfreundliches Klima sind die entscheidenden Faktoren, um das Potenzial für vermehrtes Stiften zu heben. Vor diesem Hintergrund veranstaltet der Bundesverband Deutscher Stiftungen unter Schirmherrschaft des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Günther Beckstein das Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt "STIFTERLAND BAYERN". Mit dem Projekt wird die bayerische Stiftungsvielfalt einer breiteren Öffentlichkeit zugängig gemacht.
"Wir haben die Erfahrung gemacht, in ähnlichen Projekten in anderen Bundesländern: Durch den Dreiklang von Information, Wertschätzung des Stiftens und Motivation zum Stiften kann manch einer und manch eine, der bzw. die sich mit dem Gedanken zum Stiften trägt, aktiviert werden, den entscheidenden Schritt auch zu tun", begründet Dr. Fritz Brickwedde, Vorsitzender des Bundesverbandes, das groß angelegte Projekt. "Wir sind sicher, am Ende des gut einjährigen Projekts werden mehr Menschen in Bayern wissen, was Stiftungen hierzulande leisten, und dass Stiften Freude macht. In letzter Zeit ist vermehrt über liechtensteinische Steuersparmodelle im Zusammenhang mit dem Stiften berichtet worden. Solche Modelle sind in Deutschland nicht möglich, deswegen gehen die entsprechenden Menschen ja auch ins Ausland. In Deutschland gilt für Stiftungen das Reinheitsgebot. Mit dem Reinheitsgebot hat man in Bayern seit jeher gute Erfahrungen. Wer das Reinheitsgebot verletzt, braucht sich über einen Katarrh hinterher nicht zu wundern", so Brickwedde.
In Bayern wird im Jahr 2008 das Stiftungsrecht reformiert. Auch bei der staatlichen Beaufsichtigung und Unterstützung durch die Verwaltung von Stiftungen ist Bayern Spitze; nach einer im StiftungsReport 2007 veröffentlichten Studie hat kein anderes Bundesland so viele Stiftungsbehörden mit hervorragenden Bewertungen wie Bayern.
Damit erfüllt Bayern wichtige Voraussetzungen für das Wachsen des Stiftungssektors: gute gesetzliche Rahmenbedingungen und eine stiftungsfreundliche Verwaltung.
Stiftungen sind aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken und übernehmen eine immer größere Verantwortung für Gemeinwohlaufgaben. Gleichwohl ist das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass sich die Zahl der Stiftungen und ihr Kapital in den nächsten 20 bis 25 Jahren vervierfachen dürften, wenn der derzeitige Trend beflügelt wird. Im Jahr 2007 wurde das "Gesetz zur weiteren Förderung des bürgerschaftlichen Engagements" im Bundestag und mit Zustimmung des Bundesrates verabschiedet. Erste Auswirkungen zeigten sich bereits im gleichen Jahr durch neue Rekordzahlen bei den Stiftungsgründungen.
"STIFTERLAND BAYERN" startet in München. Die erste Ausstellungsstation wird vom bayerischen Ministerpräsidenten am Abend des 27. März eröffnet und ist vom 28. März bis 16. Mai 2008 in der Säulenhalle des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege täglich von 10 bis 18 Uhr (außer Montags) bei freiem Eintritt geöffnet. Am 28. März findet im Rahmen des Projekts das Erste Münchener StiftungsSymposium mit hochkarätigen Experten aus dem gesamten Bundesgebiet statt. In den nächsten fünfzehn Monaten wird die Ausstellung durch alle bayerischen Regierungsbezirke reisen. Das Projekt wird von den Hauptförderern Bayerische S-Finanzgruppe, Bayerische Landesstiftung und Bayerische Forschungsstiftung sowie weiteren Stiftungen und insgesamt 150 aktiv teilnehmenden Stiftungen aus Bayern unterstützt.
Kooperationspartner: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege