Berlin, 20. September 2012. Der derzeit diskutierte Armuts- und Reichtumsbericht 2012 der Bundesregierung macht deutlich: In der Politik wächst die Erkenntnis, dass für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft und für den nachhaltigen gesellschaftlichen Zusammenhalt privates bürgerschaftliches Engagement unabdingbar ist. Die private Finanzierung von Gemeinwohlaufgaben durch Spenden und Stiftungen gehört dazu und hat in Deutschland eine lange Tradition. Auch in der Finanzkrise ist das stifterische Engagement keineswegs zum Erliegen gekommen: Tag für Tag werden hierzulande neue gemeinnützige Stiftungen errichtet.
"Das vorhandene Potenzial für noch mehr freiwilliges Engagement kann eher ausgeschöpft werden, wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen weiter verbessert werden," so Prof. Dr. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und Sprecher des Bündnisses für Gemeinnützigkeit. "Ich hoffe, die Bundesregierung macht Ernst mit ihrer Ankündigung, unnötige Bürokratie für Engagementwillige zu verringern."
Auch sei das stifterische Engagement vermögender Menschen, von vorbildlichen Ausnahmen abgesehen, in Deutschland noch ausbaufähig. "Mehr größere gemeinnützige Stiftungen sind möglich und nötig", so Hans Fleisch. "Sie können den Staat nicht ersetzen, sind aber schon heute eine bedeutsame Ergänzung."
Rund 19.000 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts gibt es derzeit; 817 davon wurden im Jahr 2011 gegründet. Der Wunsch, etwas zu bewegen und ein konkretes Verantwortungsbewusstsein gegenüber Mitmenschen, motiviert die meisten Stifterinnen und Stifter. Zu den populärsten Zwecken gehören Soziales (31 Prozent), Bildung und Erziehung sowie Kunst und Kultur (jeweils 15 Prozent), Wissenschaft und Forschung (13 Prozent) und Umweltschutz (4 Prozent).
Über den Bundesverband Deutscher Stiftungen
Als unabhängiger Dachverband vertritt der Bundesverband Deutscher Stiftungen die Interessen der Stiftungen in Deutschland. Der größte Stiftungsverband in Europa hat über 3.700 Mitglieder; über Stiftungsverwaltungen sind ihm mehr als 7.000 Stiftungen mitgliedschaftlich verbunden. Damit repräsentiert der Dachverband rund drei Viertel des deutschen Stiftungsvermögens in Höhe von mehr als 100 Milliarden Euro.