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Grundsätze Guter Stiftungspraxis in der Anwendung

Immer mehr Stiftungen gestalten ihre Stiftungsarbeit entsprechend den Grundsätzen Guter Stiftungspraxis. Hier stellen wir Ihnen Stiftungen vor, die sich zu den Grundsätzen bekennen.

Bürgerstiftung Braunschweig

Fast 100 engagierte Bürgerinnen und Bürger haben am 18. September 2003 die Bürgerstiftung Braunschweig gegründet. Leseförderung an Braunschweiger Grundschulen, Gewaltprävention in Kitas oder Schulsozialarbeit stehen auf dem Projektplan der Stiftung, die 2006 mit dem KOMPASS ausgezeichnet worden ist. Die Grundsätze der Braunschweiger Stiftungsarbeit, basierend auf den vom Bundesverband verabschiedeten Grundsätzen Guter Stiftungspraxis, wurden im letzten Jahr in die Geschäftsordnung des Vorstandes integriert. Unabhängigkeit des Stiftungsrates von dem für die operative Tätigkeit verantwortlichen Stiftungsvorstand ist nur eine von vielen Maßnahmen zur Sicherung der Transparenz.

Bürger-Stiftung Stormarn

Sie zählt zu den jüngeren unter den gut 200 deutschen Bürgerstiftungen: die Bürger-Stiftung Stormarn wurde 2007 gegründet. Erste Aktivitäten sind die Konzertreihe "Blumendorfer Begegnung" sowie die Servicestelle Internationale Jugendarbeit, die Jugendlichen Möglichkeiten zum Auslandsaufenthalt bietet. Die Bürger-Stiftung Stormarn, Trägerin des Gütesiegels für Bürgerstiftungen des Bundesverbandes, hat die Grundsätze Guter Stiftungspraxis bereits umgesetzt. Sie bietet auf ihrer Internetseite Satzung sowie Jahresbericht 2008 zum Herunterladen an und informiert - auch in englisch - über Tätigkeiten und Gremienzusammensetzung der Stiftung.

Caritas Stiftung im Erzbistum Köln
Wer glaubt, Armut existiere in Deutschland nicht, verkennt die Realität. In Nordrhein-Westfalen gilt jeder neunte Haushalt als arm. Zwei Millionen Menschen, darunter über 700.000 Kinder und Jugendliche leben von Sozialleistungen. Um diese Not zu lindern, hat die Caritas Stiftung im Erzbistum Köln ein dichtes Netz an Hilfen aufgebaut. 1999 als rechtsfähige, kirchliche Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet, besteht ihr Ziel vor allem in der Armutsbekämpfung. Daneben unterstützt sie Menschen bei ihrem haupt- oder ehrenamtlichen Engagement.

CaritasStiftung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Lebenswerk Zukunft

Bereits am 19. Juli 2006 schloss sich der Stiftungsrat der CaritasStiftung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Lebenswerk Zukunft den vom Bundesverband verabschiedeten Grundsätzen an. Die Grundsätze gelten nicht nur für die Stiftung selbst, sondern auch für alle 53 angeschlossenen Stiftungen in treuhänderischer Verwaltung. Die CaritasStiftung Lebenswerk Zukunft wurde im Jahr 2003 gegründet, um Armut zu bekämpfen, Familie und Jugend zu stärken, Menschen in Alter und Krankheit zu betreuen und Randgruppen zu integrieren. Ein zweiköpfiger Vorstand führt die Geschäfte der Stiftung, der Stiftungsrat wacht über die Einhaltung des Stifterwillens.

E.W. Kuhlmann-Stiftung

Das Hamburger Ehepaar Edith und Edmund Kuhlmann hat 1997 die Kuhlmann-Stiftung ins Leben gerufen. Die Stiftung unterstützt Menschen, die sich in wirtschaftlicher Not befinden und hilft bei Ausbildung, Umschulung und Existenzgründung. Gefördert wurden zum Beispiel "Mikrokreditprogramme" zur Errichtung selbstständiger Existenzen, unter anderem als Fischzüchter, im Kongo, in Nigeria und Indien. Seit Juni dieses Jahres bekennt sich die Stiftung zu den Grundsätzen Guter Stiftungspraxis auf ihrer Website.

Humanismus Stiftung Berlin
Die Stiftung versucht als Vertreterin eines modernen praktischen Humanismus, ihren optimistischen Vorstellungen von der Zukunft Gehör zu verschaffen. Auf der Basis von Toleranz und Gewaltfreiheit mischt sich die Stiftung in gesellschaftliche und politische Wertedebatten ein. Zusammen mit dem Humanistischen Verband Deutschlands verleiht die Stiftung den Ossip K. Flechtheim-Preis, der im März dieses Jahres zum vierten Mal vergeben wird. Die Grundsätze Guter Stiftungspraxis betrachtet sie als verbindlich.

Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

Jährlich drei Millionen Euro stehen der 1993 gegründeten Kulturstiftung zur Verfügung. Rund 300 Kunst- und Kulturprojekte werden gefördert und etwa 40 Stipendien vergeben. Das sächsische Theatertreffen zählt ebenso zu den Geförderten wie das Moritzburg Festival oder das Museum der Bildenden Künste in Leipzig. Darüber hinaus initiiert die Kulturstiftung eigene Projekte und Programme zu wechselnden Themenschwerpunkten und kauft Werke der zeitgenössischen Bildenden Kunst. Die Grundsätze Guter Stiftungspraxis sind auch in die Grundsätze der Stiftung eingeflossen, so heißt es dort: "Soviel Verwaltung wie nötig - sowenig Verwaltung wie möglich". Ein aktueller Haushaltsplan und die Darlegung der Gremienzusammensetzung der Stiftung auf der Homepage sind zwei Maßnahmen zur Umsetzung der Grundsätze.

Schomaker Dörpen Stiftung

Der Dörpener Bauunternehmer Wilhelm Schomaker hat im Jahr die Stiftung aus "sozialer Verpflichtung der Allgemeinheit gegenüber" ins Leben gerufen. Hilfe für benachteiligte junge Menschen, damit diese eine Ausbildung in kirchlichen oder sonstigen Einrichtungen durchführen können, steht im Fokus der mildtätigen Stiftung. In ihren Sitzungen vom 14. Mai diesen Jahres haben sich Vorstand und Aufsichtsrat der Stiftung zu den Grundsätzen Guter Stiftungspraxis bekannt.

Stiftung Kulturregion Hannover

Seit 10 Jahren fördert die Stiftung Kulturregion Hannover Kunst und Kultur in der Region Hannover. Neben der Kulturförderung auf Antragstellung schreibt die Stiftung Wettbewerbe aus, vergibt Stipendien und verleiht Preise in unterschiedlichen Sparten der Kultur. Primäres Stiftungsziel ist die Weiterentwicklung und Stärkung ausgewählter Bereiche des Kulturlebens. Zum Stiftungsbesitz gehört auch das denkmalgeschützte Weserrenaissance-Schloss Landestrost in Neustadt a. Rbge., dessen Erhalt und Pflege ebenfalls zu den Stiftungsaufgaben zählt.

Kommentar der Stiftung Kulturregion Hannover zu den Grundsätzen Guter Stiftungspraxis
Als Stiftung der Sparkasse und der Region Hannover gehört eine ordnungsgemäße Abwicklung sämtlicher Stiftungsprojekte sowie ein verantwortungsvoller und nachhaltiger Umgang mit den Stiftungsmitteln zu unserem Selbstverständnis. Unsere Gremien und Beiräte wurden mit unabhängigen Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Fachkompetenzen besetzt. Über unsere Stiftungsarbeit berichten wir gerne und umfangreich, denn nur über die Transparenz unserer Arbeit lassen sich weiterführende Allianzen und gemeinsame Projekte mit Gleichgesinnten vernetzten und anstoßen.

STIFTUNG NORD/LB • ÖFFENTLICHE

Das Internationale Filmfest in Braunschweig oder eine zehntägige Veranstaltungsreihe rund um das Thema "Klavier" im Braunschweiger Land - die 1994 gegründete Stiftung legt ihren Fokus auf die Förderung von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Technik sowie Sport in ihrem Tätigkeitsgebiet, dem Braunschweiger Land. Dieses bildet auch das Geschäftsgebiet Braunschweig der Norddeutschen Landesbank und das Geschäftsgebiet der Öffentlichen Versicherung Braunschweig, den beiden Gründungsstiftern. Seit dem 12. April 2007 hat sich die Stiftung den "Grundsätzen Guter Stiftungspraxis" verpflichtet.

Stiftung phoenikks

Im Rückblick auf die Jahre 2007 und 2008 konstatiert Christl Bremer, Stifterin der Hamburger Stiftung für junge Krebspatienten: "Glaubwürdigkeit zu erwerben dauert viel, viel länger, als sie zu verspielen." Daher hat sich die Stiftung, die ihre Arbeit bereits zweimal u.a. von der Deutschen Krebshilfe evaluieren ließ, den Grundsätzen Guter Stiftungspraxis verschrieben. 1986 gegründet, betreut phönikks von der Diagnose Krebs betroffene junge Familien nach Abschluss der akuten medizinischen Behandlung. phönikks erhält keine öffentlichen Zuwendungen und finanziert sich ausschließlich aus Spenden. 

Stiftung Standortsicherung für die Zukunft der Region Lippe

Die Stiftung wurde am 19. Juli 2001 in Detmold vom Kreis Lippe gegründet. Förderung der beruflichen Aus- und Weiterbildung, Unterstützung von Forschungsvorhaben sowie Durchführung von "Pilotprojekten" zur Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis stehen auf ihrer Agenda. Die Stiftung richtete unter anderem Stiftungslehrstühle zu den Themen Umweltmanagement, Zukunftsenergien und Musikalische Hochbegabung ein und beteiligt sich am START-Schülerstipendienprogramm. Im April 2008 verabschiedete der Stiftungsrat "Unsere Grundsätze Guter Stiftungspraxis" nach dem Vorbild der Grundsätze des Bundesverbandes. Sie sollen allen Beteiligten über die Satzung hinaus als Orientierung dienen. Stifter sollen nachvollziehen können, wofür ihr Geld ausgegeben wurde. Außerdem soll das Stiftungskapital langfristig erhalten und nicht spekulativ angelegt werden, teilte die Stiftung mit.

Vater und Sohn Eiselen-Stiftung
In ihrem eben vorgelegten Jahresbericht weist die Ulmer Stiftung auf die Übernahme der Grundsätze für ihre Arbeit hin. Willy und Hermann Eiselen, Vater und Sohn, beide Unternehmer im Backgewerbe, waren in den 80er Jahren Initiatoren der Stiftung. Deren Aufgaben umfassen die Trägerschaft des Museums der Brotkultur und die Förderung von Forschungsvorhaben zur Verbesserung der Ernährungslage in der Welt. Um den Kriterien der Transparenz zu entsprechen, legt die Stiftung erstmals einen Jahresbericht vor. 

Wilhelm Sander-Stiftung

Seit über 30 Jahren ist die Wilhelm Sander-Stiftung mit dem Stifterauftrag "Förderung der medizinischen Forschung, der Krankheits-, insbesondere der Krebsbekämpfung" tätig. Dabei sieht die Stiftung ihre Aufgabe in der Unterstützung der klinischen Forschung mit dem Schwerpunkt Krebsforschung. Für diesen Zweck wurden seit Gründung über 190 Millionen EUR bewilligt. Der Stiftungsrat der Wilhelm Sander-Stiftung hat im Juli 2008 die "Grundsätze Guter Stiftungspraxis" für die Gremien der Stiftung verbindlich erklärt.  

 
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Dr. Hermann Falk

Dr. Hermann Falk
Stv. Generalsekretär

Leiter Bereich Administration & Corporate Sector

 
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